Im Rahmen eines Verkehrsversuchs startet im Zentrum der Böhmestadt – genau: im Mühlenweg und in der Bornemannstraße – am 19. Oktober eine Einbahnstraßenregelung. „Die Stadt Soltau möchte die Verkehrssituation für Radfahrerinnen und Radfahrer im Bereich des Mühlenweges und der Bornemannstraße verbessern“, erklärt die Stadt Soltau auf ihrer Internetseite: „Die Maßnahme erfolgt im Rahmen eines zeitlich befristeten Verkehrsversuchs und soll insbesondere den Schulradverkehr sicherer machen.“
Hintergrund sei die umfassende Umgestaltung des Böhme-Parks, so die Stadt Soltau. Der Park im Herzen Soltaus ist seit Ende August für die Dauer der Bauarbeiten gesperrt: „Dadurch entfallen wichtige Wegeverbindungen für den Radverkehr. Zwar konnte die Verbindung über den Alten Badeweg bis zur Ernst-August-Straße zwischenzeitlich wieder geöffnet werden, baustellenbedingt ist dies jedoch nur bis zu den Herbstferien möglich“, heißt es auf der Internetseite der Stadt Soltau.
Mit der geänderten Verkehrsführung solle nun insbesondere der Radverkehr im Mühlenweg und in der Bornemannstraße gestärkt werden: „Bislang kommt es dort durch Schleichverkehr und sogenannte Elterntaxis immer wieder zu Konflikt- und Unsicherheitssituationen. Die Einbahnstraßenregelung soll den Durchgangsverkehr reduzieren und damit mehr Raum für Radfahrerinnen und Radfahrer schaffen. Der Radverkehr sowie der Linienbusverkehr bleiben in beiden Fahrtrichtungen zugelassen.“
Ergänzend zur Einbahnstraßenregelung werden laut der Stadt Soltau noch weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Radverkehrsführung umgesetzt: „Dazu gehört unter anderem eine temporäre Fahrbahnmarkierung im Mühlenweg, die den Übergang vom Radweg auf die Fahrbahn erleichtern soll.“
Es sei vorerst eine Regelung auf Zeit – und zwar für etwa ein Jahr: „Der Verkehrsversuch ist zunächst für die Dauer der Sperrung des Böhme-Parks bis Herbst 2027 vorgesehen.“
Und wer aktuell den Bereich befährt, wird zwischen der Böhmebrücke und dem Knick im Mühlenweg zwei Schläuche bemerken, die über die Fahrbahn verlegt sind. Der Grund: Verkehrszählungen begleiten den Neustrukturierung. „Um die Auswirkungen der neuen Verkehrsführung beurteilen zu können, wird der Verkehrsversuch durch Verkehrserhebungen begleitet. Bereits ab dem 12. Oktober werden hierfür Zählgeräte in Form von Schläuchen auf der Fahrbahn installiert“, heißt es vonseiten der Stadt Soltau.
Die Verkehrszählungen finde sowohl vor als auch nach der Einrichtung der Einbahnstraße statt: „So kann untersucht werden, wie sich die Verkehrsströme verändern und welche Auswirkungen die neue Regelung auf die betroffenen Straßen und das umliegende Straßennetz hat.“ Die Datenerfassung erfolge dabei laut der Stadtverwaltung vollständig anonym, auch eine Erfassung von Kfz-Kennzeichen finde gebe es nicht. „Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend ausgewertet und fließen in die weitere Verkehrsplanung ein.“
Um die Daten noch besser einordnen zu können, seien laut der Planer auch die Erfahrungen jener gefragt, die in dem betroffenen Bereich wohnen: „Die Stadt Soltau ist sich bewusst, dass die neue Verkehrsführung auch Veränderungen für die Anliegerinnen und Anlieger mit sich bringt. Insbesondere für Betriebe mit Kunden-, Gäste- und Lieferverkehr können zusätzliche Wege entstehen.“
Und weiter: „Der Verkehrsversuch bietet die Möglichkeit, die neue Verkehrsführung unter realen Bedingungen zu erproben und dabei auch die Erfahrungen der Menschen vor Ort zu berücksichtigen.“ Die Stadt Soltau freue sich deshalb über Rückmeldungen zur neuen Verkehrsführung: „Insbesondere Erfahrungen zur Erreichbarkeit der Grundstücke und zu den Auswirkungen auf den Verkehrsalltag sind für die anschließende Bewertung von Bedeutung.“
Anregungen und Hinweise können an die Fachgruppe Sicherheit und Ordnung gerichtet werden. Hierfür ist Stephanie Korn, Leiterin der Fachgruppe 32 – Sicherheit und Ordnung (Ordnungsamt) der Stadt Soltau, erreichbar unter der Telefonnummer (05191) 82-320 sowie per E-Mail an ordnung@stadt-soltau.de.