Auszeichnung für BBS Soltau

Kultusminister Tonne verleiht Preis „Berufliche Bildung - klischeefrei“

Auszeichnung für BBS Soltau

Als Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am heutigen Montag die Berufsbildendsen Schulen (BBS) Soltau besuchte, ging es in erster Linie um das Programm „Brücke in Ausbildung“ (Bericht hierzu folgt). Tonne nutzte jedoch die Gelegenheit, um die Auszeichnung „Berufliche Bildung - klischeefrei“ an die BBS zu verleihen, entgegengenommen von Lehrerin und „Erasmus+“-Projektkoordinatorin Annette Ruelius-Mangold.

Eigentlich hatte der Minister dies schon für den März geplant, musste den Termin allerdings coronabedingt verschieben. Jetzt bot sich die passende Gelegenheit.

Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und wird jährlich an vier Berufsbildende Schulen in Niedersachsen vergeben. Diese Anerkennung entstand aus einer bundesweiten Kampagne zur Würdigung des Engagements von Berufsbildenden Schule, insbesondere für geschlechtersensible Ausbildung und der damit einhergehenden Erarbeitung von pädagogischen Konzepten.

„In allen Berufen werden die Per­spektiven beider Geschlechter benötigt. Gemischte Teams arbeiten verschiedenen Studien zufolge kreativer und effizienter als reine Männer- oder Frauenteams. Unser Ziel sind selbstbewusste, engagierte, kritisch hinterfragende junge Menschen, die sich frei entfalten und eine selbstbestimmte und reflektierte Berufswahlentscheidung treffen können. Deswegen sind klischeefreie Bildung, aber auch klischeefreie berufliche Orientierung und berufliche Bildung besonders wichtig“, so die Position des Kultusministers.

Die BBS Soltau haben den Weg über ihr Engagement als Europaschule gewählt, um gemeinsam mit ihren Partnern im Ausland Lösungen zu erarbeiten, Lehrerinnen und Ausbilderinnen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) als Vorbilder zu gewinnen. Der Schwerpunkt bei der Arbeit liegt in der Erstellung eines Konzeptes der Vorbildfunktion in diesen Bereichen von weiblichem Ausbildungs- und Lehrpersonal für Mädchen. Generell ist das Modell der Vorbildfunktion, der sogenannten „role models“, auch umgekehrt für „untypische“ Männerberufe denkbar.

Die Europaschule BBS Soltau, gleichzeitig auch Botschafterschule des Europäischen Parlaments in Brüssel, bietet ihren Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden vielfältige Möglichkeiten, am europäischen Dialog und den damit verknüpften Bildungsprogrammen teilzuhaben, vom Europäischen Wettbewerb und Sprachkursen über Austausche bis hin zu beruflichen Praktika. Die Durchführung der Praktika erfordert enge Absprachen mit den Ausbildungsbetrieben und eine intensive Zusammenarbeit in den jeweiligen Ausbildungsgängen.

Die Auszeichnung der BBS Soltau mit dem Preis „Berufliche Bildung – klischeefrei“ geht auf das für drei Jahre laufende Erasmus+ Projekt “WATT in STEaM“ (Women as trainers and teachers in science, technics, electronics and mathematics) zurück. Die BBS Soltau arbeiten dabei eng mit beruflichen Schulen aus fünf weiteren europäischen Ländern zusammen - Belgien, Finnland, Italien, Island und den Niederlanden. Jede Schule richtet ein zweitägiges Treffen aus, um von Fachleuten aus der Arbeitswelt und Schulen beziehungsweise Hochschulen über aktuelle länderspezifische Maßnahmen, Projekte und Best-Practice-Beispiele zu berichten.

Die vorgestellten Instrumente sind darauf ausgerichtet, Frauen hinsichtlich ihrer Berufswahl als Lehrerinnen und Ausbilderinnen in MINT-Bereichen anzusprechen, anzuwerben, zu begleiten und zu fördern. Am Ende jeder Veranstaltung bewerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die vorgestellten Instrumente bezüglich ihrer Übertragbarkeit auf das eigene Land.

Das Expertentreffen in Soltau fand bereits am 13. und 14. Mai 2019 statt. Wichtige Impulsgeber waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Landesschulbehörde Niedersachen, des Niedersachsen-Technikums, das der Hochschule in Osnabrück im Bereich „Gender und Diversity Studies“ angegliedert ist, sowie des „Ausbildungsbotschafterinnen und Ausbildungsbotschafter Programms“ der IHK Lüneburg. In Ergänzung stellten mehrere Lehrerinnen und weibliche Auszubildende ihren Weg in männertypische Berufe und Studien vor.

Die BBS Soltau haben sich auf die Fahnen geschrieben, kontinuierlich den Bereich der klischeefreien Schule auszubauen und zu festigen, um alle Potentiale und Fähigkeiten ihrer Schülerschaft und Auszubildenden zu fördern und sie für den (europäischen) Arbeitsmarkt zu stärken.

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