„Fliegende Teppiche“ in der Grundschule und hervorragende Leistungen

Vorlesewettbewerb an der Soltauer Freudenthalschule: Preisverleihung im Freien

„Fliegende Teppiche“ in der Grundschule und hervorragende Leistungen

„Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Fantasie“ - ein Zitat des US-amerikanischen Schriftstellers James Daniel (1946-2012). In Sachen Leseförderung breitet die Soltauer Freudenthal-Grundschule im Rahmen ihres Bildungskonzepts den Schülerinnen und Schülern schon seit langem Teppiche aus, um sie zu beflügeln: Seit rund drei Jahrzehnten organisiert Lehrerin Kerstin Reinholz, unterstützt von ihren Kollegen und Kolleginnen sowie dem Förderverein der Schule, jeweils zum Ende des Jahres hin Lesewochen mit einer Autorenlesung und einem Vorlesewettbewerb. Abschluss und Höhepunkt der Projektwochen ist dann die Preisverleihung an die besten Vorleserinnen und Vorleser, der die Mädchen und Jungen natürlich gespannt entgegenfiebern. Das war auch im Dezember vergangenen Jahres wieder der Fall, auch wenn es im Ablauf coronabedingt kleine Veränderungen gab.

Wie immer gingen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestens präpariert an den Start, wurde doch vor dem Wettbewerb im Deutschunterricht ganz besonders viel gelesen. Für die zweiten Klassen war die traditionelle Autorenlesung ein Highlight, zu der die Freudenthalschule ihren Stammgast Will Gmehling aus Bremen begrüßte, der einmal mehr seine eigenen Bücher im Gepäck hatte. Diese Lesung steht alljährlich für den zweiten Schuljahrgang auf dem Plan und wird, sehr zur Freude der Schülerschaft und des Kollegiums, ebenfalls vom Förderverein finanziert.

„Die Zweitklässler waren begeistert und sehr interessiert am Leben und Arbeiten eines Schriftstellers. Herr Gmehling musste viele Fragen beantworten“, berichtet Reinholz. Der Kinderbuchautor wurde 1957 geboren und ist Vater von zwei Kindern. Er hat große Freude daran, auf Reisen zu gehen, um in Schulen, Bibliotheken und auf Festivals aus seinen Büchern vorzulesen, wie er auf seiner Internetseite schreibt: „Kinder sind fantastische Zuhörer, die plötzlich, wenn ihnen ein Text gefällt, alles um sich herum vergessen können, sogar ihre Smartphones. Nach der Lesung haben sie oft sehr viele Fragen, wollen selbst zu schreiben beginnen und gehen wieder in Bibliotheken.“ Der Kinderbuchautor aus der Hansestadt weiß: „Autorenbegegnungen sind in ihrer nachhaltigen Wirkung kaum hoch genug einzuschätzen und wecken Lust auf neue Leseabenteuer.“

Lust auf Lesen hatten die Schülerinnen und Schüler auch im Zuge des Wettbewerbs. Sie lasen aus ausgewählten Büchern vor, wobei zum Ermitteln der Klassensieger auch unbekannte Texte zu präsentieren waren. Und so ermittelten die zweiten, dritten und vierten Klassen zunächst jeweils ihre eigenen Sieger: In Klasse 2a gewann Lena Brockmann, in Klasse 2b Matheo Marschalek. Beste Vorleserin der Klasse 3a war Nellie Ort, während sich in der Klasse 3b Elias Fernandez Vidal und in der Klasse 3c Nele Larisch über den Sieg freuten. In der 4a setzte sich Emma Weis durch, in Klasse 4b Jan Wenddigensen. Ein großes Lob von Organisatorin Reinholz ging zudem an Förderkind Stoil Radkova aus der Klasse 3a für „den besonderen Mut“, mitzumachen. Das war‘s mit Lesen aber noch nicht gewesen, denn nun folgte der Jahrgangsentscheid, der in der Stille der „Leseinsel“ der Schule über die Bühne ging. Die Klassensieger gaben kurze Einführungen in die von ihnen ausgewählten Bücher und lasen Abschnitte daraus vor. Auch im „Finale“ gab es als zusätzliche Herausforderung die Aufgabe, ein unbekanntes Buch vorzustellen und Textpassagen daraus zu präsentieren.

„Es war wie immer spannend und faszinierend, den Kindern beim Vorlesen zuzuhören. Alle glänzten mit hervorragenden Leistungen - und es war nicht immer einfach, den Jahrgangssieger zu ermitteln“, resümiert Reinholz. Nachdem die Klassensieger zunächst eine Leseurkunde erhalten hatten, war noch einmal Geduld gefordert, zumal die Bekanntgabe der Jahrgangssieger zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Plan stand. Diese Ehrung erfolgte schließlich coronabedingt auf dem Schulhof an der frischen Luft, die laut Reinholz „vor Spannung knisterte.“

Die Klassensieger erhielten jeweils einen Buchpreis, die Jahrgangssieger freuten sich zudem über ein weiteres Buch. Einer der drei klassenübergreifenden „Champions“ war Matheo Marschalek aus der 2b, der aus dem ihm unbekannten Buch „Die Olchies feiern Weihnachten“ von Erhardt Dietl vorgelesen hatte und, so Reinholz, „die doch sehr kreativen Wörter besonders sicher und souverän vortrug.“ Jahrgangssieger der Drittklässler wurde Elias Fernandez Vidal aus der 3b, der mit dem ebenfalls nicht zuvor eingeübtem Buch „Als Weihnachten beinah verschoben wurde“ von Achim Bröger punktete. „Er las ruhig und entspannt vor“, lobt Lehrerin Reinholz. Dritter Jahrgangssieger wurde Jan Wenddigensen aus der Klasse 4b. „Er las ohne Probleme locker und sicher aus Andreas Steinhöfels Buch ‚Es ist ein Elch entsprungen‘ vor“, so die Wettbewerbsleiterin weiter. Trotz der coronabedingten Änderungen im Ablaufplan zog sie auch nach den „Lesewochen 2021“ eine durchweg positive Bilanz: „Alle Lesesieger waren mächtig stolz und die jeweiligen Mitschüler der einzelnen Klassen freuten sich mit.“

Die Buchpreise hatte wie in jedem Jahr der Förderverein der Schule finanziert, Kerstin Reinholz hatte das „Belohnungslesefutter“ zuvor ausgewählt. Sie freute sich über das Gelingen: „Es hat mal wieder großen Spaß gemacht, beim Vorlesewettbewerb dabei zu sein.“

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