Symbol der Hoffnung in Zeiten der Krise

Schneverdinger Grundschule am Pietzmoor ist dritte VNP-Partnerschule

Symbol der Hoffnung in Zeiten der Krise

Dort wo sonst in den Pausen Mädchen und Jungen umherwuseln und für eine entsprechende Geräuschkulisse sorgen, herrschte am vergangenen Dienstag gespenstische Stille. Kein Kinderlachen war in der Schneverdinger Grundschule am Pietzmoor zu hören, kein fröhliches „Geschnatter“. Schule und Schulhof waren wie leergefegt. Nachdem in Niedersachsen alle Schulen und Kindertagesstätten geschlossen worden sind, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, ist es ruhig geworden in den Lehranstalten. Deren Leitungen und die Kollegien halten in den Einrichtungen die Stellung, so auch Doris Rensch. Angesichts der gespenstischen Stimmung im alles andere als gewohnten Schulalltag hatte der Termin am vergangenen Dienstag in „ihrer“ Schule schon fast etwas Symbolisches. Gemeinsam mit Mathias Zimmermann und Johannes Buhr von der Stiftung Verein Naturschutzpark (VNP) pflanzte die Schulleiterin auf dem Schulhof einen Apfelbaum. Anlass der Aktion: die Grundschule am Pietzmoor ist die dritte VNP-Partnerschule.

Damit diese Kooperation auch nach außen sichtbar gemacht werden kann, überreichten Mathias Zimmermann, Geschäftsführer der VNP-Stiftung Naturschutzpark, sowie Johannes Buhr, VNP-Fachbereichsleiter für Umweltbildung und Naturschutz, eine entsprechende Plakette, die am Schulgebäude angebracht werden kann. Und wie künftig der Apfelbaum, so soll auch diese Zusammenarbeit möglichst schnell Früchte tragen.

„Wir möchten die Schulkinder ideologiefrei für den Naturschutz begeistern, damit sie sich für ihre Heimat einsetzen“, betonte Zimmermann. Die Grundschule in der Ernst-Dax-Straße liege in unmittelbarer Nähe zum Pietzmoor und zur Heide und sei somit besonders gut als Partnerschule geeignet. Zudem arbeiteten die VNP-Stiftung und die Grundschule am Pietzmoor bereits seit geraumer Zeit in der Umweltbildung zusammen. So habe es zum Beispiel im Rahmen des Schulprogramms des VNP verschiedene Arbeitsgruppen gegeben, die sich unterschiedlichen Themenschwerpunkten gewidmet hätten, etwa der heimischen Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Das Interesse junger Menschen an der Umwelt zu wecken, das geht natürlich am besten draußen an der frischen Luft durch unmittelbares Mitmachen, zum Beispiel beim Entkusseln der Heideflächen. Die Kinder packen mit an und sehen anschließend, was sie geleistet haben. So sollen laut VNP „positive Naturerfahrungen und naturkundliches und kulturhistorisches Wissen als Bildung für eine nachhaltige Entwicklung vermittelt werden. Die Kinder sollen in die spannende Welt der Flora und Fauna, der Land- und Forstwirtschaft sowie des Umweltschutzes eingeführt werden.“

Ein Instrument dazu, das sich bewährt hat, ist der Schaulbauernhof in Wilsede. Seit 2014 hat dieser das Ziel, so Zimmermann, „junge Menschen über das Vehikel bäuerliche Landwirtschaft an den Natur- und Umweltschutz heranzuführen.“ Das Schulbauernhofprogramm der VNP-Stiftung Naturschutzpark richtet sich an 3. bis 6. Schulklassen. Auf dem Hillmershof ist pro Aufenthalt, der jeweils fünf Tage dauert, montags bis freitags immer nur eine Klasse untergebracht. Eine Kombination aus Kleingruppenarbeit und gemeinsamen Aktionen soll auf dem Hof auch den sozialen Zusammenhalt in der Klasse stärken. Diese wird dazu in Kleingruppen mit jeweils vier bis fünf Schülern aufgeteilt, die für die Zeit des Aufenthalts als festes Team die verschiedenen Arbeitsbereiche durchlaufen. Unter Anleitung und je nach Wetter und Saison übernehmen die Teams praktische Aufgaben im Stall, im Garten, auf dem Acker, im Wald, auf der Wiese, am Bienenzaun und in der Hofküche. Dabei wird „richtig“ gearbeitet, sei es beim Füttern der Tiere oder beim Ausmisten des Stalls. Auch Pflanzen, Ernten, Kochen und Backen gehören zu den Tätigkeiten. Auf diese Weise, so Zimmermann, lernten die Kinder etwas über die Verantwortung in der Nutztierhaltung, zudem wachse der Respekt vor Lebensmitteln und deren Produktion im allgemeinen.

Neben diesem „Unterrichtsstoff“ runden Aktivitäten im Klassenverband das Programm ab. Zusammen am Lagerfeuer sitzen und Stockbrot backen, eine Kutschfahrt genießen, eine spannende Nachtwanderung machen oder auch spielen und toben im großen Naturgarten - das dürfte wohl fast jeder Schüler und jede Schülerin prima finden. Die Grundschule am Pietzmoor hat dieses Angebot bereits in Anspruch genommen. Vor rund eineinhalb Jahren war eine dritte Klasse für fünf Tage auf dem Schulbauernhof zu Gast, gefördert von der Bingo-Umweltstiftung im Rahmen der Naturschutzwoche für Kinder. „Die Menschen, die dort arbeiten, waren alle toll“, so Schulleiterin Rensch. Und so freut sie sich, dass die Zusammenarbeit mit dem VNP künftig sogar intensiviert wird. Angedacht seien zahlreiche Projekte, „möglichst auch im Ganztagsbereich.“ Von der Gestaltung eines Insektenhotels bis hin zur Anpflanzung von Buschwerk und einer Hecke auf dem Schulhof seien viele Maßnahmen denkbar.

„So etwas kann man sehr gut mit Schülern machen“, unterstrich Zimmermann. Der VNP werde alle Maßnahmen wie auch bei den anderen beiden Partnerschulen in Bispingen und Hanstedt gern fachkundig unterstützen: „Uns ist wichtig, dass die Partnerschaft mehr ist als nur das Kooperationspapier und das Schild. Und darum kümmern wir uns als VNP intensiv. Das kann ich versprechen: Da läuft richtig was.“ Bleibt zu hoffen, dass die Coronakrise schnellstmöglich bewältigt wird, damit solchen gemeinschaftlichen Aktivitäten schon bald nichts mehr im Wege steht.

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