Schmutzwassergebühr wird erhöht

Schneverdinger Rat votiert einstimmig: Statt 2,53 künftig 2,73 Euro pro Kubikmeter

Schmutzwassergebühr wird erhöht

Seit 1999 lag die Schmutzwassergebühr in Schneverdingen unverändert bei 2,53 Euro pro Kubikmeter. In seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag hat der Schneverdinger Stadtrat einstimmig beschlossen, die Gebühr auf 2,73 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen. Hintergrund ist eine Kostensteigerung im Bereich der Klärschlammentsorgung in Höhe von rund 145.000 Euro. Bislang hatten sich Über- und Unterdeckungen die Waage gehalten, so dass die Gebühr in den vergangenen 21 Jahren konstant geblieben war.

Nachdem Walter Rieser vom Fachbereich I (Finanzen) sowie Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens die Details erläutert hatten, ergriff lediglich SPD-Fraktionschef Rolf Weinreich als Sprecher der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne das Wort. „Im Koalitionsvertrag zur 18. Legislaturperiode von 2013 bis 2017 haben sich die Koalitionspartner von SPD, CDU und CSU darauf verständigt, die Klärschlammausbringung zu Düngezwecken zu beenden. Hintergrund ist die Überarbeitung der Europäischen Düngemittelverordnung“, so Weinreich. Der angefallene Klärschlamm der Kläranlage dürfe nun nicht mehr von Landwirten auf deren Flächen aufgebracht werden. Doch wohin damit? Die einzige Lösung sei derzeit die Verbrennung.

„Damit steigen die Kosten für die Klärschlammentsorgung gravierend. Die Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen haben eine europaweite Ausschreibung zur Klärschlammentsorgung durchgeführt und nun den günstigsten Anbieter ausgewählt“, so der Sozialdemokrat: „Aber die Mehrkosten von ursprünglich 40 Euro pro Tonne auf nunmehr knapp 100 Euro pro Tonne für die zirka 1.900 anfallenden Tonnen Klärschlamm fließen in die Gebührenkalkulation ein - und das ist der einzige Grund, warum es zur Gebührenerhöhung kommt.“

Er, Weinreich, vermute, dass auch die umliegenden Kommunen demnächst entsprechende Anpassungen vornehmen müssten. Bei einem Wasserverbrauch von rund 500 Litern pro Tag müsse ein Vier-Personen-Haushalt in Schneverdingen durch die Gebührenerhöhung für das, was durch den Abfluss gehe, mit Mehrkosten in Höhe von zirka 37 Euro pro Jahr rechnen. Der anfallende Klärschlamm aber werde nun „gesetzes-konform entsorgt“ - und dies sei „ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und zur Gesundheitsvorsorge.“

Logo