„Tolle Impressionen“ am laufenden Band

Andreas Schütte dreht in Schneverdingen Imagefilm für die Stadt GmbH

„Tolle Impressionen“ am laufenden Band

Wenn Superhelden wie Spiderman oder Batman es in den Hollywood-Blockbustern mit den verschiedensten Schurken aufnehmen, dann finden die Dreharbeiten überwiegend „im Grünen“ statt. Die Schauspieler agieren allerdings nicht im Freien, sondern in gigantischen Studios vor dem sogenannten Greenscreen. Sind die Szenen mit den Protagonisten im Kasten, dann beginnt die Arbeit der Fachleute, die am Computer all das entstehen lassen, was sich der Regisseur oder die Regisseurin ausgedacht hat. Computer Generated Imagery (CGI) heißt das in der Fachsprache - und dank moderner Technik sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos. Der Film, der gerade in Schneverdingen gedreht wird, wird ebenfalls am Computer geschnitten, dabei allerdings ohne ausufernde Spezialeffekte auskommen. Regisseur Andreas Schütte setzt vielmehr auf das, was die Heideblütenstadt auszeichnet und dreht viele Szenen im „richtigen“ Grünen.

„Es geht in dem zwei- bis dreiminütigem Imagefilm darum, die Vorzüge des Lebens, Wohnens und Arbeitens in Schneverdingen zu zeigen“, erklärt der 42-jährige Wahl-Hamburger. Der Beitrag für und über die Stadt Schneverdingen soll Lust auf „Snevern“ machen, richtet sich, wie er sagt, „zum Beispiel an Städter, die aufs Land ziehen wollen.“

„Ich möchte zeigen, wie gut man in der Metropolregion leben kann“, so Schütte. Dabei kommen ihm seine Wurzeln zugute, ist der Film- und Videoproduzent doch in Schneverdingen aufgewachsen und in der Heideblütenstadt „sehr gut vernetzt.“ Er hat sich vor rund 15 Jahren selbstständig gemacht, ist im Image- und Eventvideobereich sowie in der Filmproduktion tätig. Als Kameramann, Assistent, Beleuchter und Produzent sowie mit seinen Kenntnissen in Sachen Postproduktion bietet Schütte alles aus einer Hand. In der Heideblütenstadt hat er unter anderem Filme für die Künstlerin Lilo Schmidt-Wiedenroth gedreht, für traditionsreiche Unternehmen sowie für den Kulturverein Schneverdingen. Nun produziert er erstmals einen Film für die Wohnungsbau-, Ansiedlungs- und Fremdenverkehrsgesellschaft Schneverdingen (Stadt GmbH) - und zwar äußerst gern, wie er betont: „Ich freue mich immer, wenn ich etwas in und für Schneverdingen machen kann. Die Stadt hat viele schöne Plätze. Und sie entwickelt sich ständig weiter, es gibt immer wieder neue, interessante Spots. Es ist schon eine tolle Stadt.“

Und genau deshalb liegt es ihm am Herzen, die schönsten Ecken Schneverdingens werbewirksam in Szene zu setzen, aber auch die Einwohnerinnen und Einwohner. Für einige wenige Szenen hat er Heidjer als Darsteller angeheuert, denen es sichtlich Spaß macht, sich in der Produktion vor der Kamera zu engagieren. Das zeigt sich auch am vergangenen Mittwoch in einem Neubaugebiet, in dem Schütte und ein Helfer „Familienszenen“ drehen. Da sitzt die schwangere Mutter mit ihrer Tochter draußen am Tisch auf der Terrasse, den Laptop vor sich aufgeklappt, das Smartphone liegt daneben. Während „Mama“ am Rechner arbeitet, lässt sich die Tochter frische Erdbeeren und Blaubeeren schmecken.“

