„Wahnsinnig tolle Ideen“

Peter Brauchle, Ralf Leidinger und weitere Künstler und Künstlerinnen am 1. Mai bei Lilo Schmidt-Wiedenroth in Schneverdingen zu Gast

„Wahnsinnig tolle Ideen“

Im Garten der Schneverdinger Künstlerin Lilo Schmidt-Wiedenroth blühen sie bereits, die Krokusse, Osterglocken und Schneeglöckchen. Ihr Skulpturengarten hingegen ist derzeit noch im Winterschlaf, soll aber schon bald wachsen und gedeihen. Die drei neuen Schuppen, die dort inzwischen aufgebaut worden sind, sind natürlich keine „große Kunst“, aber überaus nützlich, um den Skulpturen im Winter ein Dach über dem Kopf bieten beziehungsweise Arbeitsgeräte darin verstauen zu können. Nachdem die „Häuslebauer“ ihre Arbeit getan haben, sind nun noch weitere „Baustellen“ in Angriff zu nehmen. Am kleinen Fischteich soll eine neue Terrasse entstehen, zudem ein neuer Zaun aufgestellt werden. Doch nicht nur am „Drumherum“ wird eifrig gewerkelt, auch im Skulpturengarten selbst wird sich laut Schmidt-Wiedenroth einiges verändern. „Wir investieren in Qualität“, betont die Künstlerin. Und so freut sie sich schon jetzt auf ihre Ausstellung am 1. Mai, zu der sie die Künstler Ralf Leidinger und Peter Brauchle erwartet und bei der etliche Arbeiten weiterer Künstlerinnen und Künstler zu sehen sein werden.

Von Leidinger stammt die große Metallskulptur, der mehr als drei Meter hohe Blickfang im Garten der Schneverdingerin. Er hat bereits in ihrer Galerie „Rotes Sofa“ Bilder ausgestellt und ist vor allem bekannt für seinen Stil „Body-Lines“ (HK berichtete). Peter Brauchle hingegen ist kein „alter Bekannter“, vielmehr hat Schmidt-Wiedenroth seine Arbeiten im Internet entdeckt. „Ich habe dann sofort Kontakt mit ihm aufgenommen und gefragt, ober er nicht in Schneverdingen ausstellen möchte“, berichtet die Malerin und Bildhauerin. Brauchle habe, so die Künstlerin, „wahnsinnig tolle Ideen.“ Der deutsche Bildhauer wurde im Juli 1970 in Weil am Rhein geboren. Von 1987 bis 1990 absolvierte er in Mainz eine Ausbildung zum Steinbildhauer. Bereits seit 1997 ist er freischaffend tätig, lebt und arbeitet in Lustadt in Rheinland-Pfalz. Für seine Skulpturen verwendet er bevorzugt die Materialien Bronze, Aluminium, Stein und Beton, arbeitet aber auch mit Latex. Große Skulpturen und Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum gehören ebenso zu seinem Portfolio wie kleine, filgrane Objekte. Brauchle hat bereits Preise und Wettbewerbe im Bereich Kunst am Bau und bei Symposien gewonnen. So ist der Skulpteur zum Beispiel Preisträger 2014 des Marmorsymposiums Laas (Italien) und Preisträger des Kunstforums Forst 2008 im Bereich Objektkunst.

Einige Skulpturen des Bildhauers befinden sich bereits im Atelier der Schneverdinger Künstlerin. Zwei große Arbeiten zeigen kurvige Frauentorsi, die sich in etwa als Mischung aus afrikanischem Holzskulpturenstil und futuristischem Artdesign à la H. R. Giger beschreiben lassen. Schmidt-Wiedenroth ist begeistert von den Arbeiten und zudem der Meinung, „dass sie sehr gut zu den ‚Streifen-Bildern‘ von Ralf Leidinger passen.“

Deshalb freut sie sich darauf, beide Künstler am 1. Mai in ihrem Atelier und Garten begrüßen zu können. Die Eröffnung beginnt um 11 Uhr und wird von Klaus Haaker musikalisch umrahmt. Zu sehen sind neben den Bildern und Skulpturen von Leidunger und Brauchle auch etliche Arbeiten weiterer Künstlerinnen und Künstler, von denen ebenfalls einige vor Ort sein werden.

So dürfen sich Besucher unter anderem auf Arbeiten von Wolfgang Cordes (Holz und Metall), Wladimir Rudolf (Holzskulpturen), Andrea Anderseck (Blattgold-Metallskulpturen) und viele weitere Kunstwerke freuen. Natürlich stellen auch die beiden Gastgeber ihre Arbeiten aus: Lilo Schmidt-Wiedenroth zeigt Alabaster- und Ytongskulpturen sowie Malerei, Ingo Schreiber spezielle Objekte, in denen besondere Erden verarbeitet sind. Zudem bietet Schmidt-Wiedenroth ihren neuen Kalender 2021, der, nummeriert und signiert, in einer Auflage von 100 Exemplaren erscheint. Dazu passend gibt es eine Weinedition mit Motiven aus dem Kalender.

Eingebettet ist die Ausstellung in die Veranstaltung „Offene Werkräume“ des Schneverdinger Kulturvereins, die traditionell am 1. Mai auf dem Programm steht. „Wir erwarten viele interessierte Gäste“, so Schmidt-Wiedenroth.

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