Ein offenbar stark alkoholisierter 66-Jähriger fuhr am vergangenen Freitagabend, dem 27. Februar, in der Nähe des Bahnhofs Schwarmstedt mit seinem Fahrrad auf einem Weg, der parallel zur Bahnstrecke von Hannover nach Buchholz verläuft. Als der Mann schließlich ins Gleisbett stürzte, hatte er Glück im Unglück: Der Lokführer eines herannahenden Regionalzuges konnte noch rechtzeitig bremsen. Die Uelzener Bundespolizei ermittelt nun gegen den Fahrradfahrer aus Schwarmstedt.
„Gegen 22.45 Uhr bemerkte der Lokführer des Start-Reisezugs 14436 den offensichtlich alkoholisierten Fahrradfahrer. Dieser fuhr in Schlangenlinien einen Weg entlang der Gleise. Als er plötzlich die Kontrolle über sein Fahrrad verlor und über den Grünstreifen in Richtung der Gleise fuhr, leitete der Lokführer die Schnellbremsung seines Zuges ein. Der Radler geriet ins Gleisbett, stürzte und blieb mit dem Kopf auf dem Schienenstrang liegen“, berichtet eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Bremen. „Durch die bereits eingeleitete Schnellbremsung des Zuges, der in diesem Bereich mit circa 50 bis 60 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen ist, kam dieser noch rechtzeitig vor der verunfallten Person zum Stehen. Der Mann musste mit mehreren Platz- und Schürfwunden am Kopf zur weiteren Behandlung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht werden.“
Während der Sachverhaltsaufnahme durch die Uelzener Bundespolizisten war das Gleis bis zum 28. Februar um 0.28 Uhr gesperrt. Dadurch kam es bei vier Zügen zu erheblichen Zugverspätungen, die sich insgesamt auf nahezu 400 Minuten summierten.
„Die Reisenden im Zug blieben unverletzt, mussten ihre Reise jedoch mit Taxis fortsetzen. Den 66-jährigen Schwarmstedter erwartet nun eine Strafanzeige wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“, so die Polizeisprecherin.