Olé: Auch Realschüler können bald Spanisch lernen

Neue Wahlpflichtkursangebote der KGS Schneverdingen

Olé: Auch Realschüler können bald Spanisch lernen

Wenn Realschüler der KGS Schneverdingen im kommenden Schuljahr 2021/2022 im Geschichtsunterricht Englisch sprechen, dann muss das niemandem spanisch vorkommen, denn: Die Kooperative Gesamtschule erweitert ihr Wahlpflichtkursangebot (WPK) für Realschüler des 6. und 7. Jahrgangs. Erstere haben ab 2. September, wenn das neue Schuljahr beginnt, erstmals die Möglichkeit, neben Französisch nun auch Spanisch als zweite Fremdsprache zu wählen. Und Realschülerinnen und -schüler des 7. Jahrgangs können sich, auch das ist neu, für kontinuierlich erteilten bilingualen Geschichtsunterricht entscheiden. Laut Realschulzweigleiterin Melanie Karimi und Gesamtschuldirektor Mani Taghi-Khani sei dies „ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Heidekreis“.

„Öffnung nach Europa“, das ist im schulinternen Arbeitsplan der KGS Schneverdingen für die nächsten Jahre neben „Inklusion“ und „Digitalisierung“ ein Thema, das ganz oben auf der Liste steht. Die Kooperative Gesamtschule möchte die Bedeutung des heutigen Europas in seiner historischen Entwicklung und auch die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge in einer globalisierten Welt im Schulalltag verstärkt in den Vordergrund rücken. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und auch die Elternschaft sollen für das Thema „europäische Bürgerschaft“ sensibilisiert werden. „Hier haben wir in den vergangenen Jahren bereits viele Dinge auf den Weg gebracht“, so Taghi-Khani, der als Beispiele die Teilnahme am EU-Programm „Erasmus+“ zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, die Teilnahme am EU-Projekttag an Schulen, Schüleraustauschfahrten und Kursfahrten sowie das schuleigene Europacurriculum nennt.

Kürzlich hat Britta Schmaler, Europabeauftragte der KGS Schneverdingen, den Antrag auf Verwendung der Zusatzbezeichnung „Europaschule in Niedersachsen“ gestellt. Die Entscheidung, ob die Schule diesen Titel tragen darf, fällt das Niedersächsische Kultusministerium nach einer Bewertung verschiedener Kriterien. Mit dem Ergebnis ist voraussichtlich erst zu Beginn des nächsten Schuljahres zu rechnen. Klar ist, dass im Zuge zunehmender europäischer Integration die Mehrsprachigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Und dem trägt die KGS Schneverdingen Rechnung: Bereits seit 2017 können Schüler des Gymnasialzweiges ab der 7. Klasse wählen, ob sie Geschichtsunterricht auf Deutsch erhalten möchten oder aber ob sie in englischer Sprache etwas über Mittelalter, Renaissance und Industrialisierung lernen möchten.

„Von den Schülern im Gymnasialbereich gab und gibt es in Sachen bilingualer Unterricht sehr positive Rückmeldungen. Sie werden leistungsstärker im Fach Englisch und die Fachlehrkräfte berichten, dass sie gegenüber den Schülern, die am Geschichtsunterricht auf Deutsch teilnehmen, keinen Rückstand haben“, so Melanie Karimi. Deshalb gibt es schon länger die Überlegungen, dieses Profilangebot auf den Realschulzweig ab Jahrgang 7 auszuweiten. Dazu wird das Stundenkontingent für den Kurs aufgestockt. Es gibt eine Stunde zusätzlich, unter anderem wegen der Vokabelarbeit.

„Natürlich müssen Schüler, die den bilingualen Unterricht wählen möchten, entsprechende Englischnoten haben. Kritiker sagen, dass im bilingualen Unterricht fachliche Inhalte runterfallen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Schüler nehmen viel intensiver am Unterricht teil, weil sie immer in zwei Sprachen denken und arbeiten“, unterstreicht Karimi: „Die Sprechpraxis wird erhöht, das schafft Selbstvertrauen beim Verwenden der Sprache.“ Neben einem besseren Verständnis der Fremdsprache bringe der Unterricht in dieser Form aber noch weitere Vorteile: Die Aufgeschlossenheit für andere Kulturen werde gefördert, die Konzentrationsfähigkeit erhöht. Und wer später gut Englisch sprechen könne, so die Realschulzweigleiterin, „der hat natürlich auch einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt, denn gute Fremdsprachenkenntnisse werden in zunehmendem Maße vorausgesetzt.“

Wie Taghi-Khani betont, diene die Sprache im bilingualen Unterricht lediglich als Mittel zum Zweck, „genau wie in der digital- und realkommunikativen europäischen Welt der Gegenwart und der nahen Zukunft, auf die wir jede Schülerin und jeden Schüler an der KGS Schneverdingen vorbereiten.“

Dazu gehört auch ein weiterer Baustein im Wahlpflichtkurs-Konzept der KGS. Ab dem Schuljahr 2021/22 können die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs nun neben Französisch erstmals auch Spanisch als zweite Fremdsprache wählen. Realschüler, die sich für eines der beiden Fächer als zweite Fremdsprache entscheiden, können, wenn ihre Noten es zulassen, in den Gymnasialzweig wechseln. „Wir folgen damit einem gesamtgesellschaftlichen Trend, der zeigt, dass Spanisch in der Beliebtheit wächst“, so Gesamtschuldirektor Taghi-Khani. Sowohl im Wirtschaftsleben als auch im Tourismus habe sich der berufliche und private Gebrauchswert der spanischen Sprache immens erhöht. Und darauf wolle der Realschulzweig, der seinen Auftrag verstärkt auf die Berufsvorbereitung ausrichte, reagieren.

„Schülerinnen und Schüler, die neben Englisch- auch gute Spanischkenntnisse vorweisen können, werden hinsichtlich ihrer fremdsprachlichen Kompetenzen einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt haben“, ist der Schulleiter überzeugt.

„Wir profitieren davon, dass wir Spanisch-Fachkräfte haben und hier personell gut aufgestellt sind“, erläutert Taghi-Khani. Der Spanischunterricht erfreue sich im Gymnasialzweig großer Beliebtheit, dies sei auch in anderen Schulen der Fall: „Das ist ein bundesweites Phänomen. Wir wollen mit Spanisch jedoch nicht Französisch schwächen, sondern versuchen, zwei ungefähr gleichgroße Kurse aufzubauen.“ Die Ankündigung der beiden Neuerungen für den Realschulzweig sei laut Gesamtschuldirektor sowohl von Schülern als auch deren Eltern begeistert aufgenommen worden: „Da gab es durchaus leuchtende Augen.“

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