Schneverdinger CDU: „Alte Hasen“ und „Newcomer“ auf der Kandidatenliste

Bislang gehen 25 Bewerberinnen und Bewerber bei der Stadtratswahl für die Christdemokraten ins Rennen / Liste weiter offen

Schneverdinger CDU: „Alte Hasen“ und „Newcomer“ auf der Kandidatenliste

Im Schneverdinger Stadtrat hat aktuell die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne das Sagen - und das will die CDU im September bei den Kommunalwahlen ändern. „Wir treten nicht an, um Zweiter zu werden“, betonte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Christian Quoos am vergangenen Dienstag im Pressegespräch im Ratssaal: „Ziel ist es, stärkste Fraktion zu werden.“ Die Christdemokraten haben jüngst in einer Präsenzveranstaltung im Bürgersaal der Freizeitbegegnungsstätte ihre Kandidatenliste aufgestellt. Bislang finden sich darauf die Namen von 25 Bewerberinnen und Bewerbern. Den ersten Listenplatz belegt Landtagsabgeordneter Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, Fraktionschef der CDU im Stadtrat. Dieser betonte, dass die Liste weiterhin offen bleibe. „Wir sind noch an einigen Leuten dran, insbesondere an jüngeren potenziellen Kandidaten“, so von Danwitz. Es bleibt noch ausreichend Zeit für weitere Interessierte, denn die Vorschläge müssen der Wahlleiterin beziehungsweise dem Wahlleiter spätestens am 48. Tag vor der Kommunalwahl, also am 26. Juli, vorliegen.

Was die bisherige Liste angeht, so sprach Quoos von einer „gelungenen Mischung aus Jung und Alt, aus erfahrenen und neuen Kandidatinnen und Kandidaten.“ Von den zehn Christdemokratinnen und -demokraten, die derzeit die Ratsfraktion bilden, werden acht erneut ins Rennen gehen. Stefanie Bahr und David Dinges verzichten jeweils aus persönlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur.

„In Corona-Zeiten ist es natürlich schwieriger, Kandidatinnen und Kandidaten zu finden“, erklärte Quoos. Deshalb hat die Schneverdinger CDU erstmals eine Flyer-Aktion gestartet, um weitere Bewerberinnen und Bewerber für ihre Sache zu gewinnen. Mit Erfolg: Vier „Newcomer“ haben ihr Interesse bekundet, für die Union antreten zu wollen. Sie sind nun auf der Kandidatenliste zu finden. Aber auch „alte Hasen“ sind dabei, so zum Beispiel Rolf-Dieter Dorow. Zudem steht offenbar ein interessanter Wechsel an: Ratsmitglied René Zahlmann (Liberal-Konservativen Reformer/Gruppe LSW) werde im September für die CDU antreten, berichtete von Danwitz.

Ob Schulpolitik oder Soziales, ob Kultur oder Wirtschaft - der Fraktionsvorsitzende freut sich, dass Kandidatinnen und Kandidaten aus den verschiedensten Bereichen gewonnen werden konnten - und zwar sowohl aus der Stadt als auch aus den Ortschaften. Er bedauert allerdings, dass lediglich vier Frauen darunter sind. „Wir haben auf der Suche nach Kandidatinnen zahlreiche Frauen angesprochen. Davon sind jedoch viele wieder voll in den Beruf eingestiegen, kümmern sich um die Kinder und sind schon in anderen Bereichen engagiert. Dann noch Politik dazu - das ist ihnen dann einfach zuviel“, berichtete der Fraktionsvorsitzende. Grundsätzlich mache die Arbeit in der Fraktion Spaß: „Alle sind stets gut vorbereitet und sehr gut im Thema.“ Dabei hätten sich in der Pandemie auch neue Möglichkeiten eröffnet, wie Karin Meyer, die den dritten Listenplatz belegt, erläuterte: „Wer persönlich aus den verschiedensten Gründen verhindert war, konnte per Videokonferenz an unseren Sitzungen teilnehmen.“ Und das könnte durchaus zukunftsweisend für die Fraktionsarbeit sein, wie von Danwitz unterstrich: „Wir können uns vorstellen, unsere Fraktionssitzungen künftig auch als Hybridsitzungen abzuhalten.“

