„Dürfen nicht nachlassen“

Bürgerbegehren: Unterschriftensammlung gestartet

„Dürfen nicht nachlassen“

Das Wetter war sonnig, aber noch nicht zu heiß, und so waren am vergangenen Sonnabendvormittag zahlreiche Soltauer auf dem Wochenmarkt und im Hagen unterwegs - auch, um dort ihren Namen in die Liste des Bürgerbegehrens zum HKK-Standort einzutragen. „Mehr als 200 Unterschriften sind dabei zusammengekommen“, freut sich Otto Elbers.

Wie inzwischen bekannt sein dürfte, hat das Bürgerbegehren zum Ziel, am Ende per Bürgerentscheid einen Standort bei Dorfmark für den Neubau eines Heidekreis-Klinikums (HKK) durchzusetzen und damit die Kreistagsentscheidung für den Standort F4 (Bad Fallingbostel) zu kippen. Zunächst aber geht darum, kreisweit insgesamt 8.621 Unterschriften zu sammeln, damit ein solcher Bürgerentscheid überhaupt zulässig wird.

In den Nordkreiskommunen tragen jetzt die Mitstreiter des Bürgerbegehrens Unterschriften zusammen, wie auch Elbers und seine Helfer am vergangenen Sonnabend von 10 bis 13 Uhr in Soltau. Doch diese Premiere hatte einen unerwarteten Start: Gerade, als der Stand im Hagen aufgebaut war, kamen nicht die ersten Unterstützer mit dem Kuli in der Hand, sondern es tauchten etwa fünf Personen auf, die anderes im Sinn hatten. Die, so Elbers, seien nicht gekommen, um über das Bürgerbegehren und sein Ziele zu diskutieren, sondern um ihre Kritik gegenüber dem Vorhaben lautstark herauszupöbeln. Eine Form der Auseinandersetzung, so Elbers, „die nicht akzeptabel ist.“

Nachdem die Gruppe wieder verschwunden war, gab es regen Publikumsverkehr am Stand: „Die Leute haben uns tatsächlich gesucht und sind von allein gekommen, um unterschreiben zu können. Dieser erste Sammeltag im Hagen mit seinen mehr als 200 Unterschriften hat gezeigt, wie groß die Resonanz ist. Wir werden beim nächsten Mal allerdings für eine bessere Beschilderung sorgen, damit unser Stand leichter gefunden werden kann“, kündigt Elbers an. Über das Sammelergebnis zeigt er sich sehr erfreut, betont aber: „Das ist zwar gut gelaufen, aber wir dürfen künftig nicht nachlassen, denn wir brauchen jede Unterschrift.“

Die werden weiterhin an jedem Sonnabend von 10 bis 13 Uhr am Stand im Hagen gesammelt. Unterschriftenlisten liegen auch im Erdgeschoss des City-Service-Centers und bei der Firma Hohls und Sohn in der Lüneburger Straße 149 aus.

Während das Bürgerbegehren und die Standortwahl für ein neues Heidekreis-Klinikum auch weiterhin für kontroverse Diskussionen sorgen, tauchen auch immer wieder Gerüchte auf. Eines davon sagt, der Aufsichtsrat des HKK habe beschlossen, dass eine Werbeagentur beauftragt werden soll, um eine Kampagne gegen das Bürgerbegehren zu fahren. Auf Nachfrage meint dazu Aufsichtsratvorsitzender Hermann Norden: „Der Aufsichtsrat hat am 23. Juli getagt und ist danach noch nicht wieder zusammengekommen. Dazu gibt es derzeit keine Beschlüsse.“

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