Dribbeln mit den Daumen

„E-Football“: Vereinsinternes Turnier beim MTV Soltau und NFV-Kreispokal

Dribbeln mit den Daumen

Wenn einige Mitglieder des MTV Soltau am Sonntag, dem 13. Dezember, um 15 Uhr dribbeln, grätschen, passen und flanken, um auf Torejagd zu gehen, dann bleiben die Stollenschuhe, Schienbeinschoner und Stutzen nicht nur coronabedingt im Schrank. Statt „Beinarbeit“ ist Fingerfertigkeit gefragt, denn gekickt wird nicht auf dem grünen, sondern dem virtuellen Rasen. Die Sportler sitzen nämlich vor ihren Playstation-4-Spielekonsolen und steuern ihre Mannschaften in der Fußballsimulation „FIFA 21“ per Gamepad.

„E-Football“ nennt sich der Spielspaß, der von den „Kickern“ statt Kondition vor allem Konzentration und gutes Timing abverlangt. Die Soltauer tragen ein internes Turnier aus, um in der Vereinsmeisterschaft zu ermitteln, wer den MTV am 20. Dezember beim „E-Football“-Kreispokal des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) vertreten darf. Bislang sind drei Mannschaften gemeldet, darunter auch die Titelverteidiger der vergangenen Vereinsmeisterschaft, Leon Isernhagen und Konstantin Bartels, die in diesem Jahr von Jannes Wolf unterstützt werden. Unter den Teilnehmern wird auch der Topscorer der 1. Herrenmannschaft, Hassan Turgut, sein.

Es gibt weltweit Millionen begeisterte Spieler, die sich für das Kicken an der Konsole oder am PC begeistern. Auch unzählige Bundesligaprofis und Nationalspieler greifen in ihrer Freizeit selbst zum Gamepad, um sich mit Teamkameraden oder anderen Konkurrenten spannende Matches zu liefern. „E-Football“ boomt nach wie vor und wird seit einigen Jahren von Vereinen und Verbänden verstärkt gefördert. Auch der NFV ist mit von der Partie: „Das tun wir nicht, weil wir glauben, dass der virtuelle Fußball irgendwann wichtiger sein wird als der ‚echte‘ Fußball auf dem Rasen. Sondern wir tun es, weil wir überzeugt davon sind, dass ‚E-Football‘ als Ergänzung zum Fußball im Verein eine Zukunft hat und für unsere Vereine eine Chance sein kann, neue Mitglieder anzusprechen und an sich zu binden“, heißt es dazu auf der Internetseite des Verbandes.

Die Aktiven des MTV Soltau schätzen auch beim „E-Football“ Geselligkeit, wie stellvertretender Spartenleiter Matthias Hammann betont. „Wir bevorzugen den Offline-Spielbetrieb, idealerweise dort, wo sich sonst auch das Vereinsleben abspielt, zum Beispiel im Klubhaus“, so Hammann. In Corona-Zeiten sei dies natürlich nicht möglich: „Jeder Spieler wird deshalb zu Hause an seiner PS4 sitzen und online gegen einen der Gegner aus unserem Verein spielen“, berichtet Hammann. Eine gute Internetverbindung ist also Voraussetzung, um im virtuellen Stadion auflaufen zu können. Und weil „FIFA 21“ auf der Playstation 4 gespielt wird, ist auch eine Playstation-Plus-Mitgliedschaft erforderlich. „Die Ergebnisse werden dann über WhatsApp hin- und hergeschickt - alles ganz coronakonform“, so der stellvertretende Spartenleiter.

Auch der NFV-Kreispokal im „E-Football“, der am 20. Dezember ab 15 Uhr auf dem Plan steht, wird, anders als bei der Premiere, ausschließlich über das Internet ausgetragen. Im vergangenen Jahr hatte es in der Freizeitbegegnungsstätte erstmals eine öffentliche Veranstaltung gegeben, seinerzeit organisiert von der SV Schülern. Pandemiebedingt muss nun auch dieser Wettbewerb online ausgespielt werden. Die Finalisten qualifizieren sich für die Niedersachsenmeisterschaft im Januar kommenden Jahres. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Mitgliedsvereine des ausrichtenden Kreises, also des Niedersächsischen Fußballverbandes. Ein Team besteht immer aus einem gemeldeten Kader von mindestens drei und maximal fünf Spielern, wovon mindestens zwei beim Turnier zum Einsatz kommen. Mindestens die Hälfte der Spieler muss registriertes Mitglied im meldenden Verein und im Besitz eines gültigen NFV-Spielerpasses sein.

Das Teilnehmeralter der Spieler ist auf mindestens 16 Jahre begrenzt. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über das Formular, das die Vereine über das „DFBnet“-Postfach erhalten haben. Pro Verein können maximal zwei Teams angemeldet werden. Zudem ist für jede Mannschaft ein Teammanager zu melden. Über diesen wird dann die Kommunikation mit den Verantwortlichen des Kreises erfolgen.

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