Fruchtbare Kooperation

Wildplanzenanbau ist Baustein der Zusammenarbeit von 3N und Heidehöfe

Fruchtbare Kooperation

Das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie (3N) und der Verein Vereinigte Heidehöfe für Naturschutz aus Bispingen wollen künftig noch enger in Projekten zusammenarbeiten. Im Nachgang zur gemeinsam durchgeführten Feldbesichtigung von mehrjährigen Wildpflanzenbeständen wurde in Soltau der Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Dies ist eine Kooperation für den Umwelt- und Naturschutz und die nachhaltige Landnutzung. Ziel ist die Biodiversitätssteigerung im Heidekreis und darüber hinaus, betonten die Kooperationspartner bei der Unterzeichnung.

Die Vereinigten Heidehöfe für Naturschutz haben sich zum Ziel gesetzt, Naturschutz als Betriebszweig freiwillig zu fördern, Biotope hierfür bereit zu halten, Pflegemaßnahmen durchzuführen und nachhaltige Projekte umzusetzen.

„Die Landwirtschaft leistet mit unserem Verein mit heute mehr als 130 Höfen bereits einen eigenständigen Beitrag zum Naturschutz im Heidekreis“, bekräftigte der Vorsitzende der Vereinten Heidehöfe Dr. Andreas von Felde. „Mit dem 3N Kompetenzzentrum haben wir nun einen weiteren wichtigen Partner an unserer Seite“.

Das Kompetenzzentrum 3N ist mit seinem Büro in Bad Fallingbostel der regionale Ansprechpartner. 3N bündelt eine große Expertise im Bereich der Bioökonomie unter anderem der energetischen und stofflichen Nutzung von Pflanzen unter besonderer Betrachtung der Biodiversität. Diese Erfahrungen sollen gemeinsamen Projekten zugute kommen.

„Wir wollen gemeinsame Forschungs- sowie Anwendungsprojekte in der hiesigen Landwirtschaft gestalten“, unterstrich die 3N Geschäftsfüherin Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer. Erste Umsetzungen laufen bereits an. Auch die gegenseitige Unterstützung von Veranstaltungen soll den Kenntnistransfer unterstützen und Synergien nutzen, was der heutige Feldtag bereits zeigt.

Auf dem Programm stand die Information zur aktuellen niedersächsischen Förderrichtlinie zum mehrjährigen Wildpflanzenanbau und die Besichtigung von zwei mehrjährigen Wildpflanzenbeständen auf Betrieben der Heidehöfe, die bereits im letzten Jahr angelegt wurden und nun Biomasse und ein buntes Blütenmeer bilden, wovon sich die rund 15 teilnehmenden Landwirte und dem Biogasanlagenbetreiber überzeugen konnten. Die bisher sehr positiven Erfahrungen der Landwirte fasste Dr. Andreas zum Felde zusammen: “Wir haben hier für unsere leichten Standorte eine Insektenfreundliche, ökologisch wertvolle und ökonomisch machbare Anbauoption für die Biomassegewinnung“.

Die Grundlage für die Richtlinie, die den Anbau der mehrjährigen Wildpflanzen mit 500 Hektar im Jahr fördert, legten zwei Forschungsprojekte der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und des 3N Kompetenzzentrums. Carolin Brathe von 3N erläuterte die Richtlinie und stellte die Ergebnisse der Projekte den teilnehmenden Landwirten vor. Die Ergebnisse belegen neben den ökologischen Vorteilen für viele gefährdete Arten, dass der Anbau von mehrjährigen Wildpflanzen bei dem derzeit praktizierten Düngeregime zu einer Vermeidung von Nitratausträgen in das Grundwasser führt. Weitere Vorzüge können über die Bewertung der Fruchtfolgeleistung und den Humusaufbau festgestellt werden. Zusätzlich verhindert die ganzjährige Begrünung Bodenerosion.

Interessierte können mitmachen: Besonders wichtig für interessierte Biomasseanbauer ist die Frist zur Antragsstellung am 30. November 2021 zu beachten. Wer Fragen zum Anbau der mehrjährigen Wildpflanzen? Das Team der LJN mit Berater Johann Högemann und 3N stehen für Informationen und Anfragen bereit.

Weitere Informationen sind im Internet unter unter www.wildpflanzen-niedersachsen.de zu finden.

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