Gelbe Säcke: AHK macht Deckel drauf

Abfallwirtschaft Heidekreis: Neue Verpackungstonne schon 2021

Gelbe Säcke: AHK macht Deckel drauf

Was die Entsorgung von Verpackungen angeht, so sind die Bürgerinnen und Bürger im Heidekreis nie so richtig warm geworden mit den gelben Säcken. Sie reißen leicht auf, bei Wind und Wetter fliegen sie umher und im schlechtesten Fall landen Joghurtbecher, Konservendosen & Co. im Rinnstein oder in den Vorgärten. Kein Wunder, dass viele die „Dünnhäuter“ am liebsten in die Tonne treten würden. Die Abfallwirtschaft Heidekreis (AHK) befasst sich schon seit längerem intensiv mit der Thematik. Der Entsorgungsträger will den Sack zu- und auf das Problem im kommenden Jahr im wahrsten Sinne des Wortes den Deckel draufmachen: Die gelben Säcke sollen im Jahr 2021 durch die gelbe Tonne ersetzt werden. Am vergangenen Dienstag votierte der Verwaltungsrat der AHK in seiner Sitzung, in der es um die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes 2020 bis 2024 ging (HK berichtete), einstimmig für die „Einführung einer flächendeckenden Verpackungstonne“.

So ganz wird die gelbe Tonne ihrem Namen nicht gerecht, handelt es sich doch um einen anthrazitfarbenen Behälter. Lediglich der Deckel hat die Signalfarbe. Es wird zwei verschiedene Größen geben: Eine 240-Liter-Tonne sowie einen 1.100-Liter-Behälter auf Rollen. Erstere soll im Vier-Wochen-Rhythmus geleert werden, in dem bislang auch die Abholung der Säcke erfolgt. Die „Großen“ sind alle 14 Tage an der Reihe. In die 240-Liter-Tonne passt in etwa der Inhalt von sechs gut gefüllten gelben Säcken. Der Vorteil für die Verbraucher: Sie müssen sich bei den Ausgabestellen keine aufgerollen Kunststoffsäcke mehr besorgen und schonen somit letztlich auch die Umwelt. Dafür aber müssen sie einen Platz für eine zusätzliche Tonne finden. Mehrkosten entstehen für sie nicht, denn die Entsorgung von Verpackungsmüll wirkt sich nicht auf die Abfallgebühren aus. „Für die Sammlung und Verwertung sind die dualen Systeme zuständig - und nicht die öffentlichen Entsorgungsträger“, unterstrich AHK-Vorstand Helmut Schäfer.

In Niedersachsen gibt es zehn zugelassene duale Systeme. Diese Unternehmen gewährleisten, dass Glas, Papier, Pappe, Karton sowie Kunststoffverpackungen im jeweiligen Kreis- oder Stadtgebiet eingesammelt und verwertet werden. Sie arbeiten dazu wiederum mit Partnern zusammen. Im Heidekreis ist aktuell die Abfallentsorgungsfirma Cohrs für die Abfuhr der gelben Säcke und die Sortierung der Leichtverpackungen zuständig. „Die Kosten, die enstehen, werden vom dualen System getragen und nicht von uns. Letztlich bezahlt das jeder, weil die Kosten bereits im Produktpreis enthalten sind“, so Schäfer.

Als Anstalt öffentlichen Rechts und Entsorgungsträger im Heidekreis möchte die AHK den Auftrag, Verpackungsmüll künftig über die Tonne zu entsorgen, übernehmen. Sie hat daher bereits Verhandlungen mit den Betreibern der dualen Systeme aufgenommen. Diese Verhandlungen seien laut Schäfer allerdings „nicht ganz leicht“, da dabei auch viele andere Dinge eine Rolle spielten, etwa die Kostenbeteiligung für die Mitnutzung der Sammelsysteme für Altpapier und Glaserfassung, ebenso die Beteiligung an den Kosten für die Reinigung der Altglascontainer und der jeweiligen Standplätze sowie an den Kosten der Öffentlichkeitsarbeit.

Die AHK kann sich vorstellen, dass unter ihrer Regie aus der Verpackungstonne zu einem späteren Zeitpunkt eine Wertstofftonne wird, in die dann sowohl Leichtverpackungen als auch sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen wie zum Beispiel Küchenschüsseln aus Kunststoff hineingeworfen werden können. Dies soll von der weiteren Entwicklung bei der Verwertung von Kunststoffabfällen in Deutschland abhängig gemacht werden. Zunächst aber gehe es ausschließlich um Verpackungsmüll, so Schäfer. Der Zeitraum der Ausschreibung erstrecke sich über drei Jahre. Der AHK-Vorstand rechnet damit, dass das Vergabeverfahren im Sommer dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Wie auch immer dieses ausgehe: „Klar ist, die gelbe Tonne kommt.“

Schäfer geht davon aus, dass im Heidekreis Ende des Jahres um die 50.000 240-Liter-Tonnen und zwischen 2.000 und 3.000 1.100-Liter-Behälter verteilt werden, damit sie ab Januar 2021 genutzt werden können. Das Ganze sei mit der Einführung der grünen Tonne zu vergleichen.

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