Außergewöhnliche Konzertwoche

„ZuMutung“: Experimente mit Musik und Kunst in Soltauer Kirchen

Außergewöhnliche Konzertwoche

Zu einer besonderen Veranstaltungsreihe unter dem Titel „ZuMutung“ laden das Stadtkantorat und der Kirchenkreis Soltau ein: Vom 14. bis 23. Februar werden in fünf Konzerten und zwei Gottesdiensten Experimente mit Musik, Licht, Malerei und Sprache präsentiert.

Dabei wird den Zuhörern und auch den Ausführenden einiges zugemutet. Die 50 Blechbläser aus den Posaunenchören musizieren im Eröffnungskonzert am Freitag, dem 14. Februar, um 20 Uhr unter Leitung von Mathias Hartmann in der von einem Lichtkünstler illuminierten St. Johanniskirche zum Teil im Dunkeln. Auf die einzelnen Musikwerke, darunter die Uraufführung einer Auftragskomposition des Dresdner Hochschulprofessors Matthias Drude, reagiert die Lichtszenerie mit einer aufsehenerregenden Lightshow.

Mehr als 120 Chorsänger aus den Kirchenchören des Kirchenkreises sorgen am Sonntag, dem 16. Februar, um 18 Uhr unter Leitung von Bettina Hevendehl für ungewohnte Klänge in der Lutherkirche, wenn sie gleichzeitig verschiedene Choräle singen oder einen Psalm stimmlich und körperlich in neuer Weise interpretieren.

Am Montag, dem 17. Februar, spielt Kantor Mathias Hartmann um 20 Uhr an der großen Orgel der St. Johanniskirche quer durch die Musikgeschichte Orgelwerke ohne Ende, das heißt, Kompositionen, die als Fragment überliefert sind oder gleichsam im Nichts aufhören und abbrechen.

Wie eine Malerin mit ihrer Farbpalette auf die unterschiedlichen Klangfarben der Orgel reagiert, können Zuhörer am Mittwoch, dem 19. Februar, um 19 Uhr erleben. Im Altarraum der St. Johanniskirche wird live ein Bild gemalt, während von der Empore das alte „Hamburger Melodeyen-Gesangbuch“ von 1604 erklingt, 88 Orgelchoräle in ebenso vielen Registrierungen.

Höhepunkt der Konzertreihe wird die Aufführung von Erik Saties „Vexations“ am Freitag, dem 21. Februar, um 18 Uhr sein. Mit diesem Klavierwerk hat der französische Komponist ein Stück musikalischer Ewigkeit geschrieben: Vier Zeilen Musik sollen 840mal wiederholt werden. Die Aufführung, an der 15 Klavierspieler aus dem Kirchenkreis beteiligt sind, wird über 20 Stunden die Nacht hindurch dauern. Dazu werden fortlaufend die 150 Psalmen der Bibel von mehr als 40 Personen gelesen.

Im Gottesdienst in der Lutherkirche am 16. Februar um 11 Uhr predigt Prof. Dr. Jochen Arnold vom Michaeliskloster in Hildesheim vom Klavier aus und der Schlussgottesdienst am 23. Februar um 17 Uhr in der St. Johanniskirche nimmt noch einmal Musik und Themen der Veranstaltungswoche auf in sieben Kurzpredigten.

Die ganze Veranstaltungsreihe, die Kantor Mathias Hartmann seit einem Jahr vorbereitet, will Menschen Mut machen, im Kirchenraum mit der Kunst neue Erfahrungen zu machen und gleichzeitig viele Menschen bei einzelnen Projekten zusammenführen. Mehr als 200 Mitwirkende sind in der Woche an den einzelnen Konzerten beteiligt.

Dank der Förderung durch die Kreissparkasse Soltau und die Hanns-Lilje-Stiftung Hannover ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei.

Logo