„Die Politik spart auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Fachkräften“

Protestaktion in Soltau: Massive Kritik am geplanten neuen Kita-Gesetz

„Die Politik spart auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Fachkräften“

Sie nehmen weiter zu, die Proteste gegen das geplante neue Kita-Gesetz in Niedersachsen, das die Politik auf den Weg gebracht hat. Wohlfahrtsverbände, Elterninitiativen und Gewerkschaften fürchten um die Qualität der Kinderbetreuung und machen mobil. Auch in der Böhmestadt machten Bürgerinnen und Bürger ihrem Unmut Luft: Spontan trafen sich, initiiert von der Gewerkschaft Verdi, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie Gerwerkschafterinnen und Gewerkschafter vor der Kita Stalmannstraße. Verdi-Sprecher Heinz-Dieter „Charly“ Braun erklärte, dass die Forderungen für mehr Zeit und Fachpersonal in Kitas, die bereits vor mehr als 20 Jahren gestellt worden seien, „inzwischen dringender geworden sind, aber immer noch nicht erfüllt sind.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Protestaktion hatten Transparente dabei, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Sie kritisieren diverse Veränderungen im Gesetzentwurf. So solle es künftig erlaubt sein, dass auch fachfremdes Personal eingesetzt werden könne - und das trotz erhöhter pädagogischer und sozialer Anforderungen. „Wird der Chirurg krank, operiert der Bäcker“, stand dazu auf einem der Transparente.

Eltern und Erzieherinnen bemängelten unisono, dass eine Erzieherin wegen zu großer Gruppen täglich nur wenige Minuten für Zuwendung für jedes Kind zur Verfügung habe. Nun solle es sogar möglich werden, Kinder unter drei Jahren in die Gruppen der drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen zu stecken. „Charly“ Braun, der als Kita-Landeselternvertreter im Jahr 1998 das großen Kita-Volksbegehren vertrat, betonte: „Damals musste die SPD-Landesregierung Verschlechterungen zurücknehmen, heute sollen eine Erzieherin und eine Assistenzkraft bis zu 28 Kinder bilden, erziehen und betreuen. Die Politik spart auf dem Rücken von Kindern, Eltern und sozialpädagogischen Fachkräften. Das werden wir verhindern.“

Bei der Aktion an der Kita Stalmannstraße nannten die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter die ihrer Meinung nach „unverzichtbaren Forderungen von 2013“: Fachkraft-Kind-Schlüssel von 1 : 3 für Krippen und 1 : 7 für Kindergarten und Hort, mehr Zeit für Leitungsaufgaben und Verfügungszeiten und keine Aufweichung beim Förderbedarf. Für gesunde Kinder, für gesundes Fachpersonal.“

Das Kita-Bündnis ruft deshalb dazu auf, die Online-Petition zu unterzeichnen. Sie ist im Internet unter https://www.openpetition.de/petition/online/kitas-gegen-das-neue-kita-gesetz-in-niedersachsen zu finden.

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