Preisverfall: CVJM Schneverdingen stellt Altpapiersammlung ein

Angespannte Lage auf dem Papiermarkt / Verein müsste künftig draufzahlen

Preisverfall: CVJM Schneverdingen stellt Altpapiersammlung ein

Es ist das Ende einer Ära: Nach fast 40 Jahren stellt der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Schneverdingen seine Altpapiersammlungen ein.

Viermal jährlich, immer im Februar, Mai, September und November, hatten fleißige Helferinnen und Helfer des Vereins ehrenamtlich im Stadtgebiet Altpapier gesammelt. Dieses wurde dann in die vom Abfallbeseitigungsunternehmen Cohrs bereitgestellten Container auf dem Schneverdinger Bauhof geworfen. Die Abrechnung erfolgte nach Gewicht. „Die Lage auf dem weltweiten Papiermarkt ist momentan jedoch derart angespannt, dass der CVJM bei der letzten Sammlung im November nur noch einen sehr geringen Ertrag erzielte. Zum Jahresbeginn verschlechterten sich die Bedingungen so sehr, dass zukünftig für die Sammlung von Papier draufgezahlt werden müsste, was sich für einen gemeinnützigen Verein nicht rechnet“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Da derzeit nicht abzusehen sei, wann sich die Lage auf dem Papiermarkt wieder entspanne und wie hoch die Vergütung in Zukunft sein werde, habe sich der Vorstand des Vereins dazu entschlossen, „die Altpapiersammlungen zunächst einzustellen.“ Zum Schluss hätten Aufwand und Ertrag nicht mehr im richtigen Verhältnis gestanden.

„Unterm Strich bleibt kaum mehr etwas übrig. Die grüne Tonne ist für viele in der Bevölkerung der bequemere Weg“, nennt Vorstandsmitglied Ilka Schlumbohm weitere Gründe für das Aus der Sammlung. Gebündeltes Altpapier, das ein hohes Gewicht habe und somit Ertrag einbringe, werde mehr und mehr in den Tonnen entsorgt und die zunehmend bereitgestellten leeren Kartonagen brächten nicht nur wenig Ertrag, „sondern verursachten durch ihr Volumen auch Probleme beim Verladen.“

Seien bei den Sammlungen in den vergangenen Jahren noch durchschnittlich 17 Tonnen zusammengekommen, so seien es mittlerweile nur noch etwa 15 Tonnen pro Aktion. Zu Hochzeiten hätten die Ehrenamtlichen hin und wieder sogar 20 Tonnen gesammelt. In der gesamten Zeit sei alles ohne große Zwischenfälle verlaufen. „Einmal gab es einen kleinen Blechschaden. Bevor die Container auf dem Bauhof abgestellt wurden, standen sie anfangs in der verlängerten Freudenthalstraße, wo sie sogar einmal angezündet wurden“, erinnert sich Schlumbohm. Sie hatte sich in den vergangenen 20 Jahren um die komplette Organisation der Sammlung gekümmert - vom Beschaffen der Fahrzeuge und Anhänger von vorwiegend lokalen Gewerbetreibenden, aber auch von vielen Privatpersonen, über die Rekrutierung der freiwilligen Helfer bis hin zur Verpflegung.

Antrieb für die vielen größtenteils Jugendlichen und junge Erwachsenen ist und war auch immer der Gemeinschaftsgedanke: Etwas zusammen zu machen und mit dem Geld zudem etwas Gutes zu tun. CVJM-Geschäftsführerin Birte Hautau stellt klar, „dass wir nicht aufhören, weil wir nicht genug Leute haben.“ Und weiter: „Wir haben es uns bei der Entscheidung nicht leicht gemacht, aber keinen anderen Weg mehr gesehen.“

Begonnen hat das ehrenamtliche Altpapiersammeln Anfang der 80er Jahre. Der Impuls ging vom damaligen Diakon der Peter-und-Paul-Kirchengemeinde, Reinhard Hoffmann aus, der sich dafür stark machte, junge Menschen zum Umweltschutz zu animieren und dabei gleichzeitig finanzielle Erlöse zu erzielen, um die Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde zu fördern. Bestimmt waren die Gewinne für das Kinderzeltlager Offendorf sowie für Jugendfreizeiten, den Kinderkirchentag und andere karitative Zwecke.

Zum Abschluss richtet der CVJM Schneverdingen ein großes „Dankeschön“ an alle Unterstützer, insbesondere die Unternehmen vor Ort sowie „die Bürgerinnen und Bürger, die ihr Altpapier zur Verfügung gestellt haben.“ Dieses müsse künftig über die grüne Tonne entsorgt werden.

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