„Erst unsere Jobs, dann eure Profite!“ – das ist das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum 1. Mai. Der DGB lädt an diesem Tag auch im Heidekreis zur Demonstration und Feier ein. Um 10.30 Uhr wird Willi Schwethelm im Hagen in Soltau an den Überfall der Nationalsozialisten am 2. Mai 1933 erinnern. Diese stürmten und enteigneten das genossenschaftlich organisierte „Volkshaus“ der Soltauer Arbeitervereine. Am gleichen Tag besetzten Nationalsozialisten im gesamten Land Gewerkschaftshäuser. Mit Verhaftungen und Morden demonstrierten sie ihren Machtanspruch. Nach einigen kurzen aktuellen Wortbeiträgen geht es zum Haus der Gewerkschaften, Unter den Linden 19. Dort gibt es Speisen und Getränke sowie Musik.
DGB-Kreisvorsitzender Heinz-Dieter „Charly“ Braun verdeutlicht, dass auch in der Heide Beschäftigte für Tarifverträge, für den Erhalt des 8-Stunden-Tages und gegen die Zerschlagung des Sozialstaats kämpfen. Verdi-Sprecherin Gitta Emmann kritisiert die Situation im Gesundheitswesen: „Unter dem Stress in der Pflege leiden momentan Patienten und Beschäftigte. Stattdessen würde ich vorschlagen, die Gelder im Gesundwesen auf jeden Fall zu erhalten beziehungsweise zu erhöhen und gerechter zu verteilen.“
Ulrich Meyer, NGG-Vertreter und Betriebsrat in der Industrie, unterstreicht: „Wir erarbeiten den Reichtum, der aber ungerecht verteilt ist. Wir fordern höhere Besteuerung sehr großer Vermögen und hoher Erbschaften, um die notwendigen sozialen gesellschaftlichen Aufgaben zu finanzieren.“
Auf politische Absichten, den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen, antwortet „Charly Braun“: „Damit wollen einige Neoliberale dem Sozialabbau auch noch die Krone aufsetzen. Wir stehen für eine soziale Republik und verlangen 100 Milliarden für das Gesundheits- und Sozialwesen.“