Ein Lichtblick in schweren Zeiten: Lichterfest am 3. September

Traditionelle Veranstaltung ab 19 Uhr im Soltauer Böhme-Familienpark

Ein Lichtblick in schweren Zeiten: Lichterfest am 3. September

In den sozialen Netzwerken ist bereits darüber spekuliert worden, ob das Soltauer Lichterfest wegen der Energiesparmaßnahmen der Stadt und der Trockenheit in diesem Jahr überhaupt gefeiert wird. Alle, die sich auf die Veranstaltung mit der familiären, entspannten Atmosphäre freuen, können jedoch aufatmen. Das diesjährige Lichterfest findet am 3. September ab 19 Uhr statt - und zwar nicht etwa „in abgespeckter Form, sondern in der ursprünglichen Größe, so wie es Soltauer und Urlauber toll finden“, betonte Soltaus Bürgermeister Olaf Klang am vergangenen Donnerstagmorgen im Pressegespräch im Böhme-Familienpark. Weil noch einige Helferinnen und Helfer zur Besetzung der Kassen fehlten, haben sich er und seine Frau kurzfristig dazu entschlossen, selbst „Dienste“ an den Eingängen zu übernehmen. „Ich freue mich schon darauf, viele Menschenströme in den Park zu lassen“, so das Stadtoberhaupt.

Mit Blick auf die Energiesparmaßnahmen der Stadt erklärten Klang und Fachgruppenleiter Andreas Witt, dass sich die Verantwortlichen ganz bewusst dazu entschieden hätten, das Lichterfest in der gewohnten Form veranstalten zu wollen. „Wir mussten ja schon das Stadtfest absagen und wir wissen noch nicht, was aus dem Weihnachtsmarkt wird und in welcher Form die Weihnachtsbeleuchtung gestaltet werden kann“, sagte Klang: „Das Lichterfest dauert nur vier Stunden, deshalb haben wir uns entschieden, das Ganze genauso wie immer zu machen.“

Das ist auch gut so, denn in schwierigen Zeiten wäre es sicherlich keine gute Sache, auf traditionelle Veranstaltungen verzichten zu müssen. Insbesondere nach all den Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hatte, lechzen die Menschen förmlich nach einem Hauch von Normalität, nach Geselligkeit und fröhlichem Beisammensein, wie jüngst erst die gute Resonanz auf die Soltauer Sommerkino-Vorstellungen gezeigt hat. Einen Großteil der Atmosphäre des Lichterfestes im rund 40.000 Quadratmeter großen Park machen seit jeher die Bilder aus bunten Teelichtern aus, die von Soltauer Kindertagesstätten und Schulen mit viele Liebe vorbereitet und aufgestellt werden. Die farbenfroh flackernden Kunstwerke sind nicht nur beliebte Fotomotive, sie kommen auch gänzlich ohne Strom aus. „Und die Lichtkunst im Park, das ist alles LED“, unterstrich Witt.

Apropos „Lichtkunst“: Beim bislang letzten Lichterfest im Jahr 2019 hatten die Veranstalter mit einer Mischung aus Poesie und kunstvoll illuminierten Installationen für Begeisterung gesorgt. Die Kombination aus optischem und akustischem Genuss zum Innehalten kam damals beim Publikum so gut an, dass das Ganze in diesem Jahr erweitert wird. Unter dem Motto „Lichtkunst trifft Dichtkunst“ wird es überall im Park verteilt solche „Stationen“ geben.

Als Kontrastprogramm dazu gibt es wieder Shows, Live-Musik und Kinderunterhaltung auf fünf Bühnen. Auf Bühne 1 in der Nähe des Cafés Chocolat wird die Akustik-Rock-Coverband „Heavy Silence“ spielen. Auf der zweiten Bühne, die in der Nähe der Ernst-August-Straße stehen wird, lädt ab 19.15 Uhr „herrH“ zu einem Kinder-Mitmach-Konzert für die ganze Familie ein. Ab 20.30 Uhr verzaubert Julian Button das Publikum mit seiner Bühnenmagie-Show. Eine halbe Stunde später folgt ein Überraschungsprogramm, ab 21.30 Uhr „Magisches Schattenspiel“ mit Julian Button und ab 22 Uhr eine Show vor der Bühne. Anschließend präsentiert das sinfonische Blasorchester der Heidekreis-Musikschule „United Winds“ als Ouvertüre zum abschließenden Feuerwerk die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Ob dann zum krönenden Abschluss tatsächlich Raketen in den Himmel über der idyllischen Parkanlage aufsteigen werden, steht wegen der Trockenheit nicht zu 100 Prozent fest. Das werde letztlich in enger Abstimmung mit der Feuerwehr entschieden, so Andreas Witt. Auf dem Programmheft steht deshalb auch in Klammern „witterungsabhängig“ unter dem Punkt Höhenfeuerwerk.

Fest steht bereits, was auf den anderen Bühnen zu sehen und zu hören ist. Auf Bühne 3 auf dem Vorplatz der Soltau-Therme spielt die Blues-Band „Pee Dee River“. Beim Parkeingang im Bereich Mühlenstraße steht Bühne 4, auf der Mark Eaton Oldies, Rock und Pop präsentieren wird. Weiterhin wird ein Orchester, bestehend aus Lehrkräften der Heidekreis-Musikschule, um 19.15 Uhr und um 20.30 Uhr in der Bibliothek Waldmühle „Don Quichotte“ aufführen, wobei Soltaus früherer Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf die Geschichte in einer Bearbeitung von Erich Kästner als Sprecher vortragen wird. Weitere Programmpunkte sind ein Eisschnitzer und ein Märchenerzähler. Am Lagerfeuer kann Stockbrot gebacken werden, es gibt Stelzen-Walk-Acts und eine „fahrende Badewanne“, Riesenseifenblasen und Kinderschminken. „Wir haben richtig viel - und alles gut verteilt“, freut sich Ulrike Hennings vom Veranstaltungsmanagement der Stadt Soltau. Auch das gastronomische Angebot sei vielfältig. „Wir hatten wegen der Corona-Pandemie ein wenig Sorgen, aber alle Gastronomen waren sofort wieder dabei.“

„Die Eintrittspreise haben wir bewusst nicht verändert“, hob Witt hervor. Karten gibt es im Vorverkauf um 20 Prozent ermäßigt bei der Soltau-Touristik und an der Abendkasse. Unter der Rufnummer (05191) 828282 haben die Organisatoren ein „Ticket-Telefon“ eingerichtet.

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