Preisverleihung in idyllischer Umgebung: Junge Musiker ausgezeichnet

„de Bruycker-Stiftung“: Preis geht an Artur Kuban und Manuel Krasnowski

Preisverleihung in idyllischer Umgebung: Junge Musiker ausgezeichnet

„Die Musik ist die Stenographie des Gefühls“ - ein Zitat des russischen Schriftstellers Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi. Das konnten die Gäste am vergangenen Mittwochabend im idyllischen Ambiente auf dem Außengelände des Ateliers de Bruycker im Schneverdinger Höpen bedenkenlos unterschreiben, zumal der erst 17jährige Artur Kuban den Saiten seines Kontrabasses gekonnt und gefühlvoll herzergreifende Klänge entlockte. Weil für das „Spontankonzert“ gerade kein Notenständer greifbar war, hielt ihm der junge Musiker Manuel Krasnowski bei leichtem Wind die Notenblätter. Die beiden jungen Talente wurden im feierlichen Rahmen mit dem Stiftungspreis der „de Bruycker-Stiftung - Bürgerstiftung der Stadt Schneverdingen“ ausgezeichnet. Die Laudationes hielt als Stiftungsvorstandsvorsitzende Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens.

Bereits seit 18 Jahren wirkt in der Heideblütenstadt die „de Bruycker-Stiftung - Bürgerstiftung der Stadt Schneverdingen“ aus dem Nachlass von Caecilie de Bruycker, die sich der Förderung von Kunst, Kultur und Heimatpflege verschrieben hat. Die Stifterin verband damit auch den Gedanken an das Andenken der Künstlerfamilie de Bruycker, die auf dem Höpenberg in Schneverdingen seit mehr als 100 Jahren ansässig ist. Die Stiftung lobt alle zwei Jahre einen Kunstförderpreis aus. Nachdem dieser zunächst an Studentinnen und Studenten der Bildenden Künste vergeben wurde, erhielten in den vergangenen Jahren Musikstudentinnen und -studenten sowie Musikschülerinnen und Musikschüler auf ihrem Weg ins Studium diese besondere Förderung.

Seit 2016 wird der Förderpreis teilweise auch regional vergeben, denn die Heidekreis-Musikschule bietet sowohl musische Bildung auf breiter Ebene als auch eine Förderung besonders talentierter Schüler, die auf ein Musikstudium hinarbeiten. Der Stiftungsvorstand hatte entschieden, die Förderpreise in diesem Jahr ausschließlich regional zu vergeben. Sie gingen diesmal an Artur Kuban und Manuel Krasnowski, zwei Künstler, die sich der Musik jeweils seit jungen Jahren widmen und bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken können. Beide gehen ihren Weg ins Studium der Musik - und sie dabei zu fördern, das ist die Aufgabe der Stiftung. Eigentlich wird die Preisvergabe mit einem Konzert der Preisträger verbunden, worauf aufgrund der Corona-Krise jedoch verzichtet werden musste. Daher traf sich der Stiftungsvorstand mit den Preisträgern auf dem Außengelände des Ateliers de Bruycker auf dem Höpenberg, um die Förderpreise im Freien zu übergeben, wo Kuban zur Begeisterung der Gäste dann doch spontan zu seinem Kontrabass griff und mit Unterstützung seines „Kollegen“ Kostproben seines Könnens gab.

Preisträger Manuel Krasnowski ist in einer musikalischen Großfamilie aufgewachsen, in der jedes seiner Geschwister ein Instrument beherrscht. Von klein auf begeisterte ihn die klassische Musik. Bereits seit seinem siebten Lebensjahr wird Krasnowski von ein und demselben Klavierlehrer, der über die Jahre sein Mentor geworden ist, unterrichtet. „Mir ist es sehr wichtig, dass virtuose Musik nicht gespielt wird, um sein Talent als Künstler zu präsentieren, sondern um dem Zuhörer die Schönheit dieser Musik näherzubringen“, sagt der Preisträger und trifft damit den richtigen Ton. Zu seinem Repertoire gehören klassische Werke von Chopin, Rachmaninov oder Liszt. Sein Können hat der junge Pianist bereits bei Konzerten in der Schneverdinger Kulturstellmacherei oder bei feierlichen Anlässen in der der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Schneverdingen unter Beweis gestellt. Sein Ziel ist die erfolgreiche Bewerbung an einer der Musikhochschulen im norddeutschen Raum, auf die er sich intensiv vorbereitet. Der Förderpreis soll ihm dabei helfen, dieses Ziel, also den erfolgreichen Übergang ins Studium, zu erreichen, um die bislang erworbenen Fähigkeiten dann im Hochschulstudium zur Professionalität auszubilden.

Artur Kuban aus Walsrode ist zwar erst 17 Jahre alt, studiert aber bereits. Der Förderpreis der „de Bruycker-Stiftung“ geht an junge Künstler, die mit Blick auf ihre Leistungen ein großes Potential haben und soll diesen einen zusätzlichen Schub für ihre künstlerische Laufbahn geben. Kuban hat die Klassen 9 und 10 des Gymnasiums übersprungen und ist nun auf dem Weg zum Abitur, gleichzeitig studiert er seit einem Jahr am Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter in Hannover. Bereits in seiner Kindheit erhielt Kuban musikalische Früherziehung mit Klavier- und Kontrabassunterricht. Er nahm Privatunterricht bei Agnes Görißen und wurde darüber hinaus am Walsroder Gymnasium unterrichtet. Augfrund seiner musikalischen Fähigkeiten wurde dem 17jährigen die Stimmführung im Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester übergeben. Außerdem spielt er an der jungen norddeutschen Philharmonie und natürlich auch im Schulorchester des Gymnasiums Walsrode. Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, in dem sich jugendliche Talente bis zur Bundesebene musikalisch miteinander messen können, gewann Kuban im vergangenen Jahr den ersten Preis im Regionalwettbewerb, danach den ersten Preis im Landeswettbewerb und dann den dritten Preis auf Bundesebene.

Musik ist, wie er sagt, sein Leben - und der Kontrabass das von ihm am liebsten gespielte Instrument. Der Stiftungsvorstand war der Meinung, dass solch ein Musiker über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen sollte, um dieses Talent weiter auszubauen und im Studium erfolgreich zu sein. Dazu soll der Preis nun beitragen.

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