Am 14. März – anlässlich des Tags der Druckkunst – heißt es von 14 bis 17 Uhr im Buchdruck-Museum Soltau: Ärmel hochkrempeln und selbst drucken! Jede und jeder kann mitmachen. Gefeiert wird in der das immaterielle Kulturerbe des Buchdrucks – nicht hinter Glas, sondern mitten im Geschehen. „Kurz gesagt: Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt. Hier wird sie gedruckt“, lädt das „Bleilaus“-Team ein.
Rechtzeitig zum Termin ist das Buchdruck-Museum Soltau jetzt noch lebendiger – und zugänglicher: „Ab sofort lassen sich die Inhalte der großen Galerie ganz bequem per QR-Code abrufen. Einfach scannen, zuhören, eintauchen: Die Erläuterungen zu 26 großformatigen Bildern erzählen verständlich von der revolutionären Erfindung Gutenbergs – ideal für Wissbegierige und besonders für Menschen mit Sehbehinderung“, so das „Bleilaus“-Team, das natürlich das eigene Maskottchen mit einbezogen hat: „Selbst die berühmte Bleilaus Guddi bleibt entspannt. Mit einem Augenzwinkern meint sie: Über diese klitzekleinen Bits erfahren die Gäste noch mehr über meine Schwarze Kunst. Und sie hat noch einen Grund zur Freude: Ihr Verein wurde zehn Jahre alt und das Museum feiert im Mai bereits seinen vierten Geburtstag“, so das Buchdruck-Museum.
Konzipiert wurde die Galerie von Reinhard Riedel, dem Vorsitzenden. Die Texte entstanden mit viel Sachverstand und Feinschliff, vereinfacht vom Lektorat Jürgen Franssen und eingesprochen in Fabian Küttners Eimsbütteler Tonstudio von Schauspielerin Verena Wolfien. „Sie macht mit ihrer klaren warmen Stimme aus Geschichte ein Hörerlebnis – man ist mittendrin“, weiß Renate Gerstel, Pressesprecherin der „Bleilaus“, die auch mit der Digitalisierung durch Diplom-Designer Kay Burmester höchst zufrieden ist.
Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung der Aktion Mensch. Gemeinsam mit dem geförderten Bodenleitsystem und der Braille-Beschriftung der Setzkästen wächst damit die Barrierefreiheit im Museum weiter. Hier greifen analoge Handwerkskunst und digitale Technik ineinander – und bereichern sich gegenseitig.
Und trotzdem gilt: „Nichts ersetzt das echte Erlebnis. Wenn die Druckpressen in Aktion sind, Farbe aufgetragen wird und aus einzelnen Lettern immer wieder neue Worte entstehen, dann weiß man, warum der Buchdruck die Welt verändert hat“, lädt das „Bleilaus“-Team ein. Die Schwarzkünstler führen montags, mittwochs und sonnabends von 14 bis 17 Uhr durch das Museum. Wer selbst setzen und drucken möchte, kann sich unter Ruf (05191) 3285 oder über info@buchdruckmuseum-soltau.de per E-Mail anmelden – auch außerhalb der Öffnungszeiten. „Besonders Schulklassen sowie Kinder und Jugendliche sind eingeladen, das historische Handwerk hautnah zu erleben“, so der Verein, der hervorhebt, dass dieses Angebot von der Friede Springer Stiftung unterstützt werde.