Strompreise steigen

Heidjers Stadtwerke: Verbraucher müssen ab 1. Januar 2021 etwas tiefer in die Tasche greifen

Strompreise steigen

Verbraucher müssen für Strom ab 1. Januar kommenden Jahres etwas tiefer in die Tasche greifen: Die staatlich festgelegten Netzentgelte steigen, da durch die fortschreitende Energiewende weiter in den Netzausbau investiert werden muss. Zudem wird Strom an den Börsenplätzen, an denen auch die Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen (Heidjers Stadtwerke) ihren Strom für ihre Kunden beschaffen, seit geraumer Zeit teurer. „Diese Entwicklung wird durch die Reduzierung der Gesamtsumme aller Umlagen für die Finanzierung der Energiewende um insgesamt 0,173 Cent bei Weitem nicht kompensiert“, erklärt Lars Weber, Geschäftsführer der Heidjers Stadtwerke.

Bei den Heidjers Stadtwerken steigen die Arbeitspreise in allen Stromprodukten ab 1. Januar 2021 deshalb um 0,476 Cent pro Kilowattstunde inklusive Steuern. Der Grundpreis bleibt weiterhin in allen Tarifen unverändert. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergeben sich dadurch Mehrkosten von etwa 1,40 Euro pro Monat im Tarif „Heidjers Strom Fix“.

„Nach zwei Jahren Preisstabilität kommen wir leider jetzt nicht umhin zu erhöhen“, so der Geschäftsführer und betont: „Es ist uns wichtig, unsere Kunden immer so günstig wie möglich zu beliefern.“ Ein Grund hierfür sei, Tarife mit Fixpreisen für 24 Monate anzubieten. „Unsere Kunden können in das Fixprodukt wechseln, in diesem ist auch eine WLAN-Flatrate für unser Heidjers WLAN inklusive“, erläutert Weber. Mit dieser können Kunden an ausgewählten Orten in Schneverdingen und Neuenkirchen unbegrenzt mobil im Internet surfen.

Der Strompreis setzt sich zu 75 Prozent aus staatlich festgelegten Preisbestandteilen, wie Netzentgelte, Stromsteuer oder EEG-Umlage zusammen. Nur 25 Prozent des Strompreises entfallen auf Beschaffung, Verwaltung und Service. Nur auf den letzteren und kleinsten Anteil haben die Heidjers Stadtwerke bedingt Einfluss. Ein wesentlicher Kostentreiber bei Strom ist der Ausbau der Übertragungsnetze. Dieser ist für das Gelingen der Energiewende und eine weiterhin hohe Versorgungsqualität erforderlich. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist Schwankungen unterworfen. Netzbetreiber müssen Ungleichgewichte zwischen Angebot und Bedarf in Echtzeit ausgleichen, um Störungen zu vermeiden. Das erfordert bei fortschreitender Energie und einem weiteren Zubau von dezentralen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ein leistungsfähiges Netz und eine hochintelligente Steuerung.

Die regionalen Anforderungen an den Netzausbau für die Energiewende sind unterschiedlich. Dies führte in der Vergangenheit zu stark unterschiedlichen Netzentgelten in Deutschland. Verbraucher tragen die Netzkosten über anteilige Gebühren für die Netznutzung. Mit dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMOG) möchte der Gesetzgeber im Zeitraum von 2019 bis 2022 die Netzentgelte bundesweit angleichen. Durch die Anpassung werden die Preise in Nord- und Ostdeutschland mittelfristig sinken. In West- und Süddeutschland dagegen dürften die Netzentgelte eher steigen. Dies wird alle Netzbetreiber in den kommenden Jahren betreffen.

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