Im Februar bezieht der Essener Künstler und Autor Karl-Heinz Mauermann die Künstlerwohnung in Soltau. Er ist vom Freundeskreis der Künstlerwohnung als zweiter Stipendiat im Jahr 2026 eingeladen. Am Donnerstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr, wird Mauermann in der „Bleilaus“, dem Druckerei-Museum in Soltau, mit einer Lesung aus dem aktuellen Roman „Das Archiv – ein Bilderbuch für Blinde“ Einblicke in seine Arbeiten geben.
Der Autor, der seit vielen Jahren erfolgreich auch als Bildender Künstler arbeitet, erzählt in dem Buch die Geschichte eines von Bildern besessenen Mannes. Es ist aber auch eine Liebesgeschichte, denn die Hauptperson, der Bildernarr, verliebt sich – ausgerechnet in eine blinde Frau. Hiermit ist der Kosmos Mauermanns abgesteckt, eine Welt voll skurriler Menschen und Ereignisse. Er erzählt von unglaublich klingenden Dingen, etwa einem Mann, der sich an der Mittelmeerküste Italiens ein eigenes Museum in den Fels sprengt. Er berichtet von dem Kind, das nicht rechnen kann, weil es sich in den Bildern seines Rechenbuchs verliert. Er beschreibt ein Archiv für Bilder, das sich in all den nicht mehr genutzten Schächten und Strecken der Zechen im Ruhrgebiet befindet. Seine Themen sind Höhlenmalereien, Glanzbilderbogen und Tattoos.
Der Freundeskreis der Künstlerwohnung findet es spannend, mit Mauermann einen Künstler vorzustellen, der interdisziplinär arbeitet und Kunst, Literatur, Musik, Film und Tanz miteinander verbindet. Mauermann hat seine Experimentalvideos und Performances bereits im Museum Folkwang, Essen, im Lehmbruck Museum, Duisburg, und auf internationalen Festivals in London, Kopenhagen und Brüssel gezeigt.
In der „Bleilaus“ wird der Schwerpunkt der Veranstaltung auf den literarischen Arbeiten liegen. Mauermann geht jedoch offen an das Stipendium in Soltau heran: Er freut sich auf Recherchen für sein neues Buch in der Heidelandschaft und auf die konzentrierte Arbeit über der Bibliothek Waldmühle.
Der Eintritt zur Lesung ist wie immer frei. Spenden für die Arbeit des Freundeskreises der Künstlerwohnung sind willkommen.