Das mussten Verkehrssünder erst einmal verdauen: Von Kindern gab es „Saures“

Polizeibeamte kontrollieren mit Unterstützung durch junge „Hilfspolizisten“ an allen drei Soltauer Grundschulstandorten 99 Fahrzeuge und 60 Fahrräder

Das mussten Verkehrssünder erst einmal verdauen: Von Kindern gab es „Saures“

„Süßes oder Saures“ - das war gerade erst an etlichen Haustüren im Heidekreis zu hören, als Gespenster, Hexen und andere kleine Gruselgestalten zu später Stunde von Haus zu Haus gingen und Süßigkeiten „sammelten“. Halloween ist vorbei, in Soltau gab es am gestrigen Donnerstagmorgen trotzdem vereinzelt „Saures“ - zumindest für diejenigen, die sich im Straßenverkehr etwas hatten zu Schulden kommen lassen.

In Absprache mit den Verantwortlichen der Grundschulen in der Böhmestadt machte die Polizei gestern zu Unterrichtsbeginn an allen drei Standorten umfangreiche Verkehrskontrollen. Dabei verfolgten die Gesetzeshüter primär das Ziel der Prävention, „um die Verkehrssicherheit für Kinder an Schulen sowie auf dem Weg dahin zu erhöhen und Eltern zu sensibilisieren.“

Besonders aufregend war die Aktion für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4c der Hermann-Billung-Schule: Gemeinsam mit den Polizistinnen und Polizisten der Bereitschaftspolizei, die eigens aus Lüneburg angereist waren, kontrollierten sie Fahrräder und Autos unter anderem auf funktionierende Beleuchtung oder Kinderrückhaltesysteme.

Die jungen „Hilfspolizisten“ sprachen mit den Erwachsenen, die ihre Kinder zur Schule brachten und vergaben saure Zitronenbonbons an diejenigen, die einen Verstoß begangen hatten. In der Straße Trift unterstützten sie die Beamten der Verfügungseinheit des Heidekreises bei der Geschwindigkeitsmessung, indem sie mit den Fahrerinnen und Fahrern der zu schnell gewesenen Fahrzeuge sprachen. Auch diese mussten zwar nicht in den sauren Apfel beißen, zumindest aber verdauen, dass ihnen die Kinder „Saures“ gaben. Dabei beließen es die Polizisten um die Organisatorinnen Polizeikommissarin Anna Gonska und Polizeikommissarin Maren Pool von der Polizei Soltau dann aber auch: Ein Verwarn- oder Bußgeld wurde nicht erhoben.

Die Veranstalter erhoffen sich von dieser Aktion, wie sie unterstreichen, „dass das Ansprechen durch Kinder den kontrollierten Verkehrsteilnehmern zum Schutz der Schwächsten im Straßenverkehr länger in Erinnerung bleibt und damit nachhaltiger wirkt.“

Insgesamt wurden an allen drei Grundschulstandorten 99 Fahrzeuge und 60 Fahrräder kontrolliert, wobei es 63 Beanstandungen gab. Im Anschluss an die präventiven Kontrollen an den Grundschulen richteten die Einsatzkräfte ab 9.45Uhr eine Kontrollstelle an der Ecke Lüneburger Straße/ Vogelbeerweg sowie eine weitere an der Harburger Straße, Ecke Ebsmoor, ein. Hier wurden im Rahmen allgemeiner Verkehrskontrollen insgesamt 145 Fahrzeuge angehalten und 71 Ordnungswidrigkeiten geahndet.

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