Gäste aus ganz Deutschland

Breidings Garten gilt als „Geheimtipp“ / Gute Apfelernte erwartet

Gäste aus ganz Deutschland

Mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge blicken Karin Zielke und Rüdiger Röders-Arnold vom Verein Breidings Garten auf die vergangenen Monate der andauernden Corona-Krise zurück. Schließlich sind die Auswirkungen der Pandemie auch an Soltaus außergewöhnlichem Landschaftsgarten nicht spurlos vor­übergegangen. Doch bei all den Einschränkungen legt der Verein nicht die Hände in den Schoß, sondern hat drei kommende Veranstaltungen auf dem Zettel.

„Wegen der Corona-Epidemie mussten wir quasi unser gesamtes Programm absetzen. Ausnahme sind unsere Führungen: Seit Juni bieten wir sie wieder an, allerdings beschränkt auf zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, berichtet Zielke. Durch den Ausfall der Veranstaltungen seien zahlreiche Gäste ausgeblieben. „Andererseits war Corona von Vorteil für die denkmalpflegerischen Arbeiten in der Villa.“

Und Röders-Arnold ergänzt: „Wir haben zwar auf der einen Seite Veranstaltungsgäste verloren, dafür aber auf der anderen Seite sehr viele Einzelbesucher gewonnen, die gerade in der Zeit der Coronabeschränkungen sinnvolle Abwechslung gesucht haben.“ Aus den Bereichen Hamburg und Hannover und dem Landkreis Rotenburg, „aber auch auf dem südlichen Heidekreis sind die Leute zu uns gekommen“, so Zielke.

Doch auch aus ferneren Gefilden kamen Interessierte: „Selbst Reisende aus Süddeutschland haben auf dem Weg in den Urlaub einen Abstecher zu uns gemacht“, freut sich Röders-Arnold über Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Dass Breidings Garten zunehmend auch weit über die Region hinaus seine Fans findet, liegt nicht zuletzt an Veröffentlichungen, die ihn in ein gebührendes Licht setzen. So verweist Röders-Arnold nicht ohne Stolz etwa auf die August-Ausgabe des Magazins „Monumente“, Förderzeitschrift der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: „Dort werden in einem Artikel bundesweit acht Geheimtipps für Parks und Gärten gegeben - und Breidings Garten ist dabei der einzige Geheimtipp in Niedersachsen.“ Diese äußerst positive Resonanz, so Zielke, sei auch eine Würdigung der vielen ehrenamtlichen Arbeit, ohne die der Landschaftsgarten nicht in seinem guten Zustand zu halten wäre.

Die nächste Gelegenheit, Breidings Garten kennenzulernen, bietet der „Tag des offenen Denkmals“ am kommenden Sonntag, dem 13. September, der unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu Denken“ steht. Darum geht es auch bei den beiden Führungen, die mit einem kurzen Blick in die Villa beginnen: Sie starten um 15 und um 16 Uhr. Außerdem nimmt Märchenerzählerin Frauke van Ginneken kleine und große Gäste mit auf einen Märchenspaziergang. Es gelten die aktuellen Hygieneregeln, um Anmeldungen wird unter Tel.: (05191) 15203 gebeten.

Mehr Besucher sind zwar gut - keine kostenpflichtigen Veranstaltungen allerdings nicht, denn durch ihren Ausfall sind die Einnahmen 2020 weggebrochen. Schon 2019 musste der Verein eine finanzielle Schlappe hinnehmen, denn durch Frühjahrsfröste trugen die 260 Apfelbäume des Gartens praktisch keine Früchte: Die sonst üblichen Erlöse aus dem Verkauf von rund 2.500 Litern selbstgepressten Apfelsafts mussten damit entfallen. Und so sorgte, von Beiträgen und Spenden abgesehen, nur der Jahreskalender für Zusatzeinnahmen. Ohne Geld geht es aber nicht, und die Beiträge der 260 Vereinsmitglieder allein reichen nicht aus, um alles in Schuss zu halten. Ein echter Lichtblick soll da die diesjährige Apfelernte werden: Die Äste biegen sich unter der Last der Früchte, die viele Liter Apfelsaft versprechen. „Aber auch dessen Herstellung kostet Geld. Damit wir das umsetzen können, unterstützt uns die Stadt Soltau und stellte uns das ‚Startkapital‘ dafür zur Verfügung“, betont Zielke. So soll der Verkauf des Saftes dann wieder Geld in die Kasse spülen.

Eigentlich gestaltet der Verein Breidings Garten diese jährliche Apfelernte als großes Fest. „Coronabedingt können wir das in diesem Jahr jedoch nicht“, bedauert Zielke die notwendigen Einschränkungen. Gleichwohl gibt es am 10. Oktober von 14 bis 17 Uhr eine gemeinsame Apfelernte mit direkter Pressung des Saftes vor Ort, wobei auch weitere Informationen rund um die alten Apfelsorten nicht fehlen werden. Jeder, der dabeisein möchte, ist eingeladen, mitzupflücken, und kann einen Fünf-Liter-Beutel mit frischgepresstem Apfelsaft käuflich erwerben. Äpfel von zu Hause können zur Pressung nicht mitgebracht werden. Auch hier gelten die Corona-Hygieneregeln.

Nach dem „Tag des offenen Denkmals“ und der Apfelernte steht dann am 11. Oktober die dritte Veranstaltungen unter dem Titel „Rendezvous im Garten“ auf dem Plan: Bei einer geführten Wanderung starten die Teilnehmer um 13.30 in Röders‘ Park (Treffpunkt Parkplatz am Halifax), um an der Böhme entlang durch das Arboretum schließlich Breidings „Großen Garten“ zu erreichen.

Während es jetzt also noch einige Programmpunkte gibt, blicken Zielke und Röders-Arnold in ein ungewisses nächstes Veranstaltungsjahr: „Wir wissen noch nicht, was dann geht“, meint Zielke. Ein paar Überlegungen gebe es aber inzwischen. Dabei wird es auch wichtig sein, Spenden und andere Gelder zu generieren. Denn, so Röders Arnold, „wenn wir keine Einnahmen haben, dann müssen wir das Angebot reduzieren.“

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