Feuerwehr im Dauereinsatz | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Vollgelaufene Keller, überflutete Gebäude und erhebliche Wasserschäden in der Kernstadt: Wehren bewältigen rund 60 Einsätze nach Starkregen in Soltau

Feuerwehr im Dauereinsatz

Heftiger Starkregens hat am gestrigen Montagabend die Einsatzkräfte der Feuerwehr Soltau über mehrere Stunden stark gefordert – „und für die bisher einsatzreichste Nacht des Jahres 2026 gesorgt“, fasst Adrian Thölke zusammen. Denn: „Zwischen Montagabend 20 Uhr und Dienstagmorgen 6.30 Uhr wurden rund 60 Einsätze im Soltauer Bereich durch die Ehrenamtlichen Einsatzkräfte abgearbeitet“, so der Stadtpressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Soltau.

In seinem Bericht beschreibt Thölke, wie sich die Situation entwickelt hatte: „Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zogen am Abend kräftige Gewitter mit teils extremen Niederschlagsmengen und Hagel über die Region hinweg. Die großen Wassermengen konnten nicht mehr richtig ablaufen, sodass es vielerorts zu großflächigen Überflutungen kam.“

Der erste Alarm für die Feuerwehr erfolgte gegen 21 Uhr: „Bereits um 21.15 Uhr löste der diensthabene Brandmeister vom Dienst (BVD) aufgrund der Vielzahl zeitgleich eingehender Notrufe den Alarm für die örtliche Einsatzleitung (ELO) aus. Ziel war es, die Leitstelle des Heidekreises zu entlasten. Hierfür wurde eine örtliche Einsatzleitung im Feuerwehrgerätehaus Soltau eingerichtet, die als Schnittstelle zwischen der Leitstelle des Landkreises Heidekreis und den eingesetzten Soltauer Feuerwehren fungierte. Von dort aus wurden die eingehenden Notrufe unter der Gesamteinsatzleitung des Stadtbrandmeisters Daniel Dwenger koordiniert, priorisiert und die Einsatzkräfte disponiert“, so Thölke.

Der Schwerpunkt der Einsätze lag auf vollgelaufenen Kellern und überfluteten Gebäuden in der Kernstadt Soltau. Zur Unterstützung der Soltauer Einsatzkräfte wurden im weiteren Verlauf die Ortsfeuerwehren Marbostel, Meinern-Mittelstendorf, Wolterdingen und Harber mit ihren Löschfahrzeugen alarmiert. „Da die Zahl der Einsatzstellen stetig anstieg, wurden zudem zusätzliche Wassersauger und Pumpen aus den Städten Munster und Schneverdingen angefordert“ erläutert Thölke.

Und die Herausforderungen für die Wehren waren groß: „Im Bereich der Scheibenstraße kam es in einem Industriebetrieb zu einer Auslösung der automatischen Brandmeldeanlage. Hierbei handelte es sich um einen Fehlalarm“, so der Feuerwehrsprecher.

Eine größere Einsatzlage entwickelte sich laut Thölke am Friedrich-Einhoff-Ring in Soltau: „Hier liefen die Kellergeschosse von bis zu sechs Mehrfamilienhäusern großflächig mit Wasser voll. Ebenfalls betroffen war eine nahegelegene Pflegeeinrichtung, in deren Kellergeschoss – unter anderem im Bereich der Küche – erhebliche Wasserschäden entstanden. Die umfangreichen Abpumparbeiten dauerten dort bis tief in die Nacht an.“

In der Straße Alter Grenzweg geriet zudem eine Kellergeschoss-Wohnung komplett unter Wasser: „Hier mussten diverse Türen geöffnet werden, um die Pumpen und Wassersauger in Stellung zu bringen. Hier war ebenfalls die Polizei an der Einsatzstelle.“

Mit Anbruch des Tages gegen 6.30 Uhr ging erneut ein Alarm für die Ortswehr Soltau ein. In einem Einfamilienhaus bemerkte die Bewohnerin einen stark überfluteten Kellerbereich. Hier kamen erneut die Pumpen zum Einsatz. Ebenfalls vor Ort waren die Stadtwerke , da es hier zu einer Stromabschaltung im Gebäude kam.

„Die Feuerwehr Soltau war zur Spitze mit 50 Einsatzkräften und acht Fahrzeugen mit Besatzung für die ELO im Dauereinsatz“. Dabei hätten laut Thölke zwei Einsatzkräfte im Verlauf der Nacht leichte Verletzungen erlitten: „Eine Kameradin zog sich eine Knöchelverletzung an einem offen stehenden Gullideckel im überschwemmten Bereich zu. Während des Gewitterereignisses kam es zu einem Blitzeinschlag mit unmittelbar stark einsetzendem lauten Knall, welcher ein leichtes Knalltrauma bei einer Feuerwehrkraft zur Folge hatte. Beide Einsatzkräfte wurden im Verlauf ambulant in nahegelegenen Krankenhäusern behandelt.“