„Es soll gezeigt werden, dass in Schneverdingen dank schnellem Internet Homeoffice problemlos möglich ist“, erklärt Schütte, nachdem die ersten Szenen „im Kasten“ sind. Und weiter geht es im Garten des Einfamilienhauses, das die Besitzer für die Dreharbeiten zur Verfügung stellen. Ein Vater spielt mit seiner Tochter, die auf dem Rasen stolz ihre Fähigkeiten auf dem Laufrad unter Beweis stellt. Auch Aufnahmen mit der „Familienkutsche“ vor dem Haus stehen auf dem Programm. Später folgen diverse „Location“-Wechsel. Bei bestem Wetter und recht hohen Temperaturen wartet an diesem Tag noch ein umfangreiches Programm auf die Filmemacher. Nachmittags geht es zunächst zum Schnuckengolf im Walter-Peters-Park. Weitere Szenen entstehen mit den Elektro-Rollern der Heidjers Stadtwerke, in der Abendstimmung im Camp Reinsehlen und danach in der Dämmerung im Pietzmoor. Insgesamt 13 Stunden sind Schütte und sein Helfer auf den Beinen.

„Wir haben kein Drehbuch, sondern verschiedene Stationen, an denen wir Impressionen einfangen. Der Dreh mit der Familie war der einzige, der etwas gestellter war“, erläutert der Filmemacher. „Material“ für den Film sammelt er bereits seit längerem, unter anderem auch bei Veranstaltungen, zum Beispiel auf dem Theeshof. In bewegten Bildern möchte er die Heideblütenstadt mit all ihren Facetten präsentieren: Natur, Kultur, Wirtschaft und Handel, Vereinsleben, Tradition, Freizeit und Sport sind einige Schlagworte: „Wir zeigen den Einzelhandel, Familienleben, Veranstaltungen, Naherholung im Höpen, den Schafstall am Heidegarten, das Hallenbad, Klassik im Atelier de Bruycker, Outdoor-Fitness beim TV Jahn, Industrie bei Smurfit Kappa, Handwerk bei der Reetdachdeckerei, E-Schwalben der Stadtwerke, den Bürgerbus, das Sportzentrum mit Stadion im Osterwald, ‚Bio‘ auf dem Wochenmarkt, Unverpacktes im Geschäft Tante Mienchen, die Heidebahn und den HVV“, so Schütte. „Ziel ist es, eine emotionale Aneinanderreihung von tollen Impressionen zu erreichen“, erläutert der Filmemacher. Es gebe also keine Story und auch keinen Sprecher, „nur emotionale Bilder, die den Zuschauer neugierig machen sollen. Wie auf Instagram. Das ist quasi eine moderne Umsetzung eines Imagevideos.“

Schütte geht davon aus, dass er den Zwei- bis Dreiminüter aus insgesamt vier bis fünf Stunden Material zusammenschneiden wird. Rund eine Woche wird er benötigen, um das Ganze zunächst zu sichten und eine Rohschnittfassung zu erstellen. Diese wird dann den Vertreterinnen und Vertretern der Stadt GmbH präsentiert, damit gegebenenfalls Änderungswünsche realisiert werden können. Anschließend geht es an die Endfassung. Schütte hofft, dass der Film zum Ende des Jahres fertig sein wird.

Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens ist schon gespannt auf das Ergebnis. Schließlich habe die Stadt GmbH das Projekt bereits vor längerem in Auftrag gegeben, dann jedoch sei die Corona-Pandemie dazwischengekommen. Um so erfreulicher sei es, dass die Umsetzung nun in vollem Gange sei. „Uns geht es nicht um die Heidekönigin und die Heide, denn touristische Filme haben wir bereits genug. Schneverdingen hat soviel mehr zu bieten: Gewerbe, Schulen, Kitas, Kultur, Sport. Es geht um Lebensqualität. Wie lebt man in Schneverdingen? Das wollen wir zeigen“, so die Bürgermeisterin. Zielgruppe seien vorrangig Interessierte, die mit dem Gedanken spielten, sich in der Heideblütenstadt ein Grundstück zu kaufen. Moog-Steffens: „Wir wollen deutlich machen, dass wir hier eine tolle Landschaft haben - das aber längst nicht alles ist.“

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