Fast 100.000 Euro für Buchdruck-Museum

Bundeslandwirtschaftsministerium fördert Soltauer Vorhaben

Fast 100.000 Euro für Buchdruck-Museum

Manchmal werden Wünsche wahr, und dann kann Weihnachten auch mitten im Sommer liegen - wie jetzt beim Verein „Erlebniswerkstatt Buchdruck-Museum Soltau“: Der darf sich nämlich über eine Förderung von fast 100.000 Euro freuen. Geld, das dem Verein endlich die Umsetzung seines Museumsprojektes „Die Bleilaus - Schrift- und Druckwelt Soltau“ in der Kirchstraße 2 in Soltau erlaubt. Der hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil, der sich für die Förderung aus dem „Bundesprogramm Ländliche Entwicklung“ (BULE) stark gemacht hatte, betonte am Mittwoch: „Das ist eine gute Nachricht für Soltau. Ich freue mich, daß der Bund das Buchdruck-Museum finanziell unterstützen wird.“

Die Freude ist natürlich bei den Vereinsmitgliedern besonders groß: „Daß wir jetzt die Förderung erhalten, habe wir auch dem Heide-Kurier zu verdanken. In der HK-Ausgabe von 23. Juli 2017 haben wir nämlich auf Seite 13 den Hinweis auf das Förderprogramm gelesen. Allerdings mußten wir uns beeilen, denn wir konnten uns nur noch bis zum 31. Juli 2017 bewerben“, erinnert sich Renate Gerstel. Das, so die Pressewartin und Schriftführerin des Vereins, sei dann zwar ein echter Kraftakt gewesen, habe sich aber am Ende mehr als gelohnt, „wobei uns immer geholfen wurde, wenn es noch Dinge zu klären gab“, erinnert sich Gerstel.

Mit diesem Förderprogramm sollen beispielhafte Projekte unterstützt werden, die ländliche Regionen als Arbeits- und Lebensräume attraktiv gestalten. Und dazu, so schreibt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, trage das Soltauer Vorhaben bei.

In dessen Rahmen soll ein Museum als Erlebniswerkstatt gestaltet werden, mit dem Ziel, die schon fast vergessene Kunst des Setzens (Bleisatz) und Druckens nicht nur der Nachwelt zu erhalten, sondern auch zu vermitteln, wobei die Themen insgesamt von der Handschrift bis zum neuesten Stand der Computertechnik reichen sollen. Eine Einrichtungsskizze für die Gestaltung der 150 Quadratmeter großen Räumlichkeit in der Kirchstraße 2 liegt bereits vor, auch Material für Ausstellung und Arbeit ist reichlich vorhanden: Neben einer alten Druckmaschine warten Lettern der historischen Setzereien der Soltauer Firmen Mundschenk und Herzberg auf ihren Einsatz. Vieles davon ist derzeit in der kleinen Werkstatt des Vereins in einem Kellerraum in der Winsener Straße untergebracht. Doch jetzt rückt die Umsetzung des rund 200.000 Euro teuren Projektes in greifbare Nähe: „Mit der 100.000-Euro-Förderung aus dem Landwirtschaftsministerium haben wir den Grundstock, den andere Unterstützer brauchen, um ihrerseits Fördergelder fließen lassen zu können. Der erste, der uns da Hilfe in Höhe von 20.000 Euro zugesagt hat, ist der Förderverein der Soltauer Wirtschaft. Von der Leader-Region Hohe Heide gibt es bereits einen Vorbehaltsbeschluß über 60.000 Euro. Der Rest kommt vom Verein“, erläutert Gerstel.

Die „Bleiläuse“ müssen jetzt erst einmal die Zuwendungsbescheide abwarten, aber die Pressesprecherin geht davon aus, „daß wir noch in diesem Jahr mit ersten Arbeiten beginnen, vielleicht können wir noch im Oktober starten. Damit bei den Umbauarbeiten alles korrekt abläuft und wir alles richtig machen, werden wir noch einen Architekten einschalten. All das wird mindestens ein Jahr lang dauern, und so hoffen wir, Ende Oktober 2020 fertig zu sein.“

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