Vierbeinige „Mäher“ zum Artenschutz

Neue Wege bei der Grünlandpflege geht das Forstamt Sellhorn. Es setzt als sinnvolle Alternative zum Maschineneinsatz Pferdegespanne zum Mähen ein, um insbesondere dem aktuell grassierenden Insekten- und Bienensterben entgegenzuwirken.

Vierbeinige „Mäher“ zum Artenschutz

Neue Wege bei der Grünlandpflege geht das Forstamt Sellhorn, das neben ausgedehnten Waldflächen auch über etwa 550 Hektar waldfreie Flächen, also Grünland, Weiden, Acker- und Heideflächen, verfügt. Mehr als die Hälfte dieser Flächen sind an örtliche Landwirte verpachtet. Die andere knappe Hälfte wird vom Forstamt Sellhorn in Eigenregie gepflegt und bewirtschaftet.

Vor dem Hintergrund des Insektensterbens und der Artenverarmung ist es das erklärte Ziel des Forstamtes Sellhorn, auch die Grünländereien durch angepaßte Bewirtschaftungsmethoden ökologisch aufzuwerten. Durch viele kleine Maßnahmen soll es auf diesen Flächen gelingen, die Biodiversität deutlich zu erhöhen und im gleichen Zuge hochwertiges Futterheu zu produzieren. Unter anderem wird auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Stickstoffdünger verzichtet, der Zeitpunkt der Pflegeeingriffe optimal gewählt und angepaßte Technik eingesetzt. Pferdegespanne werden das Mähen übernehmen.

Reinhold Bode, Verwaltungsdezernent im Forstamt Sellhorn erklärt: „Wir möchten mit dem Projekt hier im Forstamtsbereich eine gewisse Vorreiterrolle übernehmen. Mit Blick auf den Pferdeeinsatz in der Grünlandpflege möchte ich betonen, daß wir viele für den Naturschutz sensible Bereiche haben, dort ist der Einsatz der Pferde eine sinnvolle Alternative zum Maschineneinsatz. Die mit den Pferden zu bearbeitenden Grünflächen sind besondere Lebensgemeinschaften, auf denen je nach Standort, seltene Amphibien, Insekten und Wildbienen leben. Das Mähen der Flächen im Pferdetempo erfolgt viel langsamer, die Tiere der Wiesenlebensgemeinschaft haben so bei der Mahd gute Überlebenschancen und Möglichkeiten zur Flucht oder zum Ausweichen. Wir möchten damit unseren Betrag dazu leisten, um insbesondere dem aktuell grassierenden Insekten- und Bienensterben entgegenzuwirken. Der Artenschutz ist mir persönlich als Kooperationspartner der Initiative ‚Die Region Lüneburg summt‘ eine Herzensangelegenheit.“

Das Forstamt Sellhorn wird die so bewirtschafteten Flächen in ihrer Entwicklung in den kommenden Jahren beobachten und hofft auf nachweislich positive Entwicklungen für die Artenvielfalt auf den Wiesenflächen. Das Projekt soll zudem wissenschaftlich durch ein Monitoring begleitet werden. Dazu wurden Kontakte zu verschiedenen Hochschulen aufgenommen.

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