Perspektive wechseln

Thea Terjung geht für ein Jahr nach Brasilien

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Sie interessiert sich für gesellschaftliche Prozesse und Politik, sie liebt Sport und schreibt gern Texte für Poetry-Slams: Thea Terjung steckt voller Energie, die sie für vielfältige Projekte nutzt. Jetzt, nach dem Abitur und vor dem Studium, hat sich die Schneverdingerin ein weiteres Ziel gesteckt: Sie reist für ein Jahr nach Brasilien, um sich dort an einer Schule zu engagieren. „Mir geht es dabei um sozialen Einsatz und kulturellen Austausch, um auf diese Weise etwas zur Völkerverständigung beizutragen“, so die 19jährige.

Schon in den vergangenen Jahren hat sich die frischgebackene Abiturientin für die Kultur anderer Länder und auch andere Sprachen interessiert. So machte sie etwa eine Sprachreise nach England. Vor allem aber verbrachte sie über die Organisation „Youth For Understanding“ ein Auslandsjahr in Estland, wo sie auch ein estnisches Sprachexamen ablegte. „Der Aufenthalt in Estland hat mir gut gefallen. Das war alles sehr positiv. Und ich habe dort verstanden, was Sprache bedeuten kann“, erinnert sich die Schneverdingerin. Darüber hinaus lag ihr Augenmerk auf den schulischen Feldern Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Geschichte. Auch außerhalb der Schule fand dieses Interesse seinen Niederschlag, so etwa in der Betreuung eines Austauschschülers oder im Nachhilfeunterricht für sozial benachteiligte Kinder.

Demnächst nun sollen es brasilianische Kinder sein, um die sich die 19jährige kümmert. Schon Ende 2018 hatte sie sich dazu bei „kulturweit“, dem internationalen Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission, beworben, wobei das Ziel Brasilien zunächst noch gar nicht feststand: „Ich wollte ins Ausland gehen und sozial arbeiten. In meiner Bewerbung musste ich bevorzugte Bereiche angeben. Das waren für mich Asien und Lateinamerika. Und mit Brasilien hat das ja auch funktioniert“, betont Thea.

Auf sie wartet jetzt zunächst vom 1. bis zum 10. September ein Vorbereitungsseminar am Werbellinsee, bevor sie am 11. September in den Flieger nach São Paulo steigt. Dort bleibt sie bis zum 15. September im Goethe-Institut, um dann nach Florianópolis, Hauptstadt des Bundesstaates Santa Catarina, weiterzufliegen. Untergebracht ist Thea zunächst bei einer Gastfamilie. Und dann schließlich nimmt sie auch ihre Arbeit auf: „Ich werde mit Kindern ab der fünften Klasse zu tun haben und sie vorrangig im Deutschunterricht unterstützen. Aber genaue Details erfahre ich erst vor Ort“, so die Schneverdingerin.

Als Zweitälteste von insgesamt vier Geschwistern und durch weitere Aktivitäten mit anderen Kindern „bringe ich auch schon etwas Erfahrung für diese Aufgabe mit“, meint Thea, die sich darüber hinaus im Selbststudium mit Portugiesisch befasst und so auf ihre Reise vorbereitet hat.

Bis jetzt hat alles gut funktioniert, und wenn dann auch noch das aufwendig beantragte Visum erteilt ist, kann es eigentlich schon bald losgehen. Somit stehen jetzt Vorfreunde und Gespanntsein an erster Stelle, aber wird die 19jährige im fernen Brasilien auch etwas vermissen?: „Freunde und Familie werden mir sicherlich fehlen. Aber ich werde auch Routinen vermissen, weil es angenehm ist, welche zu haben. Dort habe ich kein Leben mit Routinen und muss mir alles erst aufbauen. Aber es ist eine Herausforderung, sich völlig frei darauf einzulassen.“

Vieles ist anders in jenem riesigen Land in Südamerika - vom Klima über die Gebräuche bis hin zu den politischen Fragen. Und genau das wünscht sich Thea: „Das wird interessant werden. Ich freue mich darauf, mich gesellschaftlich zu engagieren, eine neue Kultur und neue Menschen kennenzulernen.“

Welche Erfahrungen Thea Terjung dabei macht, können unsere Leserinnen und Leser in den kommenden Monaten mitverfolgen, denn die 19jährige wird den HK regelmäßig mit Informationen von der anderen Seite der Welt versorgen.

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