Rote Karte in der „Elphi“

Über ein ganz besonderes Erlebnis freute sich kürzlich die Sechstkläßlerin Lara Sofie Neuland. Die Schülerin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) saß beim Konzert des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters in der „Elphi“ mitten zwischen den Profi-Musikern.

Rote Karte in der „Elphi“

Mittendrin statt nur dabei: Ein ganz besonderes Erlebnis hatte am Mittwoch vergangener Woche die Sechstkläßlerin Lara Sofie Neuland, Schülerin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Schneverdingen. Zusammen mit ihren Klassenkameradinnen und -kameraden und unter Begleitung der beiden Lehrerinnen Susan Bauermeister und Anke Schröder genoß die Schülerin ein Konzert des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters in der Elbphilharmonie in Hamburg. Während die beiden Lehrkräfte und der Rest der Hauptschulklasse dem Orchester von Ebene 15 aus lauschten, hatte Lara Sofie das große Los gezogen. Die „rote Karte“, die ihr das NDR-Team nach einer Auslosung im Vorfeld überreicht hatte, war alles andere als eine Verwarnung. Vielmehr bescherte ihr das ins Auge fallende Ticket einen ganz besonderen Platz. Sie durfte direkt im Orchester sitzen, war zwischen Geigern und Harfe hautnah dabei. „Sie war völlig begeistert“, berichtet Anke Schröder. Aber auch der Rest der Klasse sei beeindruckt gewesen. „Alle waren in den 60 Minuten still, haben konzentriert zugehört und fanden das Konzert toll“, so Schröder.

Unter dem Motto „Konzert statt Schule“ hatte das NDR-Elbphilharmonie-Orchester Schülerinnen und Schüler der Klassen sechs bis zwölf in den großen Saal der „Elphi“ eingeladen und spielte unter Leitung des Dirigenten Stefan Geiger Auszüge der Sinfonie Nr. 5 op. 47 d-Moll und Auszüge der Suite für Varieté-Orchester von Dmitrij Schostakowitsch. Zweimal hatten die Lehrerinnen sich vergeblich um Karten für ihre Schülerinnen und Schüler bemüht, im dritten Anlauf hat es geklappt. Um ihre Schüler nicht unvorbereitet in den Konzertsaal zu schicken, behandelten die Lehrerinnen das Thema im Vorfeld im Unterricht. Was ist ein Orchester aufgebaut? Was hat es mit dem „stillen Beifall für die Solisten auf sich? Wie klingt die Musik von Schostakowitsch und was für ein Mensch war der russische Komponist, Pianist und Pädagoge? Schostakowitsch (1906-1975) komponierte neben 15 Sinfonien, Instrumentalkonzerten, Bühnenwerken und Filmmusik auch 15 Streichkonzerte, die zu den Hauptwerken des Kammermusikrepertoires aus dem 20. Jahrhundert zählen.

Nach der gewissenhaften Vorbereitung im Klassenzimmer freuten sich die Schülerinnen und Schüler auf den Ausflug in die Hansestadt. Offensichtlich hatten die Pädagoginnen ihnen erfolgreich die Flötentöne beigebracht: „Alle haben sich schick angezogen, waren überpünktlich und begeistert von der Elbphilharmonie“, so Schröder. Den besten Platz hatte freilich Lara Sofie Neuland. Daß sie das Konzert inmitten der Profi-Musiker ganz besonders genoß, blieb auch Außenstehenden nicht verborgen. „Nach dem Konzert hat ein NDR-Mitarbeiter zu Lara Sofie gesagt, daß ihre Begeisterung nicht zu übersehen gewesen sei und sie sich diese in ihrem weiteren Leben bewahren möge“, berichtet Anke Schröder.

Aber auch die anderen Elf- bis Zwölfjährigen der inklusiven Klasse, darunter ein Schüler mit Hörbeeinträchtigung, hatten sichtlich Freude an diesem Konzert in beeindruckender Kulisse. „Alle haben sich positiv geäußert und würden gern ein weiteres Konzert in der Elbphilharmonie besuchen“, freut sich Schröder.

Um das Erlebte zu vertiefen, stand am vergangenen Mittwoch, quasi als Nachbereitung des Ganzen, eine weitere Doppelstunde zum Thema „Klassische Musik“ auf dem Stundenplan, in der die Schülerinnen und Schüler unter anderem ein Werk von Tschaikowski hörten.

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