„Wo ist der Notausgang?“

SPD debattiert mit Zinke und Schreiner zum Klimawandel

„Wo ist der Notausgang?“

Die Mitgliederversammlung der SPD Schneverdingen stand ganz im Zeichen der Debatte zum Klimawandel. Am 50. Jahrestag der Kanzlerwahl Willy Brandts leitete die Vorsitzende Tatjana Bautsch die Zusammenkunft mit einem dazu passenden Zitat des langjährigen Parteivorsitzenden ein. „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum - besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, daß jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“

Zunächst gab es kurze Berichte über aktuelle Themen aus der SPD-Stadtratsfraktion von Rolf Weinreich, unter anderem zu zusätzlichen Kita-Bauten und nötiger Modernisierung von Feuerwachen, weitere Berichte aus dem SPD-Ortsverein und der Heidekreis-SPD von Tatjana Bautsch und exemplarisch zwei Themen der Kreistagsfraktion vom Vorsitzenden Sebastian Zinke zu innovativen Ideen für den ÖPNV und die elektronische Datenverarbeitung von Behörden und Schulen im Heidekreis. Auf beiden kommunalen Ebenen stehen die Haushaltsberatungen für 2020 im November an.

Anschließend ging es ums große Ganze und deutlich längere Zeiträume: Als Wissenschaftler war der ehemalige Leiter der NNA, Dr. Johann Schreiner eingeladen, den Parteimitgliedern fundierte Erkenntnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen zum Klimawandel vorzutragen. Zunächst wies Schreiner anhand diverser Grafiken die Dramatik des zweifelsfrei durch menschliches Handeln verursachten CO²-Anstieg und seiner Klimawandelfolgen nach.

Bei der Landbewirtschaftung habe Niedersachsen insbesondere beim Moorschutz eine besonders große Verantwortung. Diese Böden gäben riesige Mengen CO² aus längst vergangenen Jahrtausenden ab, wenn sie beackert oder abgetorft würden, ebenso müsse die Verbrennung fossiler Brennstoffe beendet werden.

Schreiner forderte anhand vieler praktischer Beispiele zu bewussten Veränderungen auf bei Konsum, Energienutzung, Mobilität, Bauen, Reisen, vor allem aber auch bei politischen Entscheidungen. Die Welt schaue auf Deutschland, man habe als größte Volkswirtschaft Europas eine besondere Verantwortung und Vorreiterrolle. Sebastian Zinke nahm den Faden auf, berichtete über aktuelle Debatten im Landtag und einen Besuch der Landtagsfraktion beim VW Betriebsrat in Wolfsburg, wo das Ende von Verbrennungsmotoren große Umwälzungen mit sich bringen wird. Im Novemberplenum werde der Klimaschutz als Staatsziel in die Niedersächsische Verfassung eingebracht.

Eine lebhafte Debatte entspann sich, es ging um das Für und Wider von Elektromobilität, die Energiewende, um Wasserstoff, dessen Umwandlung in Methan und vieles anderes mehr. Keine Einigkeit gab es unter den Anwesenden zum Beispiel beim Thema Tempolimit. Zinke zeigte sich optimistisch, dass ein Wandel zu klimagerechterem Handeln keine dramatischen Einbußen beim Lebensstandard mit sich bringen müsse.

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