Pilgern für Hunde in Not

Schneverdinger und sein Rüde „Matti“ gehen den Jakobsweg - und sammeln dabei Geld für guten Zweck

Pilgern für Hunde in Not

Während die Gassirunde einiger Hundebesitzer manchmal nur „einmal um den Block“ führt, ist Uwe Kantwerk mit seinem Rüden „Matti“ jeden Tag bei Wind und Wetter über lange Strecken unterwegs. „Rund 8.200 Kilometer in den letzten 26 Monaten“, so der Schneverdinger. Ein gutes Training für Mensch und Hund, denn sie haben nun einen weiten und ebenso besonderen Gang vor sich: Vom 1. April an laufen sie auf dem Jakobsweg rund 800 Kilometer weit und wollen dabei Spenden für Hunde in Not sammeln.

„Matti“ und sein Herrchen sind hierbei nicht allein unterwegs: Eine befreundete Hundetrainerin aus Baden-Württemberg geht zusammen mit ihrem Hund „Fido“ mit auf die Pilgertour für den guten Zweck. Cornelia Rath aus Bretzfeld und Uwe Kantwerk waren bereits zuvor schon gemeinsam unterwegs: „Wir haben eine Test-Tour in Brandenburg gemacht“, so der Schneverdinger.

Nun wollen sie in fünf bis sechs Wochen die Strecke quer durch Nordspanien bis Santiago de Compostela schaffen. Startpunkt ist die französische Stadt Saint-Jean-Pied-de-Port nahe der spanischen Grenze. „Übernachtet wird im Zelt, manchmal vielleicht auch in einer Herberge - Erholungsurlaub wird das nicht“, weiß Kantwerk. Schon gar nicht, wenn er an seinen schweren Rucksack denkt: „Bestimmt 15 Kilo“, schätzt er.

„Matti“ und „Fido“ bekommen nur ein paar kleine und vor allem leichte Utensilien in ihre Taschen, müssen also nur wenig Gepäck aufsatteln. Insgesamt könnte sich im Laufe der Reise aber noch mehr „ansammeln“ - denn: Es soll Geld für Hunde in Not gesammelt werden. „Es gibt einen Spendenbeutel, für alle, die etwas geben oder ein Foto von uns machen möchten“, erklärt Kantwerk. „Das Geld ist für die Hopscotch-Tierhilfe e.V. gedacht, und die können Interessierte auch von zu Hause aus unterstützen“, so der Schneverdinger. Das Spenden-Konto des Vereins: Regina Jurk Hopscotch-Tierhilfe e.V., IBAN DE91 1005 0000 6600 4313 16, Betreff: Jakobsweg.

Der Tierschutzorganisation zu helfen und auch auf das Leid vieler Hunde - nicht zuletzt im Land, das sie bald durchqueren werden: Spanien - hinzuweisen, ist ebenfalls eine große Motivation für Rath und Kantwerk: „Wir wollen auf das Aussetzen und oftmals qualvolle Töten von dortigen Hunden nach der Jagdsaison aufmerksam machen“, so der Schneverdinger, „das passiert leider sehr häufig in Spanien.“ Sein Hund ist übrigens ein Ratonero Bodeguero Andaluz, eine Hunderasse aus Spanien. „Matti“ selbst kommt allerdings aus Malta, hat auf der Insel viel Leid erlebt, bevor ihn Kantwerk rette: „Eines seiner Hinterbeine war vollkommen offen und wund von der kurzen Leine, mit der er angebunden war.“

Was die zwei Zwei- und ihre beiden Vierbeiner auf ihrer gemeinsamen Pilgertour alles erleben, können Interessierte übrigens auf Facebook mitverfolgen: Unter „Lauf Ratonero, lauf den Jakobsweg“ stellen sie über die Plattform ihre Abenteuer ins Netz.

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