Antragsflut, vor allem wegen Stundungen von Steuerforderungen

Finanzamt Soltau: Telefonische Absprache kann zeitraubenden Schriftverkehr vermeiden

Antragsflut, vor allem wegen Stundungen von Steuerforderungen

„Heute möchten wir den Heidjerinnen und Heidjern gern aktuelle Informationen aus dem Finanzamt während der Corona-Pandemie geben“, wendet sich Jörg Zimmermann, Vorsteher des Finanzamts Soltau, an alle steuerlich interessierten Personen, Firmen und Institutionen im Heidekreis. Die wichtigsten Infos: Das Finanzamt Soltau bleibt zunächst - wie alle Finanzämter im Land - bis auf weiteres geschlossen. Besondere Anliegen können aber weiterhin in Einzelfällen nach telefonischer Absprache unter Beachtung der allseits bekannten Abstands- und Vorsichtsregeln auch persönlich vorgebracht beziehungsweise mit einem zuständigen Beschäftigten persönlich besprochen werden. „Es wurde bisher hiervon nur vereinzelt Gebrauch gemacht, um mit einer solchen Besprechung zeitraubenden Schriftverkehr zu vermeiden“, so Zimmermann.

Für die seit dem 25. März in Bearbeitung befindlichen Einkommensteuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2019 gibt es aktuell folgendes mitzuteilen: „Mittlerweile sind nahezu alle Erklärungen von Arbeitnehmern, die in den Monaten Januar und Februar 2020 ihre Steuererklärungen abgegeben haben und ohne Rückfragen vom Amt bearbeitet werden konnten, gerechnet. Die ersten Bescheide gab es wie versprochen in der Karwoche; seitdem erhalten die Heidjer laufend Post. Wegen der technischen Bereitstellung erfolgt der zentrale Versand der Bescheide in der Regel rund zehn Tage nach der Bearbeitung im Finanzamt“, so die Mitteilung.

„Die ersten, vor allem technischen Schwierigkeiten mit dem umfangreichen Steuerprogramm haben wir überwunden“, erklärt Zimmermann. Die Bereitstellung der Programme bundesweit habe sich wegen umfangreicher Anpassungen verzögert: „Mittlerweile läuft das Verfahren aber stabiler - die ersten etwa 3.000 Fälle sind gerechnet, so dass manch‘ Heidjer nicht nur den Bescheid in Händen halten kann, sondern auch die ersehnte Erstattung auf dem Konto findet“, so der Finanzamtsvorsteher. Es liegen bereits rund 7.500 Steuerklärungen von Arbeitnehmern vor. Damit auch in 2020 die Steuerklärungen aus 2019 so schnell wie möglich durchlaufen können, bittet das Finanzamt eindringlich, auf Nachfragen zum Bearbeitungsstand zu verzichten.

„Die Bearbeitung von Steuererklärungen und Anträgen erfolgt trotz der Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus weiterhin. Die Besetzung ist im Soltauer Finanzamt gemessen an der aktuellen Krise jetzt verhältnismäßig gut, denn die Beachtung aller Regeln, auch die der vorsorglichen Quarantäne , hat dazu geführt, dass bisher kein unmittelbarer Fall im Finanzamt zu beklagen war. Hoffen wir für die Steuerbürger und für alle Beschäftigten, dass dies so bleibt“, meint Zimmermann.

Der Antragsflut vor allem wegen Stundungen von Steuerforderungen und Anpassungen von Vorauszahlungen wird das Amt nun auch gut Herr. Dass sich die Steuerbürger nach Antragstellung zurückgehalten haben und doch deutlich von telefonischen Rückfragen abgesehen haben, hat sich positiv auf die Bearbeitungsgeschwindigkeit ausgewirkt. Fast 90 Prozent der derzeit knapp 500 Anträge auf Stundung sind bearbeitet. Bei den Anträgen auf Herabsetzung der Vorauszahlungen liegt das Amt ebenfalls infolge Umstellung interner Abläufe sehr zeitnah bei der Entscheidung und Umsetzung.

Weiterhin bewährt sich, so der Vorsteher, in den vereinfachten Vordrucken neben den anzukreuzenden Anträgen auch ein kurzes Schlagwort zur betroffenen Branche, bei nur mittelbarer Betroffenheit eine kurze textliche Erläuterung zu geben. Näheres, auch der vereinfachte Vordruck für Einzelgewerbetreibende findet sich auf der homepage des Landesamts für Steuern unter www.lstn.niedersachsen.de.

Jedoch, das Leben im Amt geht auch einen Schritt Richtung Normalität: Steuerbürgerinnen und -bürger sowie Firmen, die ihre Zahlungsverpflichtungen wegen der Corona-Krise vergessen oder schlichtweg haben schleifen lassen, werden in einem Sammelmahnlauf jetzt Post vom Finanzamt erhalten: „Finanzminister Hilbers hat in der letzten Woche von rund 100.000 Mahnungen landesweit gesprochen, auch im Heidekreis werden etliche Mahnungen versandt werden. Denn nicht nur aus Gesetzes-, sondern auch aus Gleichbehandlungsgründen muss der Säumige seine Pflicht erfüllen“, erläutert Zimmermann. Alle Betroffenen werden um Verständnis gebeten, wenn es bei der Masse der Mahnungen insbesondere bei telefonischen Anfragen zu Engpässen kommen sollte. „Wenden Sie sich dann kurz schriftlich an uns und stellen Sie entsprechende neue Anträge. Hierauf wird auch in den Vordrucken insbesondere wegen der Corona-Pandemie hingewiesen.“

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