Fest rund um Spielmuseum und Felto

Zauberhaftes, Musikalisches und Matinée zum 250-jährigen „Jubiläum“: Buntes Programm und freier Eintritt beim Stiftungs- und Museumsfest vom 10. bis 12. Juni

Fest rund um Spielmuseum und Felto

„Etwas schönrechnen“ - diese oft negativ behaftete Redewendung führt in diesem Fall zu einem durchaus positiven Ergebnis, nämlich zu einem bunten Programm, und zu einer beeindruckenden Zahl: 250 Jahre. So alt sind zwar weder Spielmuseum noch Filzwelt, auch nicht beide zusammen, dennoch laden sie jetzt zu einem gemeinsamen Stiftungs- und Museumsfest ein, um ihren 250. „Geburtstag“ zu feiern. Wie die zwei Soltauer Einrichtungen auf ein Vierteljahrtausend Geschichte kommen, das klären deren Leiter Antje und Mathias Ernst. Für diese unlösbare Matheaufgabe mussten sie „schön rechnen“: „Es war eine humoristische Idee“, schmunzelt Mathias Ernst, „wir wollten halt auf 250 Jahre kommen“, so der ehrenamtliche Direktor der Stiftung Spiel. Das „Jubiläum“ ist also mit einem Augenzwinkern zu sehen, das Programm zu selbigem lässt die Mundwinkel nach oben steigen: So können sich Besucher vom 10. bis zum 12. Juni bei freiem Eintritt in Spielmuseum und Felto sowie zu allen Veranstaltungen auf Spielaktionen, Spezialführungen, Zauberhaftes und Musikalisches, eine Matinée und vieles mehr freuen.

Die 250 Jahre sind schlicht das Ergebnis einer Addition, die Ernst nicht ganz ernst meint: Vor 52 Jahren begann Museumsgründerin Hannelore Ernst mit dem Spielzeugsammeln, vor 44 Jahren öffnete sie ein privates Mini-Museum, vor 38 Jahren entstand ein Museum in städtischen Räumlichkeiten, vor 34 Jahren erfolgte der Umzug in das Erdgeschoss des heutigen Haupthauses in der Poststraße 7, vor 23 Jahren hatte sich das Museum auf drei Ebenen erweitert, vor 17 Jahren wurde die Stiftung Spiel gegründet, vor 14 Jahren war das „Murmiland“ erstmals zu Gast in Soltau, vor neun Jahren kam die Filiale in der Poststraße 15 hinzu, vor acht Jahren konnte das „Fliegende Klassenzimmer“ abheben, vor sieben Jahren öffnete die Filzwelt ihre Pforten, „und vor zwei Jahren siedelte sich ‚Klein-Paris‘ in Soltau an, so Ernst. Wer die Jahre dieser Aufzählung zusammenrechnet kommt auf - nein, eben nicht 250 -, sondern 248. Also haben die Leiter der Einrichtungen noch „Eins und Eins zusammengezählt“, und voilà: „Nun rechnen wir noch 1+1 hinzu und kommen exakt auf 250 Jahre - auf ein rundes, großartiges Jubiläum“, so Mathias Ernst. „Man hätte natürlich auch ‚vernünftig‘ rechnen können“, meint der Stiftungsdirektor und Sohn der Museumsgründerin, „aber in der Coronazeit haben wir schon so manche Gelegenheit für ein Fest verpasst, und jetzt möchten wir endlich mit den Besuchern feiern!“

Das Programm dafür lässt kaum Wünsche offen: Das Wochenende startet am Freitag ab 15 Uhr mit einem Familienspielnachmittag auf dem Felto-Hof. Spieleerfinder Klaus Pöhlmann, bekannt für seine weichen Filz-Flugscheiben, kommt aus Gunzenhausen nach Soltau - mit jeder Menge Material im Gepäck, um den Hof in ein fröhliches Spielfeld für Air-Hockey, Balanceakte und mehr zu verwandeln. Rundherum präsentieren sich verschiedene Soltauer Einrichtungen mit Mitmachangeboten. Auch für kleine Stärkungen wird gesorgt - und im Rahmen des Projekts Solidaritätstafel ist die katholische Kirchengemeinde St. Marien mit einem Eisstand vor Ort.

Am Samstag ab 10 Uhr gibt es Kreatives auf dem Röders Hof neben der Filzwelt zum Anschauen und Mitmachen. Es wird gefilzt, gefaltet, gedruckt, gemalt, gebastelt. Drechslermeister Klaus Mader, Spezialist für Holz-Kreisel, kommt mit seiner Drechselbank aus Österreich und lässt sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Außerdem hat er jede Menge Kreisel dabei: Die kleinsten klein wie ein Fingernagel, die größten so groß, dass sie sich kaum mit den Armen umfassen lassen. Besondere Schau- und Spielobjekte werden von Freitag bis Sonntagmittag im Felto-Dachgeschoss präsentiert.

Im Spielmuseum ist für das Festwochenende eine kleine Auswahl der beliebten Murmelbahnen von Ortwin Grüttner auf Stippvisite. Außerdem laufen zwei besondere Mitmachaktionen im „Fliegenden Klassenzimmer“: Am Samstag von 15 bis 17 Uhr lädt Lego-Spezialist Oliver Graubohm aus Munster zu einem Mit-Bau-Nachmittag ein, und am Sonntag von 15 bis 17 Uhr konstruiert Murmelfan Johannes Schmitz aus Bremen gemeinsam mit den Gästen Murmelstrecken mit dem Rollo-Quick-System. Einblicke in die große kleine Welt historischer Puppenhäuser gibt Expertin und Sammlerin Elisabeth Lewe aus Rheda-Wiedenbrück beim Ausstellungsgespräch am Samstag um 15.30 Uhr.

Zu den besonderen Highlights gehört am Sonntag ab 10.30 Uhr die Matinée „Zauberhaftes Blechspielzeug“. Zu Ehren von „Arthurs Welt“ mit „Klein-Paris“ wird Blechspielzeug-Experte Cor van Schaijk rare und humorige Highlights aus der wunderbaren Sammlung von Arthur Verdoorn präsentieren - darunter viele Schätze des bedeutenden Pariser Herstellers Fernand Martin. Zusätzlich sorgt ein Magier für Überraschungsmomente im Publikum.

Schritte und Blicke über die Museen hinaus bieten ein Stadtrundgang mit dem Nachtwächter „Willi“ (Freitagabend), eine Spielraumführung (Samstagvormittag) und ein Spaziergang durch Breidings Garten (Sonntagnachmittag). Klangvollen Schlusspunkt des Programms am Sonntag um 16 Uhr: das Babykonzert im Felto-Dachgeschoss: Junge Instrumentalisten präsentieren klassische Klänge für kleine und große Ohren. Familien mit Kindern können hier entspannt ein Konzert genießen - Bewegung und Nebengeräusche erlaubt.

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