Tierschutzverein löst sich auf

Zum Jahresende ist in Schneverdingen Schluss / Spendenschecks überreicht

Tierschutzverein löst sich auf

Es hat sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet, nun ist tatsächlich Schluss: Der Schneverdinger Tierschutzverein löst sich zum Jahresende auf. „Das ist sehr schade“, bedauert Schatzmeister Wolfgang Berndt. Die Zahl der Mitglieder sei jedoch von rund 200 in den vergangenen Jahren auf um die 80 geschrumpft.

Tierärztin Dr. Renate Carstensen, in einer Internet-Bewertung als „Der personifizierte Tierschutz in Schneverdingen“ bezeichnet, hatte den Verein im Jahr 1983 mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern gegründet. In den vergangenen Jahren wirkte sich jedoch zunehmend der demografische Wandel auf die Vereinsstruktur aus. Ältere Mitglieder verstarben, nur wenige neue und jüngere Mitglieder kamen hinzu. Eine Entwicklung, die auch in vielen anderen Bereichen zu spüren ist, haben doch zum Beispiel auch Chöre, Kegel-Clubs und etliche andere Vereine und Gruppen Nachwuchssorgen. Nun also auch der Schneverdinger Tierschutzverein.

Vorsitzender Werner Faust, seit mehr als 20 Jahren im Amt, hatte sich im Sommer dieses Jahres aus persönlichen Gründen aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin konnte aus den Reihen der verbliebenen Mitglieder nicht gefunden werden. Und so beschlossen diese in ihrer Jahreshauptversammlung am 29. September dieses Jahres einstimmig die Auflösung des Vereins - „schweren Herzens“, wie Berndt betont.

Da es in Schneverdingen kein Tierheim gibt, war man in der Heideblütenstadt viele Jahre zunächst auf das Tierheim des Soltauer Tierschutzvereins in Tiegen angewiesen und in den vergangenen Jahren auf die Wildtierhilfe Lüneburger Heide auf dem Emhof bei Soltau. Am gestrigen Donnerstag überreichte Schatzmeister Berndt Spendenschecks an Vertreterinnen der beiden Einrichtungen.

Stellvertretend für die Wildtierhilfe nahm Vorsitzende Diana Erdmann einen Scheck über 3.500 Euro entgegen, für den Tierschutzverein Soltau dessen stellvertretende Vorsitzende Rebekka Borchert einen weiteren über 1.000 Euro. Das Geld stammt aus der Kasse des sich auflösenden Vereins. „Wir wollten, dass es hier in der Region bleibt“, unterstreicht Berndt. Er hofft, dass die Tierfreunde aus Schneverdingen künftig diese beiden Einrichtungen unterstützen, denn: „Der Tierschutz ist und bleibt ein wichtiges Thema. Tiere haben keine Lobby.“

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