Für sechs Millionen Euro mehr als nur ein „Update“

Oberschule Soltau feiert Einweihung neuer und moderner Klassenräume und stellt am 16. Januar Erweiterung nach Umbau vor / parallel läuft „Halbjahreskonzert der OBS“

Für sechs Millionen Euro mehr als nur ein „Update“

Mit Kreide an die Tafel schreiben? Total „old school“. Längst haben sogenannte „Activboards“ - riesige, berührungsempfindliche Bildschirme mit integriertem Computer - an den Schulen Einzug gehalten. So auch an der Oberschule Soltau (OBS), wo die elektronischen Tafeln schon seit Jahren im Einsatz sind. „Doch mit diesen Geräten ist es wie mit Smartphones: Nach fünf Jahren sind sie veraltet“, erklärt Daniel Minor, Lehrer und für Öffentlichkeitsarbeit zuständig an der OBS. Die hat jetzt nicht nur eine ganze Reihe modernster „Activboards“ sowie eine Aktualisierung der vorhandenen Modelle bekommen, sondern die ganze Schule erhielt ein „Update“ - und zwar ein umfassendes: Insgesamt sechs Millionen Euro investierte der Landkreis Heidekreis als Schulträger in die Einrichtung, ließ zahlreiche Räume modernisieren sowie einen Trakt erweitern. Nach insgesamt fast dreijähriger Bauphase werden die neuen Klassenzimmer und naturwissenschaftlichen Fachunterrichtsräume am 16. Januar offiziell eingeweiht. Besucher dürfen sich selbst ein Bild machen sowie ein Konzert erleben.

1970 entstand die ehemalige Realschule der Böhmestadt mit den Trakten A, B, C und D sowie der Sporthalle, 1989 wurde die damalige Hauptschule (heute Trakt E) gebaut. 2008 erfolgte der Hauptschulanbau (Trakt F), im selben Jahr wurde außerdem die Mensa fertiggestellt. Die Sporthalle wurde 2011 saniert. 2017 starteten dann die Arbeiten für die nun abgeschossene Erweiterung: In diesem Zuge erfolgte eine Teilsanierung der Klassenräume und Flure sowie der WCs im D-Trakt, der 2019 zudem noch ein neues, geneigtes Metalldach erhielt.

Eine komplette Sanierung der vorhandenen 15 Unterrichtsräume einschließlich der Flure und Toiletten erfolgte auch im Trakt C - doch der bekam zusätzlich noch einen zweigeschossigen Anbau hinzu: „Wir haben so acht neue Unterrichtsräume hinzugewonnen, fünf davon sind darüber hinaus durch ausfahrbare Zwischenwände teilbar und als sogenannte Differenzierungsräume nutzbar - ideal beispielsweise für Gruppenarbeit“, erläutert Minor. Der C-Trakt - auch er erhielt ein geneigtes Metalldach - bekam zusätzlich einen neuen Aufzug und behindertengerechte Zugänge.

Nicht neu gebaut, aber so stark verändert, dass er quasi neu erscheint, wurde der A-Trakt: „Man erkennt die gesamten Räumlichkeiten kaum wieder“, so Minor. Hier sei alles neu aufgeteilt worden, „und es wurden manche Wände weggenommen“, erklärt der Pädagoge. Das Stockwerk oberhalb des Forums beherbergt die naturwissenschaftlichen Fachräume - und für den Biologie-, Chemie- und Physikunterricht erhielten die Klassen eine komplett neue Ausstattung: „Der Vorbereitungsraum wirkt wie ein Labor.“

Im Obergeschoss des A-Traktes war bisher die Küche zu finden. „Die ist nun in den F-Trakt umgezogen“, so Minor. Außerdem sei eine ganz neue Verbindung zwischen dem A- und dem C-Trakt entstanden: „Durch diesen Übergang ist nun alles leicht erreichbar und dank des neuen Fahrstuhls auf allen Etagen auch ebenerdig.“ Komplettiert werde alles durch eine behindertengerechte Toilette.

Während der Bauarbeiten an den Biologie-, Chemie- und Physikräumen konnten diese für den Unterricht natürlich nicht genutzt werden. „Hier gab es jedoch wenig Ausfälle, da wir noch zwei Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht im E-Trakt nutzen konnten“, erläutert Minor. Überhaupt seien die heute fast 700 Schüler der OBS trotz der durchaus langen Bauphase nur wenig gestört worden, „nur ab und zu vom Lärm des Presslufthammers oder vom Geruch des Gussasphalts. Aber wir konnten in dieser Zeit die Container-Klassen nutzen, mussten nicht auf andere Schulen ausweichen. Insgesamt waren die Beeinträchtigungen durch die Arbeiten jedenfalls nicht so schlimm, wie einst gedacht. Außerdem waren die Schüler durchaus interessiert daran, was die Handwerker machten und was hier entsteht.“

Und wer daran interessiert ist, wie das Ergebnis aussieht, kann am morgigen Donnerstag zu einem Rundgang durch die fertigen Räume starten. Nach der offiziellen Eröffnungszeremonie mit geladenen Gästen, steht die Schule am 16. Januar ab 17 Uhr für Besucher offen: „Interessierte Soltauer können sich dann selbst ein Bild vom Anbau und den neugestalteten Unterrichtsräumen machen“, so Minor.

Parallel läuft ein Konzert, zu dem die Öffentlichkeit ebenfalls eingeladen ist: Von 16.30 bis etwa 19 Uhr stehen im großen Forum der Schule beim „Halbjahreskonzert der OBS“ verschiedene Gruppen auf der Bühne. „Die Klassen 8 bis 10 haben sich im Projektunterricht darauf vorbereitet. Es gibt Tanzeinlagen, zu hören sind unter anderem alte und neue Rock-Songs“, verrät Minor.

Er ist mit dem An- und Umbau übrigens sehr zufrieden: „Toll geworden.“ Auch Landrat Manfred Ostermann freut sich, dass die Schule - obwohl in ihrer Grundsubstanz nunmehr ein halbes Jahrhundert alt - nun wieder ganz „up to date“ ist: „Die in den vergangenen drei Jahren durchgeführten Sanierungsmaßnahmen wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Umsetzung der Schulentwicklungsplanung an der Oberschule Soltau liegt im Zeit- und Kostenrahmen. Moderne Räume mit entsprechender Ausstattung bieten nun eine gute Lernumgebung für alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte der Oberschule, was mich sehr freut.“

Und nach dieser Bauphase geht es noch dieses Jahr gleich an das nächste Projekt: „Ab Sommer werden das Lehrerzimmer und der dortige Bereich neu gestaltet“, so Burkhard Viets. Wie der didaktische Leiter der OBS erklärt, werde dafür der alte Gebäudeteil einem neuen weichen, „der schließt dann an den Parkplatz an, wird mehr Platz bieten und den aktuellen Brandschutzanforderungen entsprechen.“

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