Konzentration bis zum „Klick“

Neues Lichtpunktgewehr für die boomende Kinder- und Jugendgruppe des Schützenvereins Schülern

Konzentration bis zum „Klick“

Sie kann es kaum erwarten, loszulegen, doch zunächst bringt Jugendwart Sascha Meyer die Auflage in die richtige Position. Dann greift die achtjährige Lina zum Gewehr, nimmt den Finger an den Abzug und konzentriert sich. Ruhig visiert sie das sich in zehn Meter Entfernung befindende Ziel an. Ein Klick-Geräusch macht deutlich, dass sie „geschossen“ hat. Auf dem kleinen Bildschirm links neben ihr sieht sie sogleich das Resultat. „Das war ein Volltreffer, eine Zehn“, lobt Meyer die junge Schützin am vergangenen Freitag auf dem Schießstand im Schützenhaus des Vereins. Und Lina kann sofort erneut das Ziel anvisieren, denn das Gewehr muss nicht nachgeladen werden. Anstatt mit Munition „schießt“ es mit Licht. Der Schützenverein Schülern von 1926 hat das Lichtpunktgewehr jüngst mit finanzieller Unterstützung der Schneverdinger Kreissparkassenfiliale beschafft. Die Kinder- und Jugendgruppe boomt, das bereits vorhandene Exemplar reichte für die gestiegene Zahl junger Mädchen und Jungen, die im Verein an den Schießsport herangeführt werden, nicht mehr aus.

Vor einigen Jahren sah es deutlich schlechter aus, was den Nachwuchs im Schützenverein Schülern angeht. Nachdem einige Aktive altersbedingt zu den Erwachsenen gewechselt waren, tendierte die Zahl der ganz jungen Schützen phasenweise gen Null. „Die Jugend aber ist wichtig für uns alle“, betont Sascha Meyer, seit 2016 Jugendwart des Vereins. Er hatte sich damals auf die Fahnen geschrieben, die Jugendarbeit zu intensivieren und den Nachwuchs für diesen Sport zu begeistern. „Ich habe mir gedacht, dass es besser ist, die Kinder zu uns zu holen, bevor sie vielleicht auf der Straße Blödsinn machen“, berichtet der Jugendwart am vergangenen Freitag im Schützenhaus.

Die Bemühungen des Vereins um den 1. Vorsitzenden Hans-Jürgen Dittmer trugen tatsächlich Früchte, denn inzwischen sind 22 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 19 Jahren in der Kinder- und Jugendgruppe aktiv, die einmal wöchentlich donnerstags ab 17.30 Uhr für rund zwei Stunden auf dem Schießstand üben. „Wenn sich Kinder auf ein Ziel fokussieren und konzentrieren können, dann hilft ihnen das sicher auch in der Schule“, unterstreicht Meyer.

Die untere gesetzliche Altersgrenze für den Schießsport mit Waffen - außer beim Bogenschießen - liegt bei zwölf Jahren. „Wenn die Kinder aber zwölf, 13 oder 14 Jahre alt sind, dann braucht man eigentlich nicht mehr anzufangen“, so Meyer.

„Früh übt sich“ gilt eben auch für Schützen. Und hier kommen die Lichtpunktgeräte ins Spiel. Weil es sich nicht um Schusswaffen beziehungsweise Waffen handelt, dürfen sie von Aktiven aller Altersstufen benutzt werden. Die beim Schützenverein Schülern benutzten Lichtpunktgewehre haben die Laserklasse 1. Das bedeutet, dass der Lichtstrahl ungefährlich ist und Verletzungen somit ausgeschlossen sind. Ein weiterer Vorteil des Lichtpunktgewehrs, kurz LPG genannt, ist, dass das Ergebnis in Nullkommanichts elektronisch auf einem Bildschirm angezeigt wird. Das bietet optimale Möglichkeiten zum realistischen Training, weshalb auch Erwachsene und „Profis“ gern mit dieser Technik üben.

Der Schützenverein Schülern hat rund 120 Mitglieder und freut sich über die positive Entwicklung im Kinder- und Jugendbereich. „Mit einem zweiten Lichtpunktgewehr sind wir jetzt deutlich besser aufgestellt“, betont Vorsitzender Dittmer. Rund 250 Euro zur Anschaffung haben die Schützen der Schneverdinger Ortschaft durch Spenden zusammenbekommen. Die Kreissparkasse, die dem Verein auch beim Kauf des ersten LPG finanziell unter die Arme gegriffen hatte, steuerte 600 Euro bei. „Wenn finanzielles Engagement der Vereine dabei ist, unterstützen wir so etwas natürlich immer wieder gern“, betont Timo Balke, Leiter der Schneverdinger KSK-Filiale. Dann lässt er sich von den Kindern und ihren Betreuern zeigen, wie das neue Lichtpunktgewehr funktioniert.

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