„EuropaSCHULpreis“ für die BBS Soltau

Freude über die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Kategorie Begegnung

„EuropaSCHULpreis“  für die BBS Soltau

Hybride Feierstunde am vergangenen Freitag mit Lachs und Champagner an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Soltau: Groß ist die Freude unter Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und weiteren Schulmitarbeitenden, denn die BBS Soltau sind mit dem „EuropaSCHULpreis – Friedrich-Preis für Europäische Bildung“ 2022 ausgezeichnet worden.

Die BBS Soltau haben den mit 3.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Begegnung in Europa erhalten. Der Preis in der Kategorie Erkundung in Europa ging an das Oberschulzentrum Oder-Spree, der Preis in der Kategorie Bildung in Europa an die Thomas-Mann-Schule in Lübeck – auch an diesen beiden Bildungseinrichtungen darf man sich über je 3.000 Euro freuen.

Der „EuropaSCHULpreis – Friedrich-Preis für Europäische Bildung“ zeichnet Schulen aus, die Europa im Unterricht sowie im schulischen Alltag auf herausragende Art leben und erfahrbar machen. Er wird von der Friedrich-Stiftung verliehen. Laut Kuratoriumsmitglied Professor Dr. Jan-Hendrik Olbertz, der sich online zuschaltete, gibt es bundesweit etwa 800 Europaschulen – drei von ihnen sind nun ausgezeichnet worden.

Den Schülerinnen und Schülern sowie dem Schulteam der BBS Soltau sind Werte wie Respekt, Toleranz und Akzeptanz nicht nur wichtig, sie leben diese auch. Regelmäßig stehen internationale Projekte auf dem Programm, es werden Reisen in europäische Nachbarländer durchgeführt, dank guter Zusammenarbeit zwischen Schule, Betrieben und Auszubildenden leisten junge Leute im Ausland Praktika ab. Für Schulleiterin Gaby Tinnemeier steht fest: Reisen helfe gegen Vorurteile. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund zeigte sie sich erfreut, dass das Reisen nach pandemiebedingter Einschränkung künftig wieder verstärkt möglich sein könne.

Laudator Reinhard Fischer, Leiter von Europe Direct Berlin und online zugeschaltet, ging auf das hohe Engagement der BBS Soltau im Bereich Begegnungen und dies insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung ein. Ein spezielles Augenmerk richtete er auf das Projekt „1 for all Global 3D Printing“.

Zusammen mit ihren Partnerschulen in Europa und den USA nehmen die BBS Soltau an diesem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt teil. Schülerinnen, Schüler sowie Lehrkräfte der Berufsfachschule (BFS) Metalltechnik planen dabei im Austausch mit den Partnerorganisationen den Aufbau einer zwei bis drei Meter hohen, beleuchtbaren Statue aus nachhaltigen Materialien und setzen das Projekt in die Tat um. Die Statue soll anlässlich des Lichterfests in Amsterdam 2023 ausgestellt werden. Darüber hinaus stehen drei der 17 von der UNO aufgestellten Ziele für nachhaltige und globale Entwicklung im Mittelpunkt: hochwertige Bildung, Innovation/Infrastruktur sowie Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

Persönlich vor Ort in Soltau war Lena Düpont (CDU), EVP-Fraktionsmitglied im Europäischen Parlament. Es sei wichtig, über den Tellerrand hinauszuschauen, hob sie die Bedeutung europäischen Denkens und Handelns hervor. Die Europäische Union (EU) sei nicht perfekt, aber sie sei eines der überzeugendsten Friedensprojekte, das es auf dem hiesigen Kontinent je gegeben habe, sagte sie und betonte: „Meine Hoffnungen gründen auf einer neuen Generation Europäer.“ Damit die EU künftige Krisen meistern könne, sei es wichtig, dass es stets Menschen gebe, die für diese einstünden.

Gerald Hofmann, Vorsitzender des Bundes-Netzwerks Europaschule, sagte online, Europa müsse auch in Krisen eng zusammenarbeiten, dies zeige sich aktuell mehr denn je. Werte, welche die Europaschulen besonders hochhielten, würden durch Putins Krieg in der Ukraine vor ganz neue Herausforderungen gestellt.

Online zugeschaltet war auch Dr. Katharina Barley (SPD), Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. „Bitte gehen Sie weiter auf diesem Weg!“, bestärkte sie Schülerschaft und Schulbedienstete, ihren Kurs beizubehalten.

Birgit Honé (SPD) vom niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung, ließ via Bildschirm verlauten: „Die Auszeichnung würdigt das Engagement Ihrer Schule für ein Europa der Begegnung und des Voneinander-Lernens.“ Der Krieg zeige, wie wichtig es sei, dass sich junge Menschen den europäischen Werten verpflichtet fühlten, denn ihnen komme bei der Verbreitung dieser Werte eine Schlüsselrolle zu.

Laut SPD-Bundestagsabgeordnetem und Parteichef Lars Klingbeil, auch er meldete sich via Online-Grußwort, zeige der Krieg: „Wir brauchen eine starke EU.“ An die Schülerschaft gerichtet, sagte er: „Es ist eure Aufgabe, Europa als etwas zu begreifen, was Frieden und Stabilität ermöglicht.“

Die BBS Soltau plant, die Hälfte ihres Preisgelds Menschen in der Ukraine zugutekommen zu lassen. Schülerinnen und Schüler der BFS Metalltechnik haben zudem eine limitierte Sonderedition einer „1 for all Global 3D Printing“-Kachel angefertigt, diese bieten sie zum höchst erzielbaren Preis an, der Erlös soll ebenfalls in die Ukraine fließen.

Text und Fotos von Marcel Maack (maa)

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