Erweiterungsplanungen für das Designer Outlet Soltau: Wie geht es weiter?

Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg: Beratung mit mehr als 60 Vertreterinnen und Vertretern aus Behörden, Kammern und Verbänden

Erweiterungsplanungen für das Designer Outlet Soltau: Wie geht es weiter?

Wie das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg heute mitteilt, hat es am gestrigen Montag, dem 23. November, mit mehr als 60 Vertreterinnen und Vertretern aus Behörden, Kammern und Verbänden erörtert, wie die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren zur Erweiterung des Designer Outlets Soltau aussehen sollen. Um angemessen auf Nachfragen und Diskussionspunkte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen zu können, hatte das ArL in Corona-Zeiten mehrere Video- und Telefonkonferenztermine angeboten.

„Dieser erste Termin zur Beratung des Untersuchungsrahmens ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben und Standard in jedem Raumordnungsverfahren“, erklärt Harald Kätker vom ArL Lüneburg. Die Konferenzteilnehmer nutzten die Gelegenheit für Fragen und Hinweise zu den Gutachten, die vom Planungsträger, der Stadt Soltau, erstellt werden sollen. Diskutiert wurden unter anderem die Abgrenzung der Untersuchungsregion und die von der Stadt angestrebte Sortimentsaufteilung.

Ein weiterer Gegenstand der Beratungen war die Frage, wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Raumordnungsverfahren berücksichtigt werden können, unter anderem mit Blick auf die sich abzeichnenden Auswirkungen auf die Innenstädte. Mehrere Teilnehmer kritisierten daher den Zeitpunkt für das Raumordnungsverfahren. Dem hielten die Gutachter der Stadt Soltau entgegen, dass genau aus diesem Grunde „Corona-Szenarien" in den Untersuchungen vorgesehen seien.

Zudem sind in 2021 ergänzende Kartierungen und Auswertungen geplant, um unter anderem den verstärkten Trend zum Online-Einkauf und aktuelle Entwicklungen zu Insolvenzen und Leerständen in den Innenstädten der Region besser abschätzen zu können. „Wir werden während des gesamten Raumordnungsverfahrens kontinuierlich neue Sachstände zu Corona beobachten und prüfen, ob die Datenbasis angesichts der offenen Corona-Auswirkungen hinreichend belastbar ist, um die Verträglichkeitsprüfung durchführen zu können“, so Kätker.

Zum Hintergrund: Die Stadt Soltau beabsichtigt bekanntlich, das Designer Outlet Soltau (DOS) von bisher 9.900 auf 15.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern und hat deshalb beim zuständigen Landwirtschaftsministerium in Hannover ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren beantragt. Ein solches ist notwendig, weil die Verkaufsfläche im Landes-Raumordnungsprogramm bisher auf 10.000 Quadratmeter begrenzt ist. Ein erster Prüfschritt für größere Einzelhandelsprojekte dieser Art ist die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens. Diese Aufgabe fällt in die regionale Zuständigkeit des Amtes für regionale Landesentwicklung. Auf Antrag der Stadt Soltau hatte das ArL Lüneburg daher Ende vergangenen Monats zu Video-und Telefonkonferenzen eingeladen, um gemeinsam mit Städten und Gemeinden sowie Landkreisen, Industrie- und Handelskammern und weiteren Institutionen die Inhalte der Verfahrensunterlagen für das Raumordnungsverfahren zu beraten.

Die Stadt Soltau hat dafür die Unterlagen vorbereitet, die bei der Konferenz am Montag erörtert wurden und auf der Internet-Seite des ArL Lüneburg öffentlich einsehbar sind (https://www.arl-lg.niedersachsen.de/rov-dos/rov-dos-antragskonferenz-193746.html). Diese Unterlagen sehen unter anderem eine differenzierte Analyse der möglichen Auswirkungen einer Center-Erweiterung auf die umliegenden Städte und Ortschaften vor. Außerdem sollen Effekte eines vergrößerten Outlet-Centers für den Tourismus in der Lüneburger Heide gutachterlich beleuchtet werden.

Und wie geht es nun weiter? Das ArL Lüneburg als verfahrensführende Behörde wird die Beiträge aus den Telefon- und Videokonferenzen ebenso wie die schriftlich eingehenden Hinweise auswerten und auf dieser Basis den so genannten Untersuchungsrahmen für die Stadt Soltau festlegen. Sobald die Stadt die Verfahrensunterlagen für das Raumordnungsverfahren fertig erarbeitet hat, wird das ArL Lüneburg diese auf Vollständigkeit prüfen und dann das Beteiligungsverfahren einleiten. Hier können sich dann Bürgerinen und Bürger zu den Planungen zu Wort melden. Nach jetziger Zeitplanung könnte das Raumordnungsverfahren, so das ArL Lüneburg, im Frühjahr/Sommer 2021 starten.

Logo