1979 DJ „per Zufall“ - jetzt feiert Gunther Landig Jubiläum

40 Jahre Discjockey: „The very best of SFA“ mit „DJ Gun Land“ am 9. November in der Alten Reithalle in Soltau

1979 DJ „per Zufall“ - jetzt feiert Gunther Landig Jubiläum

Seine erste Platte? Da muss Gunther Landig nicht lang überlegen: „Das war ein Titel von ‚Roxy Music‘ – natürlich als Single.“ Das ist schon lange her: Vinyl-Scheiben waren die Tonträger jener Zeit, als die CD noch nicht erfunden war, die Idee vom Musikdownload in den Bereich der Science-Fiction fiel und Landig noch gar nicht daran dachte, einmal Discjockey zu werden. Doch genau das passierte, „mehr oder weniger durch einen Zufall“, erinnert sich der heute 56jährige, „als ich im November 1979 einspringen sollte, weil ein DJ der ehemaligen Soltauer Diskothek ‚Sahara‘ ausgefallen war.“ So drehte er vor vier Jahrzehnten erstmals vor Publikum am Plattenteller – und startete bald seine Karriere als „DJ Gun Land“, der seither Generationen in „Kaktus“ und „Welcome“ vor allem mit seinem Independent-Musik-Mix bewegt und begeistert hat. Sein 40jähriges Jubiläum als Discjockey möchte er nun groß feiern – und zwar ganz groß: Am kommenden Samstag, dem 9. November, bringt er ab 21 Uhr (Einlass ab 20 Uhr) mit „The very best of SFA“ noch einmal die Massen in der Alten Reithalle in Soltau zusammen – und sicher auch zum Toben.

Geboren in Lüneburg, erlebte Landig seine Jugend in Soltau. Dort war er in den 1970er Jahren oft zu Besuch im „Mauseloch“, dem damaligen Jugendzentrum der Böhmestadt: „Hier war ich meist in der Musikecke zu finden, legte Platten auf von ‚America‘, ‚Supertramp‘, den ‚Eagles‘ und anderen Bands, sorgte einfach für gute Laune“, so Landig. Highlights für den damals 17jährigen: „die ersten Besuche in der Diskothek ‚Sahara‘.“ Da ging er nicht nur hin, um sich zu amüsieren, sondern auch, um „zu lernen“ – allerdings nicht für die Schule: „Ich stand stets hinter den Discjockeys und schaute ihnen auf die Finger.“

Und plötzlich sollte er nicht nur hinter, sondern selbst am Mischpult stehen: „Der ‚Sahara‘-Betreiber hat mich gewissermaßen vom Jugendzentrum ‚wegengangiert‘, um für einen DJ einzuspringen, der an jenem Tag nicht konnte“, blickt Landig zurück auf seinen ersten echten Einsatz. Und der kam gut an: „Der Abend war gleich ein Erfolg und die Inhaber buchten mich weiter.“ Zwei Jahre später kam dann ein Angebot aus dem „Welcome“ in Hützel, wo er mehr als 20 Jahre lang Platten auflegte. Eine weitere Station war der „Kaktus“ in Soltau-Mittelstendorf.

Alle drei Kult-Lokale existieren schon lange nicht mehr: „Das ‚Sahara‘ schloss im Herbst 1983“, so Landig, der „Kaktus“ wurde 1992 durch ein Feuer vollkommen zerstört, und vom „Welcome“ blieben nach Stationen als „On Air“, „Welcome 2“ und „M-One Club“ noch die Räumlichkeiten und der Name, den auch der dort aktive „KultRaum“-Verein im Titel trägt. Landig blieb bis heute als DJ erfolgreich, brachte Besucher im „Madhouse“ in Hamburg, „Eurostrand“ Fintel sowie „Snow Dome“ und „Center Parcs“ Bispingen ebenso zum Tanzen wie die Gäste unzähliger Hochzeiten und Feiern.

Der Region ist er treu geblieben, wohnt heute in Schneverdingen, und sein hiesiges Publikum möchte er mit „The very best of SFA“ (Karten gibt es im Vorverkauf in Schneverdingen im „La Habana“ und in Soltau in der Buchhandlung Schütte) noch einmal in die Zeit der alten „Indie Nights“ entführen. Denn das breite Feld der Independent-Musik ist nach wie vor sein Steckenpferd, auch wenn sich der DJ ebenso mit nahezu allen anderen Stilen beschäftigt: „Aus dem Bereich Deutsch Hip-Hop gibt es mittlerweile viele spannende Sachen, ebenfalls aus der Weltmusik.“ Eines kommt dem DJ allerdings nicht auf den Plattenteller: „Radio-Einerlei“.

So etwas serviert er seinen Gäste auch nicht am kommenden Samstag in der Alten Reithalle, sondern prägnante Songs aus alten Tagen und einige Neuentdeckungen. Und Landig hofft natürlich auf „alte Bekannte“: „Manche, die sich einst vor meinem Mischpult zum ersten Mal ‚angetanzt‘ haben, treffe ich heute wieder – als verheiratetes Paar mit Kindern“, freut sich der DJ.

Für seine Auftritte muss er längst keine schweren Plattenkisten mehr schleppen – Tausende von Titeln hat er stets im Computer parat. Für ein anderes Projekt arbeitet er aktuell aber wieder mit Vinyl-Scheiben: Eine alte Musikbox, die er vor rund zwei Jahren erstanden hat, bestückt er nach und nach mit seiner „privaten Musikchronik“. „Alles Singles aus meiner alten Zeit“, so Landig – und mit dabei ist sicher auch ein Klassiker von „Roxy Music“.

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