Am Ende profitieren alle

IHK-Ausbildungsbotschafter in Oberschule Soltau zu Gast

Am Ende profitieren alle

Was soll ich werden? Welche Berufe gibt es überhaupt? Was erwartet mich während der Ausbildung? Wie überzeuge ich im Vorstellungsgespräch und wie komme ich an einen Praktikumsplatz? So oder ähnlich könnten die Fragen lauten, die Jugendlichen auf dem Herzen haben, wenn sie an ihren künftigen Platz in der Arbeitswelt denken. Für mehr Orientierung sollen da die sogenannten IHK-Ausbildungsbotschafter sorgen, die den älteren Schülerinnen und Schülern einen Einblick in verschiedene Berufe gewähren - wie am vergangenen Dienstag in der Oberschule (OBS) Soltau.

„Berufsorientierung ist ausschlaggebend für die Jugendlichen“, weiß OBS-Leiterin Svenja Raßmann. Und auch Burkhard Viets, didaktischer Leiter der OBS, betont: „Da die Heidekreis-Ausbildungsmesse ‚Work & Life‘ in diesem Jahr coronabedingt ausfällt, bieten die Ausbildungsbotschafter eine gute Möglichkeit für Kontakte zu den Betrieben und ihren Berufen, noch dazu auf etwa der gleichen Altersebene.“

Tatsächlich sind die IHK-Ausbildungsbotschafter und -botschafterinnen nicht sehr viel älter: „Das sind Auszubildende, meist im zweiten Lehrjahr“, erläutert Detlef Knoop von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, die dieses Projekt ins Leben gerufen hat. Und weiter: „Diese jungen Leute gehen in die Klassen und stellen ihren Ausbildungsberuf aus ihrer eigenen Sicht den Jugendlichen vor. Das ist Berufsorientierung auf Augenhöhe. Darüber hinaus berichten sie aber auch über weitere Berufe ihres Betriebes. Damit sind es am Ende 40 bis 50 Berufe, die bei einer Veranstaltung wie hier in der OBS Soltau vorgestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler bekommen übrigens einen Bogen, auf dem sie vermerken können, wie ihnen die Berufsvorstellungen gefallen haben.“

Erste Anfänge des Projektes habe es bereits 2018 gegeben, doch seit 2019 seien die IHK-Botschafter tatsächlich in den Schulen unterwegs. Bevor sie das können, müssen sie allerdings auf diese Aufgabe vorbereitet werden: „Es gibt eine zweitägige Schulung, bei der es unter anderem auch um Moderationstechnik und Rhetorik geht“, so Knoop. Solchermaßen gerüstet, stellen sich die jungen Azubis den Fragen der Schülerinnen und Schüler. „Rund 220 von ihnen haben unsere IHK-Botschafter im Heidekreis schon erreicht. Im gesamten Bezirk der IHK sind es mehr als 1.000.“

An der OBS Soltau ist es der 10. Jahrgang mit insgesamt rund 120 Schülerinnen und Schülern, denen sich die IHK-Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter widmen: „Wir haben zwölf Azubis aus sechs Firmen hier. Das sind Top-Ausbildungsunternehmen.“ Dazu gehören beispielsweise Röders Tec, G.A. Röders, Hagebau oder Grube. Am Ende profitierten nicht nur die Jugendlichen in den Schulen, sondern auch die Unternehmen : „Mittlerweile verlassen 60 Prozent die Schule mit Abitur oder Fachabitur und strömen ins Studium. Auch dadurch fehlt Nachwuchs in Ausbildungsberufen, gerade im Handwerk. Es gibt also nach wie vor Fachkräftemangel. Durch die IHK-Botschafter können sich also nicht nur die Jugendlichen orientieren. Auch die Betriebe machen so auf sich aufmerksam und haben durch diese Aktionen schon Bewerbungen erhalten“, berichtet Knoop.

Bei der Aktion an der Soltauer Oberschule soll es in der Region übrigens nicht bleiben, wie Knoop ankündigt: „2020/21 planen wir insgesamt sieben Veranstaltungen dieser Art im Heidekreis.“

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