Trecker-Konvoi durch Soltau

Bauern demonstrieren gegen Agrarpaket und weitere Auflagen

Trecker-Konvoi durch Soltau

Wie angekündigt, haben es die Landwirte nicht beim grünen Kreuz auf dem Feld als stillem Protest belassen (HK berichtete): Am 22. Oktober standen Großdemos in zahlreichen Städten von Bonn über Hannover bis Berlin auf dem Programm. Dazu aufgerufen hatte die Bewegung „Land schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch“. Für jene Bauern aus dem Heidekreis, die gern in Hannover dabei gewesen wären, aber nicht konnten, gab es eine „Sternfahrt“ zur regionalen Kundgebung auf dem Parkplatz der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel. Auch von Soltau aus starteten rund 30 Trecker.

Hier war es der Arbeitskreis junger Landwirte, der den Vorschlag von Andreas Ebel aufgegriffen hatte. Der Wietzendorfer organisierte innerhalb von fünf Tagen die Demonstrationsfahrt - inklusive behördlicher Genehmigungen - von Soltau aus. Nach dem Treffen auf dem Raiffeisengelände in der Celler Straße setzte sich der Konvoi am Dienstag um 11 Uhr unter Polizeibegleitung in Bewegung, rollte zunächst durch die Soltauer Innenstadtstraßen, um auf das Anliegen der Bauern aufmerksam zu machen, und verließ dann die Böhmestadt in Richtung Bad Fallingbo­stel.

Im Fokus des bundesweiten Bauernprotestes stehen vier Punkte: „1. Das Agrarpaket gefährdet bäuerliche Familienbetriebe. Wir wollen sie erhalten. 2. Die Verschärfung der Düngeverordnung führt zu Unterdüngung. In den sogenannten toten Gebieten schadet das dem Boden und dem Wasser mehr, als es nutzt.“ Unter dem dritten Punkt wenden sich die Landwirte dagegen, von Politik und vielen Nichtregierungsorganisationen (NGO) zum Buhmann gemacht zu werden. Die permanente negative Stimmungsmache führe zu Ärger und Frustration im Berufsstand: „Diskriminierung, Benachteiligung und Mobbing von Angehörigen gehören zur Tagesordnung. Das gefährdet die Zukunft der Betriebe und des ländlichen Raums. Bleibt noch der vierte Punkt: „Das Mercosur-Handelsabkommen gefährdet durch Billigpreise importierter Waren die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region.“

Mit diesen Demonstrationen will sich die Gruppe für Verhandlungen zwischen Landwirten, den Bundesministerinnen für Landwirtschaft und Umwelt sowie den führenden und verantwortlichen NGOs einsetzen: „Mit dieser Kundgebung rufen wir zu Tisch - miteinander reden statt übereinander.“

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