„Schlicht und einfach unfair“

Bündnis 90/Die Grünen: Schneverdinger Ortsverband zum Bürgerentscheid

„Schlicht und einfach unfair“

„Viele Menschen aus dem Nordkreis sind enttäuscht und verärgert über die Klinik-Debatte“, so die Schneverdinger Grünen - und das ihrer Meinung nach „auch zu Recht.“ Dazu Carsten Gevers vom Vorstand des Schneverdinger Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen: „Mir als Kreistagsmitglied wurde schon vor Monaten erklärt, dass sich ein Klinikum nur dann wirtschaftlich rechnet, wenn es neben den Heidekreisbewohnern auch Patienten aus anderen Landkreisen anzieht. Und das Potenzial an Neu-Patienten aus fremden Landkreisen sei bei einem Standort südlich von Fallingbostel höher als bei einem möglichen zentralen Standort Dorfmark. Dies sollte uns offenbar für den Standort Fallingbostel begeistern.“

Gevers weiter: „Ich habe schon damals eingewandt, dass das aus zwei Gründen keine gute Art der Standortbestimmung ist. Erstens: Die Einwohner des Heidekreises müssen an erster Stelle stehen. Und zwar die nördlichen genau so wie die südlichen. Die Berechnungen hatten ja sogar ergeben, dass bei einem Standort Dorfmark mehr Heidekreis-Einwohner das Krankenhaus schnell erreichen können als bei einem Standort Fallingbostel. Und zweitens: Die berechneten potenziellen Klinik-Besucher aus anderen Kreisen stehen ja überhaupt nicht fest. Es handelt sich dabei um Annahmen, nach meiner Meinung eher um einen Wunsch, der da Vater des Gedanken war. Es ist doch fraglich, ob viele Bewohner der Kreise Verden, Celle, Nienburg oder der Region Hannover ihren bisher angestammten Krankenhäusern den Rücken kehren und in den südlichen Heidekreis kommen.“

Weiter erklärt Gevers: „Sebastian Zinke (SPD) hat in der damaligen Kreistagssitzung erklärt, der Landkreis könne mit dem Standort F4 zusammenwachsen. Man möge dem doch nun zustimmen, mit einem Votum für Dorfmark würde man sonst nur Salz in die Wunden streuen. Diese Sichtweise ist für uns völlig unverständlich. Zinke bringt da etwas durcheinander. Denn die ‚Krankenhauswunden‘ sind ja gerade entstanden, weil vor Jahren schon profitable Krankenhausteile wie beispielsweise die Kinderabteilung mit fragwürdigen Begründungen von Soltau nach Walsrode verlegt worden sind. Dies übrigens noch unter der Aufsicht des damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden von Danwitz (CDU). Diese alten Wunden hätte man vielmehr heilen können, wenn man sich nun von vornherein für einen zentraleren Standort entschieden hätte.“

„Dass nun die Befürworter und Initiatoren des Bürgerentscheides unter Druck gesetzt werden mit der Drohung, sei seien dafür verantwortlich wenn ihretwegen schließlich gar keine Zuschüsse fließen würden, ist schlicht und einfach unfair“, unterstreicht Gevers: „Wir Grüne begrüßen die Durchführung eines Bürgerbegehrens als legitimes demokratisches Mittel.“

Die Co-Vorsitzende der Schneverdinger Grünen, Katharina Roth-Fingas, stimmt Gevers zu: „Wir haben Zuschriften und Anrufe erhalten, die genau dies zeigen. Viele Schneverdinger Bürgerinnen und Bürger verstehen, dass das Krankenhaus vielleicht nicht direkt vor der Haustür, nämlich in Soltau, bleiben kann, aber nun fast bis nach Walsrode fahren zu müssen, sorgt nicht gerade für Akzeptanz. Und die ist bei der Beurteilung, ob ein Krankenhaus erfolgreich sein wird, maßgeblich.“

Der Schneverdinger Ortsverband appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, „die Chance, beim Bürgerentscheid am 18. April ihre Stimme abzugeben - und damit ihr demokratisches Recht - zu nutzen.“

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