20.000 Euro für „Haus der kleinen Forscher“

Kräftige Finanzspritze vom Förderverein der Soltauer Wirtschaft

20.000 Euro für „Haus der kleinen Forscher“

Kindern stellen sich Tag für Tag spannende „Forschungsfragen“: Wieso schäumt die Zahnpasta beim Zähneputzen? Warum schwimmt die Gummiente in der Badewanne auf dem Wasser? Unermüdlich haben die Kleinen Interesse daran, die Welt zu begreifen und zu erforschen. Und dabei kommen sie ständig mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und technischen Fragen in Berührung. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es wichtiger denn je, Kinder so früh wie möglich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, zu begeistern. Eine Aufgabe, der sich die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ mit Sitz in Berlin verschrieben hat. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern bietet sie bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte fortlaufend dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Im Heidekreis widmet sich seit 2010 das lokale Netzwerk Heidekreis der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ dieser Aufgabe. Weil die Fortsetzung des hiesigen Projekts aus finanziellen Gründen gefährdet war, unterstützt der Förderverein der Soltauer Wirtschaft es jetzt mit einer Spende in Höhe von 20.000 Euro.

Die Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ ist die drittgrößte Deutschlands für den Kita- und Grundschulbereich und hat das Ziel, dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich entgegenzuwirken. Allen Bildungsangeboten der Stiftung liegt der Ansatz des entdeckend-forschenden Lernens zugrunde: Die Kinder gehen schrittweise eigenen Fragen und spannenden Phänomenen nach - ohne zu wissen, wie das Ergebnis ihrer jeweiligen „Nachforschung“ ausfallen wird. Dabei gestalten die pädagogischen Fach- und Lehrkräfte und die Kinder den Lernprozess gemeinsam. Im Mittelpunkt stehen dabei das Entdecken und Forschen. Das lokale Netzwerk Heidekreis der Initiative gibt es seit 2010. Es wird seit 2014 teils ehrenamtlich geführt. Träger ist der eingetragene Verein zur Verbesserung der Bildungschancen im Heidekreis um dessen Vorsitzenden Landrat Manfred Ostermann. Die Fäden des lokalen Netzwerks Heidekreis laufen bei Diplom-Pädagogin Corinna Bautsch zusammen, die das Ganze ehrenamtlich koordiniert. 74 Schulen und Kindertagesstätten haben seit dem Start am Projekt im Heidekreis teilgenommen, zehn Einrichtungen wurden zertifiziert. Wichtig ist der Stiftung in Berlin, dass sich die Fachkräfte und Trainer kontinuierlich weiterbilden, um sich und die Angebote in der MINT-Frühbildung stetig weiterzuentwickeln. Zwar stellt sie den lokalen Netzwerkpartnern Geld für Trainerausbildung und Material zur Verfügung, co-finanziert von der Wirtschaft und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, doch diese Unterstützung reicht nicht aus. Deshalb müssen zusätzlich Spendengelder akquiriert werden. Finanziell wurde es laut Bautsch ab 2018 so richtig eng, zudem habe sich die bisherige Trainerin beruflich umorientiert und stehe dementsprechend nicht mehr zur Verfügung. Gleichzeitig seien die Anforderungen der Stiftung in Berlin an die lokalen Netzwerke, zum Beispiel in Sachen digitales Lernen und Datenschutz, gestiegen. Damit das jeweilige Netzwerk vor Ort von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ anerkannt wird und Einrichtungen, die zertifiziert sind, auch weiterhin re-zertifiziert werden können, müssen Fachkräfte zweimal jährlich fortgebildet werden. Bislang gab es im Heidekreis mindestens vier Workshops jährlich, wobei einer inzwischen rund 1.500 Euro kostet. Wegen des zu knappen Budgets funkte Bautsch schließlich SOS - und ihre Signale wurden vom Förderverein der Soltauer Wirtschaft gehört. Als dessen Vertreter besuchte jüngst André Pannier von der Volksbank Lüneburger Heide, Regionalleiter Mittelstand, Sprecher der Region Heidekreis, die Kita Wiesenstraße in Soltau, die als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert ist. Dort hatten Bautsch und Kita-Leiterin Martina Dahms coronabedingt eine symbolische Spendenübergabe im Freien organisiert, zu der sie neben Pannier und Landrat Ostermann auch die Elternvertreter Alexandra Büngener, Manuela Bartels und Bert Rockmann begrüßten.

Bautsch und Dahms stellten das Projekt und seine Erfolge vor und berichteten, wie sich Kinder auch mit einfachsten Mitteln wie zum Beispiel Kastanien und Eierpappen für Experimente begeistern ließen. Dabei komme auch der Aspekt der Nachhaltigkeit nicht zu kurz, wie Dahms betonte: „Unsere Kinder achten inzwischen sogar gegenseitig darauf, dass nicht zu viele Papiertücher zum Händeabtrocknen benutzt werden.“ Beim Konzept „Haus der Kleinen Forscher“ gelte das Prinzip, dass das jeweilige Kind nichts falsch mache könne. Vielmehr gehe es ganz bewusst um „Versuch und Irrtum“. „Jedes Probieren ist richtig. Das erhält die Faszination am Tun“, so Bautsch. Die natürliche Neugier der Kinder werde gefördert und ihnen dabei nichts von außen aufoktroyiert. Dies stärke nicht zuletzt auch das Selbstvertrauen. „Das allerwichtigste aber ist: Es macht den Kindern Spaß“, unterstrich Dahms.

Pannier hob hervor, warum das Projekt der Soltauer Wirtschaft besonders am Herzen liegt und sie die kräftige Finanzspritze nicht ganz uneigennützig gibt: „Wir können das Niveau in Deutschland nur erhalten, wenn wir auf dem bisherigen Bildungsniveau bleiben und Fachkräfte generieren“, unterstrich er. Umso wichtiger sei es, Kinder frühst möglich für MINT-Themen zu begeistern. Ziel müsse es sein, auch die Grundschulen verstärkt mit ins Boot zu holen, um Mädchen und Jungen auch auf ihrem weiteren Weg kontinuierlich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

Bautsch hofft nun, für das Projekt Ehrenamtliche aus diesen Feldern gewinnen zu können, die sich mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten einbringen möchten. Dies könne zum Beispiel eine pensionierte Ingenieurin sein, oder aber auch ein Hobby-Astronom. Interessierte können sich bei ihr per E-Mail an die Adresse corinnabautsch@email.de melden.

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