„80 Prozent der Fläche schon vermietet“

Umwandlung des Fachmarktzentrums (FMZ) „Soltauer Alm“ in „Vega Soltau“: Planungen nehmen Form an / Bauarbeiten sollen noch im November beginnen

„80 Prozent der Fläche schon vermietet“

Nach der Kaufland-Schließung 2018 wurde die Situation im Fachmarktzentrum (FZM) „Soltauer Alm“ immer schwieriger. „Wenn ein Mieter wie Kaufland mit fast 8.000 Quadratmetern Fläche geht, findet man dafür keinen direkten Ersatz“, erklärt Taner Kenar. Zumindest kein Ersatz gleicher Form, weiß der Leiter Asset Management Deutschland der NATA Germany Immobilien GmbH. Doch das Unternehmen, das den Komplex Ende 2020 gekauft hat, will das Gebäude wieder mit Leben füllen (HK berichtete) - und dabei einen etwas anderen Weg einschlagen als bisher: Statt einem riesigen Vollsortimenter werde es drei große Hauptmieter sowie mehrere mittlere und auch kleinere Geschäfte geben. „Insgesamt rund 30“, kündigt Kenar an, „etwa 80 Prozent der Fläche sind schon vermietet. Die Bauanträge sind gestellt, noch in diesem Jahr im November soll der Umbau beginnen“. Der Leiter Asset Management Deutschland informierte am vergangenen Dienstag mehrere Geschäftsleute der Interessengemeinschaft (IG) Almhöhe sowie Soltaus Bürgermeister Olaf Klang über den Stand der Dinge.

Wie riesig die ehemalige Kaufland-Fläche ist, wird ohne Regale, Kühltruhen, Gänge oder Kassen erst richtig deutlich. In dem Raum, der groß ist wie ein Fußballfeld, macht sich die Gruppe der IG Almhöhe ein Bild von den Planungen rund ums FZM. „Das Fachmarktzentrum war immer ein Besuchermagnet mit bis zu 2.000 Besuchern am Samstagvormittag. Für uns, für Soltau und für die ganze Region ist es wichtig, dass das Center wieder in Gang kommt“, betont Otto Elbers vom Vorstand der Interessengemeinschaft Almhöhe.

Und damit genau das passiert, soll das FMZ umgestaltet und neu aufgeteilt werden - „bei laufendem Betrieb“, wie Kenar erklärt. „Es wird eine zweite Mall-Straße eingezogen.“ Diese weitere Shoppingmeile verlaufe im Bogen neben der bestehenden Einkaufspassage, an beiden Wegen sollen sich die Geschäfte aufreihen, „und alle Shops werden am Ende ein neue Gestaltung haben.“ Frequenzbringer für das gesamte Center werde der 1.700 Quadratmeter große Rewe-Markt (mit Lager 2.500 Quadratmeter), zweiter Hauptmieter sei mit rund 1.600 Quadratmetern ein Müller-Drogeriemarkt mit großer Spiel- und Schreibwarenabteilung. „Das wird kein herkömmlicher Drogeriemarkt, wie man sie hier kennt“, so der Planer. Laut ihm wolle Tedi mit dem Umzug in einen anderen Bereich des Centers auf 750 Quadratmeter erweitern, Jysk (früher Dänisches Bettenlager) erhalte ebenfalls einen neuen Standort in den ehemaligen Aldi-Räumlichkeiten und auf rund 1.250 Quadratmetern zudem eine Ausstellungsterrasse.

„Eine komplette Neuheit wird es im Textilbereich geben“, so der Leiter Asset Management weiter, aber den Namen der Marke dürfe er noch nicht verraten. Auch ein gastronomisches Angebot solle es wieder geben, und zwar mit je nur einem Lokal aus dem jeweiligen Segment, dazu ein neues Café/Restaurant auf der Seite zum Obi-Markt. Neben einigen neuen kleineren Geschäften wie einem Tabak-Laden mit DHL-Paketshop solle ein Friseur das Angebot ergänzen, bleiben wolle außerdem das Futterhaus, ebenso das Nagelstudio sowie der O2-Shop. „Durch die neue Aufteilung bleiben von den aktuell rund 13.000 noch rund 11.500 Quadratmeter vermietbare Fläche über im Fachmarktzentrum.“

Das solle laut Kenar neben einer komplett überarbeiteten Innengestaltung in neuen Farben auch eine Umgestaltung der Fassade erhalten. Der Investor wolle „einen knapp zweistelligen Millionenbetrag“ ausgeben, so der Planer. „Im September 2023 soll alles übergeben werden und wir rechnen mit einer Eröffnung spätestens im November 2023.“ Neu werde auch der Name: Aus dem früheren FMZ wird dann „Vega Soltau“. Es gebe laut Kenar zudem bereits Gespräche für eine neue Tankstelle auf dem Gelände, „und wir möchten gern auch die hiesige Bushaltestelle zurückbekommen.“

„Das passt alles“, so das Fazit von Elbers zu den Plänen. Von denen zeigt sich auch Klang angetan: „Für uns ist es sehr wichtig, dass das Center wieder aktiviert wird, ohne dabei die Innenstadt aus dem Auge zu verlieren. Jetzt geht alles seinen Gang und die Zusammenarbeit klappt dabei sehr gut.“ Dieses Lob des Bürgermeisters kann Kenar nur erwidern: „Es ist eine tolle Abstimmung mit der Stadt.“

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