Datenleitung sturmfest und erdverwachsen | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Glasfaserausbau: Symbolischer erster Spatenstich im Gebiet Soltau West

Datenleitung sturmfest und erdverwachsen

Benzinpreise auf Rekordniveau, eine dramatisch angestiegene Zahl der Unternehmensinsolvenzen, überbordende Bürokratie, hohe Arbeitslosigkeit. An schlechte Nachrichten hat man sich hierzulande fast schon gewöhnt. Im früheren „Land der Dichter und Denker“, das lange Zeit nicht nur in Sachen Autoindustrie für sein berühmtes Qualitätssiegel „Made in Germany“ geschätzt wurde, ist mächtig Sand im Getriebe. Auch in Sachen Digitalisierung hinkt die Bundesrepublik anderen Ländern hinterher. In Europa sind in diesem Bereich längst die skandinavischen Länder Finnland und Dänemark führend. Es gilt also Gas zu geben. Da ist es erfreulich, wenn zumindest „im Kleinen“ Fortschritte erzielt werden. In Soltau zum Beispiel wird bei der Digitalisierung eine „Schippe draufgelegt“, wie sich am 12. März beim symbolischen ersten Spatenstich im Gebiet „Soltau West“ zeigte. Dort werden, wie es sich für Niedersachsen gehört, Datenleitungen sturmfest und erdverwachsen verlegt.

Die von den Stadtwerken Soltau beauftragte Tiefbaufirma Wolf Nürnberg GmbH hat mit den Bauarbeiten im nächsten und zugleich auch letzten Glasfaserausbaugebiet Soltau West begonnen, das sich über das gesamte Gebiet rechts und links der Bergstraße erstreckt. Die Stadtwerke Soltau hatten ihre Pläne für den flächendeckenden Glasfaserausbau im Stadtgebiet vor drei Jahren vorgestellt. Nach dem bereits erfolgten Maßnahmen in den Gebieten Ost, Mitte und Süd rücken nun im letzten und gleichzeitig auch größten Gebiet West, das rund 1.550 Gebäude und etwa 1.800 Wohneinheiten umfasst, die Bagger an. Wo zunächst Gräben aufgerissen werden, sollen gute Verbindungen entstehen, damit sich auch in diesem Bereich Bürgerinnen und Bürger künftig nicht mehr über eine „lange Leitung“ beklagen müssen.

„Mit dem Beginn der Arbeiten in Soltau West setzen wir unseren ambitionierten Zeit- und Ausbauplan konsequent fort. Bis Mitte 2027 werden wir jedes Gebäude im Soltauer Stadtgebiet an das Glasfasernetz anschließen können. Alles, was es dafür braucht, ist eine Beauftragung des Anschlusses durch den Eigentümer und einen ‚Karacho!-Vertrag‘ des Nutzers“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Daniel Töpfer.

Guter Rat muss bekanntlich nicht teuer sein, gute Datenleitungen hingegen sind ein kostspieliges Vergnügen. Für das letzte Ausbaugebiet fallen laut Stadtwerken Soltau Investitionskosten von rund 3,5 Millionen Euro an. Diese Summe decke alle Kosten für Tiefbau, Material, Planung, Montage und Dokumentation ab und werde von dem örtlichen Energieversorger vollständig aus eigenen Mitteln gestemmt – „ohne Zuschüsse oder staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen.“

Der Staat verteilt in diesem Fall also keine Gelder, eine Verteilerstation wird aber in puncto Datentransfer benötigt. Deshalb wird ein weiteres neues MPoP-Gebäude (Metropolitan Point of Presence) am Stadtwerkehauptsitz am Weinberg errichtet. Das rund 3x6 Meter kleine Bauwerk soll bereits Ende dieses Monats fertig sein und wird eine zentrale Rolle im Glasfaserausbau übernehmen. Es fungiert nämlich nicht nur als Verteilerstation für das Ausbaugebiet und verbessert weiter die Netzstabilität, sondern es wird auch alle anderen PoP-Gebäude miteinander verbinden.

Beim symbolischen Spatenstich griff auch Soltaus Bürgermeister Karsten Brockmann zum Arbeitsgerät und sparte weder mit Sand noch mit Lob: „Mit Soltau West sind wir unserem Ziel eines flächendeckenden Glasfasernetzes wieder einen großen Schritt näher. Eine moderne digitale Infrastruktur ist heute genauso wichtig wie eine verlässliche Energie- oder Wasserversorgung. Sie stärkt unseren Wirtschaftsstandort, unterstützt Familien im Alltag und schafft neue Perspektiven für kommende Generationen. Dass die Stadtwerke Soltau diesen Ausbau aus eigener Kraft realisieren, unterstreicht ihre Leistungsfähigkeit und ihr langfristiges Engagement für unsere Stadt.“

„Glasfaser für alle in Soltau“ – das haben sich die Stadtwerke auf die Fahne geschrieben und damit eine nach eigenen Angaben „zukunftssichere und leistungsfähige Infrastruktur, die den digitalen Bedarf der Stadt für die kommenden Jahre abdeckt.“

Im Vergleich zu den vorherigen Gebieten müssen die Arbeiter auf dieser Baustelle besondere Herausforderungen meistern: „Wir haben mit der Böhme und der Soltau gleich zwei Gewässer zu queren und auch die stark frequentierte Marktstraße erfordert Vorsicht und zusätzliche Abstimmungen. Um den Zeitplan dennoch bestmöglich einzuhalten und Verzögerungen möglichst gering zu halten, setzen wir auf eine durchdachte Planung und eine frühzeitige und enge Abstimmung mit den beteiligten Firmen“, so Projektleiter Frank Wesseloh.

Laut Zeitplan soll die Erstellung der Hausanschlüsse auf den Privatgrundstücken ab Herbst dieses Jahres beginnen, danach sollen die ersten Anschlüsse bereits aktiviert werden können. Alle Soltauerinnen und Soltauer, die Interesse an einem eigenen Glasfaseranschluss haben, können sich bei den Stadtwerken Soltau melden. Das Glasfaser-Team steht für Beratungsgespräche persönlich im Kundencenter in der Marktstraße 1, telefonisch unter (05191) 84246 sowie auch per E-Mail an glasfaser@sw-soltau.de zur Verfügung.