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Breidings Garten: Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Arbeiten am Südflügel der Villa mit 70.000 Euro

Fachwerksanierung gefördert

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Stiftung Breidings Garten beim Erhalt und der Restaurierung von Breidings Garten in Soltau. Aktuell fördert die DSD mit einem Fördervertrag über 70.000 Euro Sanierungsarbeiten im Bereich des Südflügels der zur Parkanlage gehörenden Villa. Vorgesehen ist eine Gesamtinstandsetzung des südlichen Anbaus: Putzschäden sollen beseitigt, das Fachwerk und die Dachhaut repariert und die Gauben rekonstruiert werden.

Die Stiftung Breidings Garten wurde 2008 gegründet und kümmert sich, neben dem eingetragenen Verein Breidings Garten, um Erhalt und Sanierung der Parkanlage und ihrer Gebäude und hat das Areal wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bei der Villa handelt es sich um einen 1850 erbauten freistehenden ein- bis zweigeschossigen Putzbau, der teils ein Mezzanin, ein niedrigeres Zwischengeschoss mit ästhetischer Fassadengestaltung, aufweist. Die weitgehend symmetrische Fassade ist durch Lisenen – schmale und leicht hervortretende vertikale Wandverstärkungen zur Verzierung und optischen Gliederung – und Rundbogenfenster in Blendbögen, also ohne Vorhandensein eines Fensters, gegliedert.

In den 1870er-Jahren wurde ein Anbau mit einem zwölfeckigen Pavillon an der Nordseite in Fachwerkbauweise errichtet. 1899 folgte das Pendant an der Südseite mit einer Ecklaube auf quadratischem Grundriss, ebenfalls in Fachwerkbauweise. Breidings Garten wurde 1850 von August Röder angelegt. Der Name stammt vom Stiefvater Carl Breiding, der August in seine Firma holte und diese dann Fa. Carl Breiding & Sohn nannte. Was mit einigen Bäumen und Sträuchern, Teichen und Wegen und einem Landhaus begann, wurde durch zahlreiche Umbauten und Erweiterungen schnell zu einem zwölf Hektar großen Landschaftspark.

Der anfängliche sonntägliche Familientreffpunkt – Röder hatte fünf Söhne – wurde zu einer Sommerresidenz. Die Villa wurde im zeitgenössischen italienischen Stil, der sich durch Naturmaterialien wie Stein oder Holz, Rundbögen und flachgeneigte Dächer auszeichnet, umgebaut sowie ein See mit romantischer Burgruine, Wasserfontäne und Grotte angelegt. Genutzt wurden Landschaftspark und Villa bis 2007 ausschließlich privat.

2005 meldete Carl Breiding & Sohn Konkurs an, Breidings Garten wurde Teil der Konkursmasse. Soltauer Bürger gründeten 2007 den nach wie vor aktiven Verein Breidings Garten, um die stark verwilderte Parkanlage zu retten. Der Verein stieß aber finanziell an seine Grenzen. 2008 gründeten Hinrich und Eckhart Röders, Nachfahren des Erbauers, mit der Stadt Soltau und der Volksbank Lüneburger Heide e. G. die Stiftung Breidings Garten, kauften die Villa und den größten Teil der Parkanlage und treiben seither die Restaurierung und Sanierung voran.

Hilfe dabei gab es wiederholt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Im Förderjahr 2010/2011 wurden Mittel für den Erhalt der Gartenanlage zur Verfügung gestellt, 2017 wurde die Restaurierung der Ostfassade der Villa Röders unterstützt.

Breidings Garten zählt zu den mehr als 580 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und mithilfe von Mitteln der „Glücksspirale“ bisher in Niedersachsen fördern konnte.