Am Wahlprogramm solle nun noch gemeinsam mit den Kandidatinnen und Kandidaten gearbeitet werden. Einige Schwerpunktthemen nannten von Danwitz, Quoos und Meyer jedoch schon jetzt. So wollen sich die Christdemokraten weiterhin für eine Verbesserung der Hausaufgabenbetreuung im Ganztag einsetzen, fordern, dass mehr Geld in die Hand genommen wird, um Zweitkräfte zu finanzieren. Weiterhin macht sich die CDU dafür stark, dass künftig in allen Schneverdinger Kitas gekocht werden kann. „Bei Neubauten wird bereits darauf geachtet, dass es Räumlichkeiten zum ‚Kochen mit Kindern‘ gibt. Wir möchten, dass alle Kitas diese Möglichkeit haben“, unterstrich der Fraktionschef.

Auch auf das „Lieblingsthema“ der Schneverdinger Christdemokraten ging von Danwitz ein: „Wir sind uns einig, dass wir auch weiterhin für eine Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung kämpfen wollen. Das hat mit Bürokratieabbau im Rathaus, vor allem aber mit Gerechtigkeit zu tun. An diesem Thema bleiben wir dran.“ Im Bereich der regenerativen Energien kann sich die CDU vorstellen, dass auf „schlechten Äckern“ Photovoltaikanlagen installiert werden. Denkbar sei dabei auch eine senkrechte Aufstellung der Panele, zumal dabei kaum Fläche verbaut werde. „Da sind wir offen“. Grundsätzlich gelte es, auf der Suche nach geeigneten Orten für Photovoltaikanlagen, aber auch mit Blick auf Vorrang- und Eignungsgebiete für Windenergienutzung, Gespräche mit den Ortsvorstehern zu führen. Karin Meyer regt zudem an, dass auf dem Müllberg in Hillern eine Photovoltaikanlage installiert wird: „Wenn in Stillhorn Windkraftanlagen auf einem Müllberg stehen, der noch nicht so alt ist, dann müsste Ähnliches doch auch in Hillern möglich sein.“

Wichtige Themen sind für die CDU auch Energieverbrauch und Elektromobilität. In Neubaugebieten müssten ausreichend dicke Stromkabel verlegt werden, „außerdem können wir uns Elektromobilität auch im ÖPNV vorstellen“, betonte von Danwitz mit Blick auf den Bürgerbus. Was die Energieversorgung in Neubaugebieten angehe, so der Fraktionschef weiter, sei es denkbar, in Kooperation mit den Heidjers Stadtwerken künftig auf sogenannte kalte Nahwärmenetze zu setzen, denn: „Erdgas für Neubaugebiete? Die Zeiten sind vorbei.“ Ferner müsse in Neubaugebieten künftig darauf geachtet werden, das Regenwasser nicht mehr abzuführen, sondern über Rinnen versickern zu lassen. „Das Wasser muß hier in der Region bleiben“, forderte der CDU-Politiker. Neben der Innenstadtverdichtung, die weiter vorangetrieben werde müsse, sei die Ausweisung weiterer Baugebiete wichtig, auch in den Ortschaften. Der Fraktionschef: „Wir wollen, dass Schneverdingen weiter wächst, zumindest aber die Einwohnerzahl hält. Die Nachfrage in der Stadt und den Dörfern ist da.“

Mit folgenden Kandidatinnen und Kandidaten geht die CDU ins Rennen: (Listenplätze in der Reihenfolge): Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, Christian Quoos, Karin Meyer, Kord Schröder, Malte Mund, Heiner Schröder, Reiner Hillenbrand, Rolf-Dieter Dorow, René Zahlmann, Britta Renneberg, Welf-Heinrich Klaer, Dieter Inselmann, Ralf Schröder, Dennis Krüger, Olaf Lange, Willy Scholbe, Jörn Skirke, Lars Renken, Sigrid Hartung, Olaf Hax, Jörg Tillessen, Oliver Hofmann, Karin Kröger, Stephan Golleck und Marco Gerstner.

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