Besondere Predigtreihe | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Thema „Opfer des Nationalsozialismus“ in der St.-Johannis-Kirche in Soltau

Besondere Predigtreihe

Im Zeitraum vom 18. Januar bis zum 8. Februar laden die Kirchengemeinden in Soltau zu einer besonderen Predigtreihe in die St.-Johannis-Kirche in der Böhmestadt ein. Unter dem Thema „Opfer des Nationalsozialismus“ werden in vier aufeinanderfolgenden Gottesdiensten jeweils sonntags um 10 Uhr konkrete Lebensgeschichten von Menschen in den Mittelpunkt gestellt, die unter dem nationalsozialistischen Unrechtsregime gelitten haben und ihm zum Opfer gefallen sind.

Den Auftakt bildet am 18. Januar der Gottesdienst zu Selma Meerbaum-Eisinger, gestaltet von Lektor Bernd Goldbeck. Die junge jüdische Dichterin steht exemplarisch für eine Generation, deren Leben und künstlerisches Potenzial gewaltsam ausgelöscht wurden.

Am 25. Januar widmen sich Pastor Eisbein und Lektorin Ruth Eck dem Menschen Rudolf Hagedorn, der eine Zeit seines Lebens in Soltau verbrachte und dessen Schicksal zeigt, wie politische Überzeugungen und Widerstand gegen das Regime Menschen in existenzielle Gefahr brachten.

Der Gottesdienst am 1. Februar steht unter dem Thema „Der Zug von Wolterdingen“ und wird von KdP Dr. Wojtkowiak gestaltet. Mit Blick auf dieses unmittelbar lokale Ereignis wird an die vielen Opfer erinnert, die im Zusammenhang mit diesem Geschehen Leid und Tod erfahren mussten.

Den Abschluss der Predigtreihe bildet am 8. Februar der Gottesdienst zu Cato Bontjes van Beek. Pastor Döhling beleuchtet den Mut der jungen Frau, die sich aktiv gegen den Nationalsozialismus stellte, sowie die Konsequenzen ihres Handelns. Die Kollekte in diesem letzten Gottesdienst der Predigtreihe kommt dem Verein „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ Niedersachsen zugute.

„Die Predigtreihe versteht sich bewusst als Beitrag zur Erinnerungskultur. In einer Zeit, in der Zeitzeugen immer weniger werden und demokratische Werte weltweit unter Druck geraten, ist es umso wichtiger, die Geschichten der Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten. Die Gottesdienste wollen Raum geben für Erinnerung, Trauer und Nachdenken – aber auch für die Frage, welche Verantwortung sich daraus für das heutige Handeln ergibt“, heißt es in der Ankündigung.

Glaube und Geschichte seien dabei eng miteinander verbunden. Die Auseinandersetzung mit Schuld, Leid, Mut und Menschlichkeit gehöre zum christlichen Selbstverständnis. „Die Kirchengemeinden in Soltau möchten mit dieser Predigtreihe ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und für eine Haltung, die Ausgrenzung, Hass und Unrecht entschieden widerspricht“, so die Organisatoren.

Alle Interessierten sind eingeladen, an den Gottesdiensten teilzunehmen.