Eine halbe Million Euro an Bundesfördermitteln | Aktuelle Nachrichten und Informationen

St. Johanniskirche Soltau bekommt Geld aus Denkmalschutz-Sonderprogramm

Eine halbe Million Euro an Bundesfördermitteln

Anders als der Kölner Dom ist St. Johanniskirche keine „ewige Baustelle“ – obwohl auch an der ältesten Soltauer Kirche (sie wurde im Jahr 1464 zum ersten Mal urkundlich erwähnt) viel gearbeitet wurde und wird. So konnte etwa im vergangenen Jahr der erste Bauabschnitt der Kirchenraumrenovierung abgeschlossen und der neue barrierefreie Zugang an der Rückseite am Kirchgarten eingeweiht werden, zudem wurden Gemeindesaal sowie Gruppenraum saniert und erhielten neue Zugänge. Im kommenden Jahr stehen weitere, tiefgreifende Maßnahmen wie eine umfassende energetische Sanierung und die Restaurierung der historischen Wand- und Deckengemälde auf dem Plan. Für diese weiteren Schritte gibt es nun die Zusage einer erheblichen Fördersumme: Gut eine halbe Million Euro kommen aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes, um die Sanierung des Gotteshauses weiter voranzubringen.

Die gute Nachricht verkündeten gleich zwei hiesige Bundestagsabgeordnete: Lars Klingbeil (SPD) und Vivian Tauschwitz (CDU) äußerten sich beide zu der Bundesförderung in Höhe von 520.000 Euro. Klingbeil, der sich für die Fördermittel in Berlin starkgemacht hatte, freut sich über den Erfolg: „Die St. Johanniskirche in Soltau ist ein wichtiger Glaubensort für die Menschen vor Ort. Ich möchte, dass wir Kulturdenkmäler unserer Heimat auch für unsere Kinder und Enkelkinder erhalten. Deswegen freut es mich sehr, dass die Kirche von den Bundesfördermitteln profitiert.“

Konkret sollen mit den Bundesmitteln laut der Mitteilung aus dem Büro des SPD-Politikers zwei wesentliche Maßnahmen erfolgen: „Das Dach soll saniert und isoliert werden, um Feuchtigkeitsschäden am Dachstuhl des Gebäudes zu verhindern.“ Zudem, so heißt es im Antrag, seien die großen Chor-/Altarfenster seit dem Einbau vor 114 Jahren nicht restauriert worden. Auch die Kirchenschifffenster seien seit den 1970er Jahren nicht erneuert worden. Um die Fenster auch künftig zu erhalten, sei eine vollständige Restaurierung geplant. Klingbeil hatte sich erst am vergangenen Wochenende selbst vor Ort ein Bild von der Kirche und den bereits umgesetzten sowie den geplanten Maßnahmen gemacht.

Dass für eine denkmalgerechte Sanierung und den Erhalt des historischen Bauwerks mehr als eine halbe Million Euro an Fördermitteln bereitgestellt werden, freut auch Tauschwitz: „Das sind gute Nachrichten für den Heidekreis“, so die CDU-Bundestagsabgeordnete. Die Johanniskirche präge seit Jahrhunderten das Stadtbild Soltaus und sei weit mehr als ein architektonisches Wahrzeichen, hebt Tauschwitz hervor: „Die nun vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bewilligten Fördermittel ermöglichen dringend notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Bausubstanz sowie zur behutsamen Restaurierung historischer Elemente in der Kirche. Diese Förderzusage ist ein starkes Signal für den Erhalt unseres kulturellen Erbes.“ Die CDU-Politikerin begrüße es sehr, dass der Bund die besondere Bedeutung der Johanniskirche anerkenne und ihre Sanierung mit dieser deutlichen Summe unterstütze.

Der hohe Betrag aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm wird allerdings nur einen Teil der erforderlichen Mittel für die anstehenden Maßnahmen abdecken: „Natürlich freuen wir uns sehr über das Geld, es ist allerdings erst rund die Hälfte der Summe, die wir eigentlich brauchen“, erläutert Kirchenvorstandsvorsitzende Dorothee von Felde.

Insgesamt werden mehr als eine Million Euro benötigt. So sind beispielsweise allein für die Arbeiten an der Decke, für die mit viel Aufwand ein Gerüst im Kircheninnenraum eingerichtet werden muss, bereits rund 150.000 Euro veranschlagt.

Zudem sei die Sanierung des Kirchengebäudes laut von Felde ein wichtiger Schritt, denn davon hänge auch die Instandsetzung der alten Orgel ab. An dem riesigen Instrument wird bereits seit Jahren gearbeitet, doch wegen der bei den anstehenden Bauarbeiten zu erwartenden Staub- und Schmutzbelastung steht fest: Zunächst muss der Innenraum fertig werden, bevor die Orgel überarbeitet werden kann.