Backhaus neue Vorsitzende

Mentor Soltau: Margret Kruse zieht sich nach elf Jahren von der Vorstandsspitze zurück

Backhaus neue Vorsitzende

Führungswechsel beim Verein „Mentor - Die Leselernhelfer Soltau“: Nach elf Jahren als Vorsitzende hatte Margret Kruse bei der jüngsten Mitgliederversammlung am 29. April nicht erneut für dieses Ehrenamt kandidiert. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Carmen Backhaus gekürt, die bereits als Beisitzerin Vorstandserfahrung sammeln konnte.

Sein 15jähriges Bestehen kann der Soltauer Verein Mentor in diesem Jahr feiern: Inspiriert vom Projekt des Vereins „Mentor Hannover“, etwa ein Jahr zuvor gegründet von Buchhändler Otto Stender, präsentierten Elke Cordes und Hans-Ulrich Obieglo ihr Konzept für ein entsprechendes Soltauer Projekt: Am 30. August 2004 stellten sie es der Öffentlichkeit vor, am 14. September konstituierte sich die Initiative als Verein.

2008 übernahm Margret Kruse den Vorsitz, um die Geschicke von Mentor für die kommenden elf Jahre zu lenken. Daß sie jetzt nicht noch einmal zur Wahl habe antreten wollen, so Backhaus, habe sie bereits vor geraumer Zeit angekündigt: „Frau Kruse war während dieser vielen Jahre das Gesicht des Vereins, der ohne ihr Engagement nicht dort stünde, wo er heute steht. Mentor hat ihr sehr viel zu verdanken.“

Jetzt allerdings geht es ohne Kruse im Vorstand weiter - und der ist etwas geschrumpft: Nicht nur Kruse hat nicht erneut kandidiert, auch die langjährige Schriftführerin Brigitte Friese ist nicht wieder angetreten. Damit besteht der neugewählte Vorstand aus der Vorsitzenden und vormaligen Beisitzerin, Carmen Backhaus, der 2. Vorsitzenden, Elke Cordes, die in diesem Amt bestätigt wurde, sowie dem ebenfalls bestätigten Kassenwart, Jochen Ullmann, und Schriftführerin Erika Hoppe, die bisher als Beisitzerin im Vorstand gesessen hat. Das Gremium besteht damit aus vier Personen, die bereits Vorstandspositionen hatten: „Als Beisitzer hat niemand kandidiert. Wir sind aber auf der Suche, um bei Nachwahlen im kommenden Jahr personell wieder aufzustocken.“

In der Vergangenheit habe ihre Vorgängerin vieles geleistet, was künftig auf mehrere Schultern verteilt werden solle, kündigt die neue Vorsitzende an: „Wir regeln gerade die Aufgabenverteilung neu.“ Was dabei allerdings unberührt bleibe, sei die Arbeit der Mentoren mit den Schülern. Mit fünf Mentoren ging es vor 15 Jahren los. „Jetzt sind es rund 60, die in acht Soltauer Schulen unterwegs sind und sich um rund 70 bis 80 Kindern kümmern“, berichtet Backhaus. Damals wie heute mit demselben Ziel, nämlich Lese-, Text- und Sprachkompetenz der Kinder zu verbessern. Denn damit steht es insgesamt nicht zum besten, sei es wegen eines möglichen Migrationshintergrundes, fehlenden Bildungsinteresses in der Familie oder wegen übersteigerten Konsums elektronischer Medien. In der Regel betreut dabei ein Mentor immer nur einen Schüler gleichzeitig, und zwar ein Jahr lang ein- bis zweimal wöchentlich in der Schule, aber außerhalb des Schulunterrichts.

Warum die Ehrenamtlichen, zumeist schon Ruheständler, sich solchermaßen für die junge Generation engagieren, liegt auf der Hand: Mangelnde Lesekompetenz schadet am Ende den Kindern und Jugendlichen selbst am meisten. Ist diese Fähigkeit nicht in genügendem Maße vorhanden, verkümmert die Kommunikationsfähikeit, und die Leistungen in allen Schulfächern leiden zwangsläufig, ganz zu schweigen vom Eintritt ins Berufsleben.

Dabei ist die Problematik nicht nur auf Kinder im klassischen Leselernalter ab der zweiten Klasse beschränkt, denn auch Jugendliche und junge Erwachsene können betroffen sein, etwa wenn sie als Flüchtlinge ohne Sprachkenntnisse hierhergekommen sind. Entsprechend sind die Mentoren nicht nur an den Soltauer Grundschulen, sondern auch an der Oberschule (OBS), den Berufsbildenden Schulen (BBS) und der Schule der Lebenshilfe vertreten.

„Was die Mentorinnen und Mentoen dabei leisten, ist keine Nachhilfe. Statt dessen führen sie die Kinder an das Lesen heran. Dabei berücksichtigen sie, was die Kinder interessiert, damit diese den Spaß am Lesen entdecken“, erläutert Backhaus.

Mit Blick in die Zukunft hofft die neue Vorsitzende auf weitere Unterstützung: „Engagierte Mentoren, Förderer und neue Vereinsmitglieder sind uns immer willkommen.“ Dabei müssen Mentorinnen und Mentoren übrigens nicht dem Verein beitreten. Wer hier Interesse hat, sich zu engagieren, kann sich unter Tel. (05191) 9699833 oder per E-Mail mentor-soltau@gmx.de an „Mentor - Die Leselernhelfer Soltau“ wenden. Alles Wissenswerte zu Mentor Soltau soll es dann in absehbarer Zeit auch im Internet geben, „denn unsere neue Homepage befindet sich derzeit noch im Aufbau.“

Logo